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Archiv der Kategorie: Politik

Kommentare und Überlegungen zu politischen Themen aller Art.

„Screw them!“

I love it

 

how high a government can think of itself

how proud a group who thinks of themselves as „the people“ can be

how fierce and frightening an army can seem to be

how important religious preachers can scream themselves to be

how pompous an autoritarian regime can parade itself to be

how convinced the burned of yesterday can stick their fingers into the same fire again

how smart and manipulative dictators seem to think they are

 

but how at the same time

they all tremble with fear
at the joke of the jester


„When you try to take on a jokster, the joke is always on you“

– Bassem Youssef

This mere observation was written down after watching the documentary „Tickling Giants“. You can watch it on Netflix, which I highly recommend you should do, or at least watch the trailer below to get introduced to the incredible (and unfinished!) story of Dr. Bassem Youssef and his fight for democracy and free speech in Egypt:

 
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Verfasst von - 28. Mai 2017 in Gemischtes, Politik

 

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Kurzmitteilung

Alors, c’est Macron. Bien sûr je suis soulagé que la France et l’Europe ont évité la catastrophe qui aurait signifé une présidente LePen, mais je dois tout de même avouer que je ressens quand même de la résignation. Je ne crois pas qu’Emmanuel Macron et le programme de son mouvement puissent améliorer la situation pour la France. Le néolibéralisme sans limites est à l’origine de cette injustice écœurante d’aujourd’hui qui est «l’accumulation [des richesses] des uns, qui se nourrit de la détresse sans fin des autres»* 

Le combat contre le FN est (pour le moment) gagné. Maintenant il faut continuer, avec la même insistance comme l’a déjà annoncé l’ancien ministre des finances grec, Giannis Varoufakis, la lutte contre les plans du gouvernement Macron, avec comme première étape les élections legislatives en Juin. 

Résistance chers camarades français !

«[…] 

C’est la chaude loi des hommes

De changer l’eau en lumière

Le rêve en réalité

Et les ennemis en frères

[…]»

– Paul Éluard

*extrait du discours de Jean-Luc Mélenchon dans le cadre du marche pour la VIe République

La résistance continue

 
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Verfasst von - 7. Mai 2017 in Politik

 

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Over Aleppo skies

 

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Politik von heute (oder: warum es unsere Regierungsparteien nicht verdienen, wiedergewählt zu werden) – Ein Gastbeitrag von C.

In diesem Gastbeitrag widmet sich C. unter anderem dem Wesen des „idealen” Politikers resp. des „idealen” Bürgers.

Die meisten Staaten würden sich heute als Demokratien und Republiken bezeichnen und knüpfen dadurch an antike Idealbilder an. Man stellt sich sofort ein transparentes System vor, in dem jeder einzelne Bürger die Machtstrukturen mitgestaltet. So schön wie diese Überlieferungen auch sind, wir scheinen heute diesen roten Faden verloren zu haben und jegliche ethischen Wegweiser werden ignoriert.

Der moderne Politiker kann nur noch über jene alten Deppen lachen. Denken wir nur mal an die römischen Gebrüder Gracchus die sich doch nicht wirklich meucheln ließen, nur weil sie eine lächerliche Landreform durchbringen wollten, die den Ärmsten der Gesellschaft ein Stückchen Ackerboden zugestanden hätte. Da führen Ideale hin! Man stirbt und hat trotzdem nichts erreicht, warum soll man dann überhaupt noch für etwas eintreten?

Die heutige Politik findet sich hingegen in Situationen wie dem Syrien-Konflikt vollendet. Man sieht, wie sich die gesamte politische Klasse darauf geeinigt hat, die Interessen des Volkes getrost zu ignorieren und einen lukrativeren Weg einzuschlagen. Es ist schon erstaunlich, dass die größten Waffenproduzenten der Welt keinen Krieg beenden können, der auf konstanten Nachschub ihrer eigenen Munition angewiesen ist?

Der moderne Politiker kennt keine Ideale, sondern nur noch simple Rechnungen. Einerseits ist natürlich eine Flüchtlingskrise ausgebrochen, die Milliarden kostet. Andererseits gibt es jedoch einen verlässlichen Absatzmarkt für Kriegsgerät, der noch mehr Milliarden in die Kassen spült. Unwichtige Details wie der Wert von unschuldigen Menschenleben werden gar nicht erst in die Waagschale gelegt. Emotionales Gepimper ist kein Bestandteil der Rechnung.

Was ergibt sich als Konsequenz hiervon? Der moderne Politiker trägt Blutschuld. Mit jedem Tag füllen sich die Särge und die radikale Reaktionlosigkeit beweist deutlich, dass der Bürger nicht mehr zählt. Mit jedem frischen Kindergrab wird auch das Erdloch des Idealbildes des Politikers tiefer. Wir, die Wähler, müssen jetzt entscheiden, ob wir unsere Stimme wirklich Mördern anvertrauen wollen.

Was macht man aber, wenn die größte Alternative aus Rechtsradikalen besteht? Eine Protestwahl würde schon einleuchten, aber hier nimmt man nicht die Skrupellosigkeit einzelner Akteure, sondern gleich den angesammelten Wahn der Zeit in Kauf. Hier dürfte man das Übel wohl noch ein Mal abstufen können.

Gibt es überhaupt noch eine moralisch vertretbare Partei in Europa (oder in der westlichen Welt, wenn man zum Beispiel den „Falken“ Hillary Clinton betrachtet)? Ich fürchte, wir kennen alle die Antwort. Aber, ist das ein Grund aufzugeben? Nein. Neben dem mittlerweile komatösen Ideal des Politikers steht nämlich noch ein weiteres: das des idealen Bürgers. Dieses lebt noch weiter, auch wenn es ebenfalls schwächelt.

Was muss man hierunter verstehen? Die Bürger können das politische Geschehen noch immer selbst bestimmen, auch wenn es uns nicht mehr ganz klar ist. Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, die das Volk zumindest aus dem politischen Tagesgeschehen ausschließt. Dieses Prinzip hat sich ganz einfach nach der französischen „Terreur“ entwickelt, um andauernde Spannungen zwischen Mehr- und Minderheiten zu verhindern. Des Weiteren vereinfacht es uns schon das Leben, wenn nicht mehr jeder Einzelne auf dem Laufenden über jede noch so belanglose politische Angelegenheit sein muss. Man muss an dieser Stelle aber auf ein ziemlich bekanntes Zitat von dem irischen Politiker John Philpot Curran (1750-1817) eingehen: „It is the common fate of the indolent to see their rights become a prey to the active. The condition upon which God hath given liberty to man is eternal vigilance“. Unsere heutige Freiheit fällt uns also nicht einfach zu, sondern wir müssen sie ständig behaupten. Bei wichtigen Themen wie Kriegen oder Handelsabkommen ist es also unsere Pflicht als Bürger, uns Gehör zu verschaffen. Wir können ganz altmodisch auf die Straße gehen um unsere Meinung auszudrücken (friedlich versteht sich, sonst werden wir nur eine weitere Parodie auf die Meinungsfreiheit). Auch die Petitionen sind im Zeitalter des Internets ein starkes Druckmittel, vor Allem wenn die Politiker um ihre Wiederwahl fürchten müssen.

Es klingt simpel, ist es aber trotzdem nicht. Bevor man seine Meinung kundtuen kann, muss man sich nämlich zuerst eine eigene bilden (ohne auf den Slogan eines wohlbekannten, journalistischen Witzblattes anspielen zu wollen). Der ideale Bürger muss seine Augen für die Missstände in der Welt öffnen und sich nicht vor ihnen verstecken. Er wird nicht versuchen, sich selbst etwas einzureden, um sich den Problemen nicht stellen zu müssen. Der ideale Bürger versucht ständig, die politische Welt zu durchleuchten. Er muss seinen „Feind“ ja schließlich kennen. Allerdings steht der ideale Bürger auch ständig im Dialog mit Andersdenkenden, um seine Meinung entweder fundieren oder schlichtweg ändern zu können. Nur der verbale Streit kann wirklich die Gedanken eines Menschen weiterbringen. Auch ist es hier essentiell, ernsthafte Arbeit zu betreiben, um Fakten von verschiedenen Quellen, sprich Blickwinkeln, zusammenzutragen. Kurz, der ideale Bürger kennt seine Pflicht, bei den großen Veränderungen in der Welt, das letzte Wort haben zu müssen.

Wenn wir unseren Einfluss auf das politische Geschehen zurücknehmen wollen, führt nichts um den Kampf herum. Ein Kampf gegen anonyme Machtstrukturen, die ohne unser Mitwissen, geschweige denn unser Mitwissen regieren (Ceta/TTip). Aber auch ein Kampf mit unserem tiefsten Innern, weil, bevor wir Ideale in die Welt tragen können, müssen wir alles tun, um diesen selbst zu entsprechen. Man muss sich immer wieder mit kalter Objektivität selbst anklagen und verbessern.

Vielleicht wird die Parteienlandschaft eines Tages von Leuten bevölkert, die die Ideen dieses Textes begriffen haben. Vielleicht werden die wenigen Menschen mit einer unumstößlichen Moral nicht mehr von der Politik abgestoßen, sondern sie verspüren den unbedingten Drang, etwas zu verändern. Vielleicht wird das Idealbild des Politikers wieder ein Mindestmaß an Bedeutung wiedererlangen: Menschen aus dem Volk, die im Namen des Volkes regieren.

Doch zuallererst, bevor sich die Herrschenden verändern, muss sich eben dieses Volk verändern.

– C.

 
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Verfasst von - 4. Dezember 2016 in Gastbeiträge, Politik

 

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Warum ich nicht bereit bin Trump eine Chance zu geben

Donald Trump heißt er also, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich weiß, mein Kommentar kommt mit ordentlicher Verspätung, aber ich nehme mir gerne Zeit um eine Situation genau zu bewerten. Während der letzten Tage habe ich dann auch viele unterschiedliche Reaktionen beobachtet, von Schock bis zu naivem Optimismus war da alles dabei. Der Sieg dieses Mannes hat auch mich tief erschüttert, doch ich habe mir inzwischen eine klare Meinung herausgebildet, die ich dann auch heute mit euch teilen möchte.

Trump, der Dilettant

Erst einmal will ich festhalten, dass mit Trump der wohl unqualifizierteste Kandidat aller Zeiten die Wahlen gewonnen hat. Mir ist im Gespräch mit und im Dialog der Trumpunterstützer aufgefallen, dass es neben jenen die Trump aus klar rassistischen oder sonstigen geistig beschränkten Ansichten unterstützt haben, auch einige gab, die wirklich glaubten respektive immer noch davon überzeugt sind, dass sie es bei Trump mit einer wahren politischen Alternative zu tun haben. Wer diesem Glauben anhängt, kann einem eigentlich nur noch Leid tun. Nehmen wir einmal an jemand unterstützt eine Präsidentschaft Trumps, nicht aufgrund irrationaler Angst vor Ausländern oder aus so lächerlichem „männlichen” Stolz, dass er es nicht ertragen hätte eine Frau in einer der wohl höchstem Machtpositionen der Welt zu sehen, sondern wirklich nur aus dem einfachen Grund, weil diese hypothetische Person glaubt, dass Trump ein fähiger Politiker sei, der Amerika und die Welt weiterbringen wird. Selbst ohne den ganzen Hass muss man, wenn man das ganze auch nur eine Sekunde rational betrachtet, einsehen, dass Trump schlicht und einfach ein absoluter Dilettant ist und seine Pläne, wenn er denn überhaupt welche hat, sogar eher das Potenzial haben großen Schaden anzurichten. So zeichnet Thomas Fricke auf SPIEGEL ONLINE ein eher düsteres Bild von Trumps Finanzplänen:

„Nach Berechnungen des Urban-Brookings Tax Policy Centers (TPC) würde Trumps großes Steuersenkungspaket bei den oberen 0,1 Prozent der Einkommensbezieher zu atemberaubenden 14 Prozent mehr Netto führen – was in der Oberklasse mal locker 1,1 Millionen Dollar pro Nase macht. Da gibt es am Monatsende bestimmt mal ein Klünkerchen extra.

Beim untersten Fünftel kämen 110 Dollar heraus. Im Jahr. Kein wirkliches Antiwut-Programm. Ähnliches gilt für Trumps Vorhaben, die Erbschaftsteuer zu streichen. Oder die Finanzbranche mal wieder zu deregulieren – was nach aller Erfahrung vor allem Vermögenden zugutekommt und den Abstand zu den Armen erhöht. Und die Chancen auf die nächste Finanzkrise erhöht.”

(Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/donald-trump-und-sein-wirtschaftskurs-arm-bleibt-arm-a-1121849.html)

Die Menschen die von diesem Szenario profitieren würden, wären wieder einmal die Reichen und eben nicht der Großteil derer die Trump gewählt haben. Aber gut, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Leute gibt die arrogant genug sind eine solche Politik zu befürworten und sich überhaupt nicht für die Probleme der Geringverdiener zu interessieren. Aber was ist mit Trumps Plan, mit dem Pariser Klimavertrag zu brechen? Solange man kein realitätsblinder Klimawandelleugner ist, kann man eine solch selbstdestruktive Politik doch unmöglich unterstützen. Doch nicht nur in unsinnigen oder undurchdachten Plänen offenbart sich Trumps Unfähigkeit das Amt des Präsidenten würdig zu vertreten. Vor seinem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe glänzte Trumps Team nicht gerade mit Organisation:

„Die Vorbereitung des Termins läuft allerdings kompliziert: Noch am Tag vor dem Arbeitstreffen erklärten Abes Vertreter, es sei unklar, wann genau und an welchem Ort in New York die Begegnung stattfinde.

Es stehe zudem nicht fest, wer genau eingeladen ist und teilweise auch, wen die japanische Seite bei Fragen kontaktieren kann. „Es hat eine Menge Verwirrung gegeben“, verlautete aus Regierungskreisen.”

(Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/shinzo-abe-bei-donald-trump-es-hat-eine-menge-verwirrung-gegeben-a-1121711.html)

Dies ist eines zukünftigen Präsidentes der Vereinigten Staaten einfach nicht würdig. Donald Trump ist also auf sämtlichen Ebenen unfähig, ein Amt wie das des US-Präsidenten zu bekleiden. Aber an dieser Stelle müssen wir nun wieder auf den ganzen Hass, die Demagogie und den Populismus von seiner Kampagne zurückkommen, denn es sind diese Elemente die uns offenbaren, mit welcher Art von Politiker wir es hier wirklich zu tun haben und wie unsere Reaktion dementsprechend ausfallen sollte.

Trump, das Monster

Bevor ich irgendetwas sage, möchte ich euch bitten den folgenden Abschnitt einmal zu lesen. Ich habe ein einziges Wort durch den Begriff [Die Bewegung Trumps] ersetzt. Lest ihn euch in Ruhe durch und entscheidet erst einmal für euch selbst, ob ihr diese Aussagen so unterschreiben würdet:

„[Die Bewegung Trumps] duldet keine andere Weltanschauung neben sich. […] Die eigene Nation bzw. das eigene Volk steht an erster Stelle. Jede Entwicklung, auch im Ausland, wird ausschließlich danach bewertet, ob sie den Bedürfnissen der eigenen Nation dient. […] Unterfüttert wird diese Denkweise mit […] Rassismus […] Dies kann sich auf Behinderte oder Homosexuelle beziehen, aber auch auf Anhänger unliebsamer Weltanschauungen oder Immigranten und deren Nachkommen.”

Aus meiner Sicht ergibt dieser von mir veränderte Textabschnitt erstaunlich viel Sinn. Er beweist außerdem, dass Trump wie so viele Demagogen nichts neues erfunden hat, sondern lediglich altbekannte Maschen und Parolen aus der Besenkammer der Geschichte hervorgekramt hat, denn eigentlich beschreibt dieser Abschnitt im Original eine ganz bestimmte politische Bewegung, die wohl jedem alles andere als unbekannt sein dürfte:

„Der Faschismus duldet keine andere Weltanschauung neben sich. […] Die eigene Nation bzw. das eigene Volk steht an erster Stelle. Jede Entwicklung, auch im Ausland, wird ausschließlich danach bewertet, ob sie den Bedürfnissen der eigenen Nation dient. […] Unterfüttert wird diese Denkweise mit […] Rassismus […] Dies kann sich auf Behinderte oder Homosexuelle beziehen, aber auch auf Anhänger unliebsamer Weltanschauungen oder Immigranten und deren Nachkommen.”

(Quelle: http://www.dir-info.de/dokumente/def_faschisten.html)

Faschismus also, wieder einmal. Ich bin nicht der erste der mit diesem Vergleich daherkommt, während der letzten Wochen und sogar schon während der republikanischen Vorwahlen haben viele Trumps Kampagne als faschistisch bezeichnet. Doch mit Namen wirft man leicht um sich, fast jede Handlung eines Staates die auch nur im Geringsten gegen die „westlichen Werte” verstößt wird gerne und oft gleich mit jenen der Nazis im Dritten Reich verglichen. Der Vergleich mit Hitler wurde während der letzten Jahre so oft bemüht, dass er fast schon leer geworden ist. Genau deshalb rollen sehr viele die Augen, wenn die Kolumnisten und Schriftsteller heute vom Faschisten Trump sprechen. Genau diese Menschen will ich dann auch jetzt besonders ansprechen. Wer glaubt, Trump als Faschisten zu bezeichnen sei übertrieben oder „typisch linke Hysterie”, den lade ich herzlichst dazu ein zwei Listen mit mir zu studieren. Starten wir erst einmal mit einer kürzeren, die ich der Website der Bundeszentrale für politische Bildung entnommen habe. Die folgenden 5 Merkmale charakterisieren laut Website, eine faschistische Bewegung:

a) eine charismatische, autoritäre Führerfigur

Ein gewisses Charisma kann man dem ehemaligen Reality TV Star Trump wohl kaum absprechen. Ebenfalls propagierte er während seiner Kampagne mehrmals autoritäre Formen von Politik und pries auch des öfteren autoritäre Herrscher, wie etwa Putin, Sadam Hussein oder auch Kim Jong Un, für ihre Führungsstile. Dieses Merkmal ist ein definitives Check.

b) die strikte Unterwerfung unter das Führerprinzip

Vielleicht etwas zu stark ausgedrückt, aber Fakt ist, dass die Bewegung die Trump geschaffen hat, jeden der ihr Weltbild nicht teilt strikt ablehnt und teilweise offen ausgrenzt. Es existiert definitiv ein „Wer-nicht-mit-uns-ist-ist-gegen-uns” Gefühl, von daher würde ich dieses Merkmal zumindest im Ansatz als erfüllt betrachten.

c) der hierarchische Aufbau der politischen Organisation

Hier schweift Trump deutlicher ab. Er hat keine neue Partei gegründet und innerhalb seines Beraterteams herrscht absolutes Chaos. Er hat in diesem Sinne eigentlich weder irgendeine Art von Aufbau, noch eine Organisation vorzuweisen.

d) das rechtsextreme, offen rassistische und fremdenfeindliche Gedankengut

Dieser Punkt jedoch ist wieder deutlich klarer vertreten. Von Muslimen über Mexikaner hat Trump ziemlich klargestellt, dass er und damit auch ein Großteil seiner Anhänger, allem Fremden feindlich gegenüber stehen. Ein sicheres Check.

e) die (in Bezug auf andere politische Überzeugungen) negative Eigendefinition (als antidemokratisch, anti-parlamentarisch, antiliberal, anti-humanistisch etc.)

„Drain the swamp!”. Trumps Bewegung versteht sich hauptsächlich als eine Bewegung „gegen die da oben” oder anders ausgedrückt, als eine anti-establishment Bewegung. Sie definiert sich als eine Bewegung gegen eine bestehende Ordung. Also ist auch dieses Merkmal ein sicheres Check.

(Quelle: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/17480/faschismus)

4 von 5 möglichen Merkmalen sind erfüllt. Sogar wenn man Trump jetzt noch großzügigerweise Merkmal b) abspricht, sind es immer noch 3 von 5 Merkmalen. Ich verstehe aber, wenn ich jetzt noch niemanden überzeugt habe. Diese 5 Merkmale sind offensichtlich stark reduziert und könnten sich bei allen möglichen Bewegungen manifestieren. Deswegen schauen wir uns jetzt noch eine andere Liste an. Diese stammt vom italienischen Schriftsteller, Journalisten und Kolumnisten Umberto Eco. In seiner Schrift „Cinque scritti morali” hat er 14 Merkmale des „Ur-Faschismus” definiert. Laut Eco selbst muss eine Bewegung nicht alle 14 erfüllen um als faschistisch zu gelten, bereits um ein einziges kann sich eine faschistische Bewegung kristallisieren. Ich habe die nachfolgende deutsche Übersetzung der Liste dem Blog „Roter Milan” entnommen, sie enthält auch bereits einen ersten Kommentar der Merkmale, den ich hier ebenfalls zitiere, weil ich ihn für informativ halte:

Die 14 Merkmale des Faschismus nach Umberto Eco

1. Traditionalismus

„Ein Kult der Überlieferung, der nicht nur für gegenrevolutionäre Kräfte in der Zeit der Aufklärung nach der Französischen Revolution, sondern auch schon in der Antike als Gegenposition zum klassisch-griechischen Rationalismus stand. Traditionalisten wollen die „guten alten“ Werte bewahren und verschließen sich vor neuem. Die Nazis propagandierten das Germanentum. Alte germanische Traditionen (Volksfeste etc.) wurden gepflegt und besonders eingefleischte Nazis, allen voran Hitler waren fasziniert vom Okkultismus.”

