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Fragments

Teardrops

Made of ink,

Born from an ocean,

 

Are falling

 

To the ground,

Covered in sheets

Of white paper.

 

Each sheet

Catches a different drop,

 

Witnesses

That are yet

 

Too fragile

To drown you,

 

Too solid

To be forgotten,

 

Waves that are

Not strong enough

To reach the shore.

 

So the sheets

Keep dancing like leaves

In the wind,

Waiting for the rain

To come.

 

Copyright Sophie Aduial 2017

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mots contre maux #7

cassé

floue
la vision

m’abandonne
lentement
quel horreur

quelle liberté
je ne vois rien

un sens en moins
enfin
rien à voir
mais
plus à observer
à présent

les hommes

se définissent
par leur voix
si seulement

j’étais sourd
si seulement

j’étais muet
je veux connaître

les gens
sans les voir

sans les entendre

sans devoir répondre
«mais qu’est-ce qui reste ?»
tu me dis
ben, c’est évident, non ?
les gens
mais
comme ils sont vraiment

Copyright 2017 Tom Weber

 
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Verfasst von - 17. September 2017 in poèmes français

 

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Emotions

Dans la collaboration

artistique de l`humanité,

ma vie, un poème,

écrit en rimes, rythmé

selon ma pensée

agitée et troublée.

Je veux la lancer au vent,

ne plus chuchoter,

enfin crier,

colorer ma voix,

un moment de liberté

dans le défilé

des vers ratés,

mais déjà, ma raison me rattrape

et le vent m`échappe,

dans mon reflet,

tout ce que je vois,

une silhouette muette.

 

Copyright Sophie Aduial 2017

 
 

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Absinth: Wahrheit und Mythos

Absinth: Wahrheit und Mythos

Neben der Literatur beschäftige ich mich leidenschaftlich gerne mit Spirituosen. Als Nachkomme einer Winzerfamilie bekam ich die Liebe zum Wein praktisch in die Wiege gelegt und über den Wein bin ich mit den Jahren nach und nach zu den unterschiedlichsten „Flaschengeistern” gekommen. Wer schon einmal eine Lesung von mir besucht hat oder mit mir ein persönliches Gespräch geführt hat weiß, dass ich auch gerne mal den Vergleich zwischen Lyrik und Distillation bemühe.
Üblicherweise ist der Whisk(e)y mein größtes Interessenfeld, doch heute möchte ich über ein anderes Getränk sprechen. