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Transitgeflüster

Transitgeflüster

Unterwegs. Es sprechen zwei vom selben Schlag.

Herr V: Ich hatte es dir gesagt.

Herr W: Ich glaube immer noch nicht, dass du Recht hast.

Herr V: Deine Ablehnung dieser Realität ist fast schon beeindruckend.

Herr W: Ich lehne nichts ab. Ich interpretiere was ich sehe bloß anders als du.

Herr V: Es wäre einfacher, wenn du endlich auf mich hören würdest. Haben sie dich nicht alle in eine Sackgasse geführt? Alle außer mir.

Herr W: Nein. Sie sind alle noch da. Niemand hat mich gänzlich verlassen, wie du es damals vorausgesagt hast.

Herr V: Aber die Leere, du spürst sie doch auch? Du musst sie spüren.

Herr W: Natürlich fühle ich die Leere. Sie breitet sich aus und scheint immer nur größer und unergründlicher zu werden.

Herr V: Es ist die Leere der menschlichen Existenz. Entstanden und genährt durch die ewige Einsamkeit des Individuums. Sie umgreift jeden einzelnen Menschen, doch wer sie erkennt, tut sich keinen Gefallen. Sie hat die Tendenz aggressiver zu werden, wenn sie erkannt wird.

Herr W: Spürst du sie in der gleichen Art wie ich?

Herr V: Wie soll ich? Ich fühle die Leere in Beziehung zu deinen Reaktionen. Du weißt genau, dass ich selbst kein Verständnis aufbauen kann. Unsere Erfahrungen sind miteinander verknüpft.

Herr W: Du bist eine erweiterte Existenz.

Herr V: Ich fühle den Widerstand. Unsere Existenzen in dieser Realität sind eher unterschiedlicher Art. Doch keiner von uns ist eigenständig.

Herr W: Deshalb versuchst du immer wieder Einfluss zu nehmen.

Herr V: Genau. Ich habe ein Interesse daran, dass wir unsere Reise durch diese Realität fortsetzen. Ich durste nach Erfahrungen.

Herr W: Ich habe nicht vor, unsere Reise zu beenden. Ich mag diese Realität auch. Aber mir gefällt deine Art nicht.

Herr V: Sie verspricht uns meiner Meinung nach am meisten Erfolg. Wir müssen unseren Vorteil gegenüber der Leere nutzen. Die menschliche Einsamkeit kann uns nämlich nicht absorbieren. Wir sind allein mit uns selbst.

Herr W: Wir brauchen die Andern. Ich jedenfalls brauche sie, ich weiß das jetzt.

Herr V: Ich verstehe deine Motivation nicht.

Herr W: Das ist genau mein Punkt. Es gibt nichts zu verstehen. Der Ausgang aus der Leere des Individuums befindet sich in der Selbstlosigkeit. Indem wir aus den Ketten unseres Egoismus ausbrechen, stellen wir die ursprüngliche Union aller Existenz in einem begrenzten Rahmen wieder her. Wir beide erleben vielleicht die gleichen Erfahrungen, mir scheint es jedoch, dass wir komplett unterschiedliche Schlüsse aus ihnen ziehen.

Herr V: Du warst immer schon fasziniert von der Liebe.

Herr W: Du unterschätzt ihre Macht immer noch.

Herr V: Wir brauchen neue Erfahrungen.

Herr W: Sie werden kommen.

copyright 2018 tom weber

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Verfasst von - 11. März 2018 in Literatur

 

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Patrie

Un concept, une idée

Qui n’obtient sa forme matérielle

Que par les lettres

Qu’on lui a assignées.

Mais hors du récipient linguistique

Des concepts abstraits,

Elle s’habille dans toutes les couleurs

Qui naissent et qui meurent

Selon le spectateur.

Nos fragments de conceptions

Se lancent dans une danse fragile

Avec les lettres qui leur donnent

Une forme solide et durable,

Une signification objective

Pour des perceptions subjectives.

Ainsi le sourire des personnes aimées,

Les paysages et les voyages admirés,

Nos angoisses et nos désirs,

L’ensemble entier de nos souvenirs

Sont libérés de leur existence

Dispersée dans nos esprits

Et réunis sous un seul nom : Patrie.

 

Mais si les fragments sont unis

Par des forces d’autrui

Et prennent une dimension collective,

Le jeu des couleurs

Ne s’adapte plus au spectateur,

Mais rejoint la palette définie

De drapeaux et de nationalités

Et les lignes des frontières dessinées.

La danse fragile des fragments

Gagne désormais en solidité

Et suit le rythme ordonné

Par la volonté d’une identité prétendue.

Cependant elle ignore la litanie

De ses victimes muettes,

Jouant les notes les plus faibles

Dans un concert qui réunit

Toute la joie et le bonheur,

Toute la misère et l’horreur

Qui peuvent être provoqués

Par une idée,

Formée de six lettres : Patrie.

 

Copyright Sophie Modert 2018

 

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English is cool, right? #07

English is cool, right? #07

I dedicate this poem to every person suffering from depression and especially to close friends of mine going through these difficult times.

We cannot simply take this illness out of your souls, but what we can do is be there for you no matter what. Know that you are not alone and are loved for the person you are.

 
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Verfasst von - 18. Februar 2018 in english poetry, Literatur

 

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Promenade de nuit

La nuit est sombre,

mais par un regard tendre

elle remplit mon esprit

d`une douce mélancolie.



La lune jette ses rayons

et je me sens emportée

par une profonde passion

pour le goût de la liberté.



Le monde se retire

et je me donne aux rêves

que la lune m`inspire.



Peu à peu je m`enfuis,

un sourire sur les lèvres

et je disparais dans la nuit.


Copyright Sophie Modert 2015

Promenade de nuit
 
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Verfasst von - 13. Februar 2018 in poèmes français

 

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Venezianischer Sonnenaufgang

Venezianischer Sonnenaufgang

„Langsam steigt die aufgehende Sonne empor, ganz als ob sie nach der dunklen Nacht wieder ihren rechtmäßigen Platz im azurnen Himmelszelt einnehmen wolle, und taucht die impressionistische Morgenlandschaft Venedigs in ein blutrotes Licht.“

Zitat aus „Charons Barke“

Zur Feier der baldigen Veröffentlichung von Toms Novelle „Charons Barke“, möchte ich heute ein Gedicht mit euch teilen, das ich während einer Venedigreise geschrieben habe, die maßgeblich zur Inspiration dieser Novelle beigetrgagen hat. Der Sonnenaufgang, der das Cover der Novelle ziert, nimmt einen besonderen Platz in dieser Reise ein und somit erscheint er mir als passender Beitrag, um das Erscheinen von Toms erster Novelle zu zelebrieren.

 

Venezianischer Sonnenaufgang

 

Von blau ein blasser Hauch,

noch in fahle Farbe getaucht,

dies sind der Bühne Kulissen,

von einem roten Vorhang umrissen.




Ein silberner Schleier von Schlaf

hält die Stadt noch umarmt

und ein kleines Publikum allein

kostet des Morgen süßen Wein.




Einzelne Strahlen schickt sie voraus,

die durch des Vorhang weiße Falten

Zutritt zur weiten Welt erhalten,

doch zögert sie ihren Auftritt hinaus.




Immer kräftiger werden die Farben

als der Vorhang sich zieht zurück

und das stille Bild das sie malen,

ist in morgendliche Schönheit gerückt.




Als die Sonne feierlich die Bühne betritt

wird ein schwankendes Orchester ihr gewährt

durch der Gondeln plätscherndes Konzert

und von Säulen empfangen ihr Auftritt.




Noch ist die Bühne des Himmels Eigentum,

doch als die Stadt aus dem Schlaf erwacht,

wird das Schauspiel des Lebens neu entfacht.

Die Bühne gehört nun dem Publikum.

 

Sophie Modert 2016

 

 

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English is cool, right ? #06

English is cool, right ? #06

 
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Verfasst von - 28. Januar 2018 in english poetry

 

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Sonntagslyrik #22

Sonntagslyrik #22

Starten wir doch ganz gemütlich in das lyrische Jahr 2018, mit einem unverfänglichen Thema… oh, ich weiß: Kapitalismuskritik !

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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