Wie oft hat Donald Trump während seiner Kampagne von der „guten alten Zeit” geschwärmt? Sein Slogan „Make America great again” fußt praktisch komplett auf der Idee, eine angebliche Größe Amerikas von früher wiederzubeleben. Es sind die Werte einer längst vergangenen Zeit, die Trumps Bewegung vertritt, aus diesem Grund würde ich dieses Merkmal als erfüllt betrachten.

2. Ablehnung der Moderne

„Dieser Traditionalismus führt zur Ablehnung der Moderne, da diese als Bedrohung für die eigene Kultur wahrgenommen wird. Die Nationalsozialisten waren zwar auf ihre militär-technischen Errungenschaften stolz, doch hielt sich die Begeisterung über jeglichen sonstigen Neuheiten in Grenzen. Solange es im Krieg nützte war es gut, andernfalls war es Verrat an den eigenen Traditionen. Zur Ablehnung der Moderne gehört auch die Kapitalismuskritik von rechts, unter dessen Deckmantel sich die Ablehnung vor allem auf die Werte der Aufklärung, auf Vernunft, Gleichheit und Freiheit richtet. Eine aktuellere Form dieser Ablehnung ist die Diffamierung der 68er-Bewegung.”

Hier wird wohl so mancher argumentieren, dass dieser Punkt nicht zutrifft, weil Trump gerade über die sozialen Medien eine neue Art von Wahlkampf geführt hat und deshalb wohl kaum als ablehnend gegenüber der Moderne bezeichnet werden kann. Man kann aber gleichzeitig wohl kaum verneinen, dass Trump und seine Anhänger die liberalen Werte der 68er-Bewegung ablehnen. Der Faschismus ist eine äußerst selbstzentrierte Bewegung und der Kommentar des „Roten Milan” bringt es gut auf den Punkt: solange es der Bewegung nützt ist es gut, alles andere ist „Verrat an den eigenen Traditionen”. Trump hat bereits angekündigt den freien Posten des Supreme Court mit einem konservativen Richter zu besetzen, der beispielsweise gegen ein liberales Abtreibungsgesetz stimmen würde. Ich würde deshalb auch dieses Merkmal als erfüllt betrachten.

3.Irrationalismus

„„Aktion um der Aktion willen“ – das heißt, dass gehandelt wird ohne nachzudenken. Denn denken impliziert immer eine differenzierte Herangehensweise und Abwägung verschiedener Positionen, was dem Irrationalismus aber fremd ist. Misstrauen gegenüber jener die nachdenken und vor allem gegenüber der Intellektuellen und Akademiker, ist in jeder faschistischen Theorie zu finden. Goebbels hetzte immer wieder in Hassreden über diese gebildeten Menschen. „Degeneriertes Intellektuellenpack“, „Eierköpfe“, „radikale Snobs“ oder „Ratten und Schmeißfliegen“ nannte sie der Propagandaminister und sagte „wenn ich von Kultur reden höre, ziehe ich den Revolver“.”

Hier erübrigt sich eigentlich jede Diskussion. Trump hat seinen Wahlkampf unter das Zeichen des Irrationalismus gesetzt wie selten ein Politiker vor ihm. Fakten waren in diesem Wahlkampf komplett unerheblich, alles was zählte war das Gefühl. Trump und seine Bewegung kritisierten auch bei jeder Gelegenheit die „Experten”, die mit ihren „Theorien” doch nur die Bevölkerung beeinflussen wollten. So antwortete beispielsweise Newt Gingrich, als er mit dem Fakt konfrontiert wurde, dass die Kriminalitätsraten insgesamt rückläufig sind (nach einer offiziellen Statistik des FBI!), dass er das aber nicht so empfinde. Irrationalismus in seiner gefährlichsten Ausprägung und deshalb ein klares Check.

4. Fehlende Kritikfähigkeit

„Andersgläubige und Dissidenten werden gehasst und verfolgt, in den Augen des Ur-Faschismus, die eigenen Ziele und Werte verraten. Wer kritisch denkt, kann selbstständig Entscheidungen treffen und vermehrt sein Wissen, doch genau das will der Ur-Faschismus nicht. Die Leute sollen denken, was man ihnen zu denken gibt. Ansonsten sollen sie dumm gehalten werden. Denn Dumme sind leicht zu kontrollieren.”

Der Faschismus als Bewegung hat immer von den Massen profitiert. Trump führt seine Kommunikation hauptsächlich über Twitter, ein soziales Netzwerk, dass sich durch schnelle und vor allem kurze Reaktionen definiert. Nachdenken und sich Zeit für eine gründliche Analyse zu nehmen, so wie wir es hier gerade machen, ist dem Faschismus fremd. Auch dieses Merkmal beschreibt Trumps Bewegung vortrefflich.

5. Rassismus

„Kritisches Denken ist außerdem ein Zeichen für Vielfalt. Der Ur-Faschismus schürt die Angst vor allem was anders und fremd ist, daher sucht sich eine faschistische oder vorfaschistische Bewegung immer einen Sündenbock. Zu diesem Sündenbock wird meist eine Minderheit – Asylanten, Juden, Andersdenkende, Schwarze oder Homosexuelle- die als Eindringling empfunden wird.”

Wer ist der Sündenbock für Trumps Bewegung? Wahlweise die Muslime, Mexikaner oder auch gerne mal die „korrupten Medien”. Trumps Kampagne hat sich nicht gerade mit Diversität ausgezeichnet, wenn es nach vielen seiner Anhänger gehen würde, würde Amerika wohl nur aus Weißen bestehen. Der Rassismus war entscheidend für Trumps Sieg und deshalb ist auch dieses Merkmal erfüllt.

6. Existenzangst der Bevölkerung

„Arbeitslosigkeit, Armut oder sozialer Abstieg sind alles Teile der Existenzangst, die viele Menschen in Zeiten von Krisen plagt. Nach dem 1. Weltkrieg litt Deutschland unter der Inflation, was die Menschen den Nazis in die Arme trieb. Zu Zeiten der Wirtschaftskrise haben die Leute wieder Angst um ihre Existenz und wieder hören sie den Faschisten zu.”

Dieses Merkmal beschreibt eigentlich eher den gesellschaftlichen Kontext in dem sich faschistische Bewegungen üblicherweise entfalten. Doch auch in diesem Punkt trifft alles auf Trump und seine Bewegung zu, sie erstarkte, weil sie sich an die „Abgehängten”, die „Verlierer” wandte und deren Existenzangst für sich nutzte.

7. Nationalismus

„Wer selber keine soziale Identität hat und sich dieser beraubt fühlt, dem gibt der Ur-Faschismus als einziges Privileg das häufigste: Die Herkunft. Das ist der Ursprung des Nationalismus. Der Nation eine Identität geben können allerdings nur die Feinde, da der Ur-Faschismus psychologisch eine „Obsession einer Verschwörung“ aufweist. Die Anhänger müssen sich bedroht fühlen. Besonders leicht ist eine Verschwörung, die durch Fremdenfeindlichkeit kreiert wird. Jedoch muss so eine Verschwörung auch von innen kommen. Daher waren die Juden schon immer bevorzugtes Ziel solcher Verschwörungstheorien. Stolz auf die Herkunft, das Gefühl einer vereinenden Identität und der Wahn, dass diese durch Einflüsse von außen und innen bedroht sei, ist typisch für den Ur-Faschismus.”

Wieder ein Check. Trump hat den Nationalismus seiner Anhänger geschürt und ihnen bewusst das Gefühl vermittelt nur er könne das „wahre” Amerika noch retten. Eine Portion Antisemitismus war da auch dabei, man erinnere sich lediglich an das Bild von Hillary Clinton vor einem Haufen Geld und dem Schriftzug „korrupteste Kandidatin aller Zeiten” auf einem roten Davidstern, den Trump auf Twitter geteilt hat.

8. Gefühl der Demütigung

„„Wir hier unten gegen die da oben“ – die Anhänger müssen sich vom Reichtum, der Stärke und der Macht der Feinde gedemütigt fühlen, sie müssen sich schwach fühlen. So kommt man in eine Opferrolle. Warum haben Rechte was gegen Asylanten? Weil die angeblich den Deutschen alles wegnehmen. Das ist simpler Futterneid. Gleichzeitig müssen die Anhänger aber davon überzeugt sein, dass man den Feind besiegen kann, daher kommt es immer wieder zu einer Verlagerung des rhetorischen Brennpunkts, da der Feind gleichzeitig zu stark und zu schwach sein soll.”

Das Establishment war das anderer beliebte Angriffsziel Trumps. Wieder kann man an seinen Ausruf „Drain the swamp!” erinnern, wie viele seiner Anhänger haben ihn gewählt, weil sie davon überzeugt waren und wahrscheinlich immer noch sind, dass Trump der Präsident ist, der es „denen da oben” schon zeigen wird. Es ist eine der größten Errungeschaften Trumps, sich als Anti-Establishment Kandidat verlauft zu haben, obwohl kaum ein anderer so sehr in diesem Establishment verankert ist und davon profitiert wie er.

9. Anti-Pazifismus

„Wahlsprüche von neuen und alten Nazis wie „Blut und Ehre“, „Blut und Boden“ oder auch Soldatenkult, zeugen von einem Leben für den Kampf. Denn der Ur-Faschismus will seine Feinde besiegen und das geht nur im Kampf. Allerdings muss es, um die Feinde endgültig zu besiegen, eine Art Endkampf geben, was aber nicht sein kann, weil dann ja keine Feinde mehr zum bekämpfen da wären. Das ist ein ideologischer Widerspruch, den kein faschistischer Führer je lösen konnte. Man identifiziert und legitimiert sich durch den permanenten Krieg, durch den totalen Krieg (wie ihn Goebbels nannte) und eine lange Zeit des Friedens ist nicht vorgesehen. Denn wenn dieser Krieg beendet wäre, wie soll man den Faschismus dann noch legitimieren?”

Vielleicht ist Trump noch nicht soweit einen wahren Krieg gegen seine inneren Feinde zu führen, aber anti-pazifistisch ist er ganz sicher. Regelmäßig verherrlichte er Gewalt auf seinen Veranstaltungen, Zitate wie „I’d like to punch him in the face” oder „If you see someone getting ready to throw a tomato, knock the crap out of them, would you?” zeugen von einer Ideologie die Gewalt als die vorzuziehende Lösung von Problemen betrachtet. Genau wie der Faschismus.

10. Elitedenken

„Der Ur-Faschismus hat ein aristokratisches und militärisches Elitedenken, das alles Schwache verachtet. Demnach gehört jeder Bürger zum besten Volk der Welt, die besten Bürger sind Parteimitglieder, weswegen jeder in selbige Partei eintreten sollte. Die Stärke des Führers beruht allerdings auf der Schwäche der Masse, daher braucht es eine Hierarchie an dessen Spitze er steht. Dabei verachtet er seine Untergebenen und jeder Unterführer verachtet seine Untergebenen, was insgesamt das Gefühl der Massenelite stärkt.”

Dieses Merkmal trifft weniger auf Trump zu, was vor allem an der bereits thematisierten Desorganisation seiner Bewegung liegt. Es wäre also das erste, welches ich persönlich nicht auf Trumps Bewegung beziehen würde.

11. Heldentum

„Der Held ist immer eine herausragende Persönlichkeit, eine absolute Ausnahme unter den Menschen. Im Ur-Faschismus zeigt sich eine besondere Heldenverehrung mit einem Totenkult. „Sieg oder Tod“ war Hitlers Devise im Krieg. Das heißt entweder man wird durch den erfolgreichen Kampf zum Helden oder man stirbt dabei und wird zum Märtyrer, also auch zu einem Helden. Für den Faschisten ist der heroische Tod die höchste Belohnung, die er erreichen kann.”

Auch dieses Merkmal findet sich eigentlich nicht in Trumps Bewegung wieder. Sie ist weitaus primitiver und eben nicht organisiert genug um solche pathetischen Traditionen hervorzubringen.

12. Machismo

„So ein permanenter Krieg oder Heldenverehrung sind mitunter schwierig, daher braucht es noch einen anderen Weg um Macht und Überlegenheit auszudrücken. Dieser Weg überträgt das Ganze auf das sexuelle Gebiet. Das Wort „Macho“ kommt aus dem spanischen und ist die Bezeichnung für männliche Tiere, ohne negative Konnotation. Diese bekommt das Wort erst wenn es „Machismo“ (deutsch: Machismus) heißt. Dieser Machismo beinhaltet nicht nur Frauenverachtung und klare Geschlechterrollen, sondern auch Ablehnung und Verurteilung aller nicht zum Standard gehörender Sexualgewohnheiten, wie Keuschheit oder Homosexualität. Doch auch den ganzen Tag den auf seine Männlichkeit zu pochen ist nicht unbedingt einfach, weswegen der urfaschistische Held das Spiel mit Waffen sucht, um einen Phallusersatz zu haben.”

Waffen und Sexismus? Bei diesem Merkmal wird es uns wieder einfach gemacht. „Grab them by the p***y” ist traurigerweise das bekannteste Zitat des zukünftigen US-Präsidenten und auch sonst hat Trump regelmäßig einen widerlichen Machismo an den Tag gelegt. Doch so anachronistisch und rückständig wie er und vielleicht auch erscheinen mag, so entscheidend war doch auch dieser Punkt für Trumps Sieg.

13. Populismus

„In Demokratien haben die Bürger individuelle Rechte zur Mitbestimmung, können jedoch nur gemeinsam Macht ausüben um etwas zu verändern, da die Mehrheit entscheidet. Im Ur-Faschismus haben die Bürger keine individuellen Rechte und dürfen nicht mitbestimmen. Das ganze Volk hat eine Meinung, die überraschenderweise mit der Meinung des Führers übereinstimmt. Dieser hat den Menschen die Last des Nachdenkens und Entscheidens abgenommen und wirkt als der Interpret des Volkes. Die Leute [werden] zwar immer noch zusammengerufen zu politischen Veranstaltungen, aber das dient nur der Inszenierung. Um diesen Populismus zu verbreiten, braucht man keine großen Plätze mehr wie die Piazza Venezia in Rom, wo Mussolini seine Reden hielt, oder das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg auf dem Hitler zu den Massen sprach. Heute geht sowas ganz einfach im Fernsehen oder im Internet.”

Selbst wer Trump (noch) nicht als Faschisten bezeichen will, kann nicht dementieren, dass er ein Populist ist. Das Internet, und besonders die bereits erwähnte Plattform Twitter, war und ist seine Piazza Venezia, doch im Gegensatz zu Mussolini benötigt Trump gerade einmal 140 Zeichen um sein populistisches Gift den Massen einzuimpfen.

14. Newspeak

„„Newspeak“ stammt aus dem Roman“1984″ von George Orwell und ist eine aus politische Gründen vereinfachte Form der Sprache. Zur Zeit der Nazi-Diktatur waren alle Schulbücher in einer vereinfachten Sprache geschrieben, das heißt das Vokabular ist begrenzt und die Syntax recht simpel gehalten. Das hindert die Schüler (und späteren Erwachsenen) daran komplex und vor allem kritisch zu denken. […]”

Während des Wahlkampfs hieß es einmal, Donald Trump habe das Vokabular eines Viertklässlers. Ob das jetzt richtig ist oder nicht, was auf jeden Fall auffällt, ist die extrem einfache Sprache Trumps, die im starken Kontrast zur teilweise ins fachliche abgleitenden Sprache Hillary Clintons stand. Seine Anhänger verehrten Donald Trump unter anderem wegen seiner einfachen Sprache als „Mann des Volkes”, ohne auch nur im geringsten die Kompetenz eines Politikers in Frage zu stellen der Sätze von sich gibt wie „We will have so much winning, if I get elected, that you may get bored with winning”.

(Quelle: https://rotermilan.wordpress.com/2015/07/03/was-ist-faschismus-eine-definition-nach-umberto-eco/)

Es ist erschreckend: von den 14 Merkmalen des Faschismus, die Umberto Eco definiert hat, treffen 12 auf Trump und seine Bewegung zu. Ich will an dieser Stelle noch einmal daran erinnern, dass Eco bereits ein Merkmal für ausreichend hielt um eine Bewegung als faschistisch identifizieren zu können. Anhand von 3 Beispielen haben wir jedes einzelne Mal erschreckend deutliche Parallelen bemerken können und ich könnte noch weiterfahren, wir könnten uns noch andere Definitionen des Faschismus ansehen, doch ich glaube, dass sich das Resultat nicht mehr dementieren lässt. Donald Trump ist kein einfacher Rechtspopulist und seine Bewegung nicht einfach eine Ansammlung von „besorgten Bürgern” oder „Protestwählern”. Wir haben es hier mit einem Faschisten zu tun, der wieder einmal demokratisch in eine Führungsposition gewählt worden ist. Von Trump als Faschisten zu sprechen ist also keineswegs bloße „linke Hysterie”, es ist ganz einfach die schreckliche Realität.

Warum ist das wichtig? Warum habe ich soviel Zeit damit verbracht, die Legitimität einer banalen Terminologie zu beweisen? Es ist wichtig, weil es uns eine Richtlinie für unsere Reaktion auf einen Präsidenten Trump vorgibt.

Die angebrachte Reaktion

Der allgemeine Tenor auf Trumps kommende Präsidentschaft zeichnet sich immer deutlicher ab. Jetzt mal Schluss mit Panik, das wird schon nicht so schlimm. Vergessen scheinen plötzlich all die Skandale der letzten Monate, vergessen der ganze Rassismus, der Sexismus, der unerträgliche Hass gegen alles Fremde. Auf einmal ist Trump eben ein Politiker wie jeder andere, jemand mit dem man jetzt eben klar kommen muss. Es sind Reaktionen dieser Art, die mich teilweise richtig wütend gemacht haben und die ich einfach nicht für mich akzeptieren kann. Ein Faschist wurde gerade zum US-Präsidenten gewählt und alles was uns dazu einfällt ist „wird schon werden”? Das ist einfach traurig und zeugt von einer Arroganz und Bequemlichkeit die genau zu den Problemen geführt hat die wir heute haben. Eine Politik in der Ideale und Werte keine Rolle mehr spielen, in der es nur noch um leere Wirtschaftsinteressen geht, um das „Geschäft” der Politik. Eine Politik, aber übrigens auch eine öffentliche Meinung, die so scheinheilig geworden ist, dass sie allen Ernstes vorschlägt einem frauenverachtenden Rassisten, der andere Menschen wie den letzten Dreck behandelt und keinen Hehl daraus macht, bei zukünftigen Bombardementen im Orient nicht die geringste Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen, eine Chance zu geben? Sind wir als Gesellschaft wirklich so verkommen, sind wir so in dieser unerträglichen Silicon-Valley-Optimismusblase gefangen, dass wir sämtliche Werte die sich über hunderte von Jahren entwickelt haben, einfach so über Bord werfen nur um unsere Geschäftsinteressen zu wahren? Was ich hier versuche auszudrücken, hat eigentlich der irische Politiker Aodhán Ó Ríordaín längst auf den Punkt gebracht:

„When are we going to have the moral courage to speak in terms other than economy all the time?“

(dt. : „Wann werden wir den moralischen Mut haben, um auf einer anderen Ebene als auf einer ökonomischen zu sprechen?”)

(Quelle: https://youtu.be/pabjqmYWGkM)

Wie oft musste ich mir in letzter Zeit das Argument anhören, Trump sei ja aber demokratisch gewählt, das müsse man respektieren. Natürlich muss man das. Aber das Wahlresultat anzuerkennen bedeutet nicht Trump anzuerkennen. Es ist unsere moralische Pflicht diesen Mann zu boykottieren, ihm von Anfang an klar zu machen, dass wir seine Weltanschauung nicht teilen. Zu Anfang dieses Kommentars habe ich kritisiert, dass der Vergleich zu Hitler in letzter Zeit zu oft bemüht wurde. Nun aber, da wir jeden Zweifel beseitigt haben, dass es sich bei Trump um einen Faschisten handelt, gewinnt er wieder an Bedeutung. Denn haben denn nicht auch schon solche rückgratlosen Feiglinge wie Chamberlain oder Daladier einen Mann wie Hitler zu beschwichtigen versucht? Haben sie nicht auch damals geglaubt „das wird schon werden”, haben sie nicht damals schon den Fehler gemacht einen Misanthropen wie ihn als einen Politiker wie jeden anderen zu behandeln? Wer jetzt argumentieren will, wir würden ja aber nicht mehr in den Dreißiger Jahren leben, dem empfehle ich die Lektüre dieses Artikels.

Was sollten wir also tun? John Oliver hat es in seiner letzten Folge von „Last Week Tonight” für dieses Jahr eigentlich sehr gut beschrieben. Wir sollten uns nicht darauf beschränken jedes einzelne unserer irrelevanten Instagram Fotos mit #notmypresident zu versehen, sondern aktiv etwas gegen Trump unternehmen. Proteste, wie sie gerade stattfinden, sind schön und gut, helfen aber den eigentlich von dieser Gefahr Betroffenen nicht. Stattdessen sollten wir Organisationen unterstützen, die genau das tun. Wir müssen wieder deutlich stärker den seriösen Journalismus unterstützen und nicht immer nur unsere Nachrichten kostenlos aus dem Internet beziehen. Ein, zwei Tageszeitungen zu abonnieren kann schon helfen. Desweiteren sollten wir Organisationen unterstützen die für die Rechte von Minderheiten eintreten, ich verlinke euch einige am Ende dieses Artikels. Das vielleicht wichtigste: wenn jemand von euch in einem Land lebt, wo keine Wahlpflicht herrscht, dann bitte: geht wählen! Und wenn ihr wählen geht, dann wählt nicht gegen eure Regierung oder gegen eine bestimmte Partei, wählt für die Menschen oder für die Partei die eine Politik vertritt die ihr gerne in eurem Land verwirklicht sehen wollt! Rechtspopulistische Parteien vertreten keine Werte, sie vertreten lediglich sich selbst und ihre leere Versprechungen, lasst euch nicht auf dieses Niveau herunter!

Für den Umgang mit Trump und seinen Anhängern bedeutet dies dann auch, dass wir endlich die Dinge beim Namen nennen sollten. Donald Trump ist ein Faschist, wenn also jemand auch nach der Lektüre dieses Artikels Trump noch immer unterstützt, dann soll er mir beim nächsten Mal auch bitte sagen, dass er einen Faschisten unterstützt, damit ich Bescheid weiß, den Kontakt zu einem solchen Individuum abzubrechen. Was seine Anhänger betrifft, so wurde oft davon gesprochen wie falsch es wäre diese gerade jetzt pauschal als „Idioten” abzustempeln und auszugrenzen. Stimmt, aber gleichzeitig sollten wir sie auch nicht besser darstellen als sie sind. Wer Trump gewählt hat, hat Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Fremdenhass gewählt, wer Trump gewählt hat, hat einen Faschisten gewählt. Dies müssen wir uns jeden Tag aufs Neue vor Augen halten und mit jedem Satz den wir an einen seiner Sympathisanten richten bedenken:

Trump ist ein Faschist.

Oder wie John Oliver es gesagt hat, wir müssen uns von nun an jeden Tag daran erinnern, dass ein Präsident Trump eben nicht normal ist.

Trump ist ein Faschist.

Es ist nicht normal, dass er Präsident ist.

Trump eine Chance zu geben, bedeutet dem Faschismus eine Chance zu geben. Es bedeutet Hass und Ausgrenzung wieder salonfähig zu machen.

Trump ist ein Faschist.

Es ist nicht normal, dass er Präsident ist.

Ich lehne es ab, ihm eine Chance zu geben.

Aktiv Stellung gegen Trump zu beziehen, bedeutet wahre moralische Werte zu vertreten. Es bedeutet Politik endlich wieder als eine Diskussion um Werte und nicht um Wirtschaft zu sehen.

Trump ist ein Faschist.

Es ist nicht normal, dass er Präsident ist.

Ich lehne es ab, ihm eine Chance zu geben.

Ich werde die Rechte aller Menschen mit allen mir gegebenen Möglichkeiten verteidigen.

Zwei Sachen dann noch zum Schluss. Wir dürfen auf keinen Fall der Gefahr erliegen, auf gleiche Weisen mit Anhängern rechter Gesinnungen umzugehen wie viele von ihnen mit uns. Wenn jemand solche Ansichten äußert sollte man ihn nicht einfach beleidigen oder in sonstige sinnlose Vulgarität verfallen. Ruhig bleiben, sachlich argumentieren und höflich aber bestimmt antworten sind angemessene Formen des Dialogs. Dabei ist es aber zugleich wichtig, klare Grenzen der Diskussion zu definieren. Gerne darf über politische Programme gesprochen werden, aber Werte wie Menschlichkeit und Respekt gegenüber anderen stehen niemals zur Diskussion.

Schlussendlich dann noch kurz zu dem Argument, dass Trump schon seine Grenzen bemerken wird, wenn er bis richtig im Amt des Präsidenten ist. Genau dieses Argument hat man schon einmal bemüht, um sich selbst zu beruhigen. Genauso hat man über Adolf Hitler gesprochen. Sagt ihr mir wie es ausgegangen ist.

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Im folgenden liste ich euch alle Organisationen auf, die John Oliver in seinem Video genannt hat. Viele von ihnen arbeiten in den USA und da die meisten Minderheiten dort wohl von einer Präsidentschaft Trumps betroffen sein werden, bietet sich eine Spende an sie auch besonders an. Informiert euch trotzdem auch selber über Organisationen in euren jeweiligen Ländern und unterstützt sie, wenn möglich, regelmäßig. Ich persönlich werde euch in einigen Wochen das International Refugee Assistance Project genauer vorstellen, die Organisation an die ich dieses Jahr zu Weihnachten spenden werde.

The Trevor Project

Wollt ihr die LGBTQ Community unterstützen, weil ihr findet, dass sich Menschsein nicht durch sexuelle Identität oder Orientierung definiert? Dann spendet an das Trevor Project, dass herrvoragende Arbeit besonders im Umgang mit jungen Menschen leistet:

http://www.thetrevorproject.org/

Propublica

Wollt ihr guten und sorgfältigen Journalismus unterstützen, der Trumps Präsidentschaft kritisch verfolgen wird? Dann spendet an Propublica:

https://www.propublica.org/

Planned Parenthood

Wollt ihr Frauen unterstützen, insbesondere auch im Hinsicht auf das Recht auf Abtreibung? Dann spendet an Planned Parenthood:

https://www.plannedparenthood.org/#

Reproductive Rights

Gleiches gilt für Reproductive Rights. Diese Organisationen werden besonders auf Hilfe angewiesen sein, da Trump bereits angekündigt hat einen Richter für den Supreme Court zu nominieren, der gegen das Recht auf Abtreibung votieren wird:

https://www.reproductiverights.org/

NRDC

Ihr haltet globale Erwärumung nicht nur für eine „Erfindung der Chinesen” wie der zukünftige US-Präsident? Dann unterstützt das Natural Ressources Defense Council:

https://www.nrdc.org/

International Refugee Assistance Project

Ihr pauschalisiert Flüchtlinge nicht als eine verdeckte Terrorarmee und findet, dass diesen Menschen mit allen möglichen Mitteln geholfen werden sollte? Dann unterstützt das International Refugee Assistance Project:

http://www.refugeerights.org/

LDF

Ihr wollt den bedrohten Minderheiten in Amerika helfen ihre Bürgerrechte zu verteidigen? Dann unterstützt den Legal Defense and Educational Fund:

http://www.naacpldf.org/

Maldef

Latinos und Mexikaner werden unter Trump ganz besonders auf rechtlichen Beistand angewiesen sein. Wenn ihr ihnen helfen wollt, dann spendet an den Mexican American Legal Defense and Educational Fund:

http://maldef.org/

 
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Verfasst von - 20. November 2016 in Politik

 

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Eine Generation von postmodernen Taugenichtsen – Ein Gastbeitrag von C.

Diese Woche überlasse ich das Wort wieder einmal meinem guten Freund C. für einen weiteren seiner Gastbeiträge auf diesem Blog.

Kann man die Jugendlichen bzw. die jungen Erwachsenen von heute als Taugenichtse bezeichnen? Vielleicht. Wir wissen zumindest weder, wie wir in dieser Welt etwas zu Stande bringen können, noch was wir eigentlich erreichen sollen.
Das Problem ist eine der großen Errungenschaften des vergangenen Jahrhunderts. Nämlich hat jeder die Möglichkeit alles zu studieren. Deshalb haben wir zu viele Studenten. Ich gebe zu, das Problem ist schwer zu sehen, vor allem wenn man bedenkt, dass der freie, bedingungslose Zugang zu jeder Art von Bildung eigentlich überall gegeben sein soll. Jedoch, wenn ein Studium den Standard darstellt, ist jeder, der eine eigene Zukunftsvision hat, in einer veralteten, sozialen Hierarchie gefangen. Beispiel: wenn sich ein Gymnasiast nach frisch bestandenem Abitur beschließt Schreiner zu werden, stößt er wohl auf Unverständnis in seinem Bekanntenkreis, vielleicht sogar in seiner Familie.

Warum? Es ist heute ziemlich eindeutig, dass geistige Arbeit besser bezahlt und mehr geschätzt wird als körperliche. Genau das gilt es jetzt zu hinterfragen.

Vielleicht ist es bloß ein Relikt unserer bäuerlichen Tradition, weil Bildung früher gleichbedeutend mit einer steilen Karriere war. Dieses wichtige Detail hat sich heute geändert. Ein Studium ist heute keine Fahrkarte mehr ins Glück und wirft die Leute in einen unausgeglichenen Arbeitsmarkt. Was heute zählt, ist nicht mehr simples Wissen, sondern es sind Fertigkeiten, die man in keinem Hörsaal vermittelt bekommt. Der heutige Arbeitnehmer braucht eher Menschen- als Fachkenntnis. Ein Paar Kontakte und eine Portion Glück machen natürlich auch einen nicht unbedeutenden Unterschied.

Folglich muss man sich fragen, warum man sich dann überhaupt noch in einem Studium, das einen nicht interessiert, irrelevantes Wissen für einen nicht existierenden Bürojob anhäufen soll. In dieser Studieninflation darf man nicht vergessen, dass es noch andere Bildungswege gibt. Man darf diese getrost einschlagen, vielleicht sogar in Richtung eines Berufsfeldes, das einen wirklich interessiert.

Mit welcher Begründung kann das Handwerk dann eigentlich noch immer bildungstechnisch belächelt werden? Wenn die Arbeitswelt immer mehr Eigeninitiative von dem Einzelnen verlangt, sind die, die gelernt haben, selbst etwas mit ihren eigenen Händen
zu erschaffen, nicht im Vorteil?

Es ist also falsch, eine Generation von Akademikern heranziehen zu wollen. Reines Wissen reicht heute nicht mehr aus und es taugt auch nicht jeder zu theoretischer Arbeit, wofür die Burn-Out Rate ein Indiz ist. Doch solange die handwerklichen Berufe schulisch und gesellschaftlich vernachlässigt werden, trauen sich die Jugendlichen nicht, ihren wahren Interessen nachzugehen. Unsere Arbeitswelt könnte ungleich erfüllender für jeden sein, wenn wir diese veraltete Ansicht verwerfen und die Talente jedes Einzelnen nutzen würden.

– C.

 
 

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Bill Hicks – Zwischen Genie und Obszönität

Bill Hicks – Zwischen Genie und Obszönität

Es gibt einige sehr wenige Menschen, die man als Legenden bezeichnen kann. Für mich persönlich zählt zu diesen besonderen Persönlichkeiten ein Mann, der uns leider, wie so viele Legenden vor und auch nach ihm, viel zu früh verließ. Er ist als Humorist bekannt geworden und für mich bleibt er einer der besten und unangenehmsten Künstler aller Zeiten. Ich spreche von niemand anderem als Bill Hicks.

Für jeden der ihn nicht kennt, Bill Hicks wurde am 16. Dezember 1961 in Valdosta, Georgia geboren und wurde besonders während der 80er Jahre als Humorist bekannt, insbesondere auch in Großbritannien. Sein Programm war äußerst derb und bissig und wurde von konservativen Zeitungen auch mal als „satanisch” beschrieben. Er konsumierte in hohem Maße Alkohol und andere, härtere, Drogen, schaffte es aber aufgrund eines Erlebnisses mit seiner Freundin 1988 dem Alkohol zu entsagen. Seine Auftritte wurden regelmäßig gekürzt, um sie einem „Mainstream” Publikum zugänglich zu machen, ein Ziel welches Hicks selbst wohl nicht gleichgültiger hätte sein können. Mit einer Mischung aus Freude und Frustriertheit entlarvte und denunzierte er erbarmungslos die rückgratlose Konsumgesellschaft und zog sie auf eine brutal ehrliche Weise ins Lächerliche. In seinen Metaphern griff er oft auf Vergewaltigungsmotive und ähnlich drastische Bilder zurück, welche seine Sozialkritik auf eine sehr direkte Art in die Köpfe seiner Zuschauer schlug. Seine Karriere fand leider ein viel zu frühes Ende als er im Juni 1993 mit Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde. Er verstarb im Alter von 32 Jahren am 26. Februar 1994 in Little Rock, Arkansas.

Prägend ist für mich persönlich besonders sein berühmtes Schlusswort. Ihr könnt es euch hier als Videobeitrag ansehen, ich möchte es aber auch gerne hier einmal zitieren:

„The world is like a ride in an amusement park, and when you choose to go on it you think it’s real because that’s how powerful our minds are. The ride goes up and down, around and around, it has thrills and chills, and it’s very brightly colored, and it’s very loud, and it’s fun for a while. Some people have been on the ride a long time, and they begin to question, „Hey, is this real, or is this just a ride?“ And other people have remembered, and they come back to us and say, „Hey, don’t worry; don’t be afraid, ever, because this is just a ride.“ And we … kill those people. „Shut him up! I’ve got a lot invested in this ride, shut him up! Look at my furrows of worry, look at my big bank account, and my family. This has to be real.“ It’s just a ride. But we always kill the good guys who try and tell us that, you ever notice that? And let the demons run amok … But it doesn’t matter, because it’s just a ride. And we can change it any time we want. It’s only a choice. No effort, no work, no job, no savings of money. Just a simple choice, right now, between fear and love. The eyes of fear want you to put bigger locks on your doors, buy guns, close yourself off. The eyes of love instead see all of us as one. Here’s what we can do to change the world, right now, to a better ride. Take all that money we spend on weapons and defenses each year and instead spend it feeding and clothing and educating the poor of the world, which it would pay for many times over, not one human being excluded, and we could explore space, together, both inner and outer, forever, in peace.“

– Bill Hicks

Wäre er noch am Leben, was würde Bill Hicks wohl zu unserer heutigen Gesellschaft sagen? Ich bin mir sicher, er würde ihre Scheinheiligkeit anprangern, den oberflächlichen Konsum, welcher durch die digitale Revolution nur noch schlimmer geworden ist, immer noch in Frage stellen und mit zynischer Freude auf die angeblichen Probleme der „besorgten Bürger“ eingehen. Man muss Bill Hicks nicht mögen, seine Auftritte waren immer von Vulgarität und Obszönität geprägt. Wer aber erkennt, was hinter diesen drastischen Metaphern sticht und wie gut dieser äußerst belesene Mensch die Gesellschaft seiner Zeit analysiert hat, wird sich womöglich sogar daran erfreuen von Hicks zurück auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden. Seine Shows „Sane Man” und „Revelations” sind inzwischen auf Netflix zu sehen und sind defintiv wert, (wieder-)entdeckt zu werden. Definitiv nichts für den „braven Bürger” dem seine heile Welt wichtig ist, aber eine Offenbarung für jeden der über den Schein der Gesellschaft hinaus blicken möchte.

 
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Verfasst von - 30. Oktober 2016 in Gemischtes, Politik

 

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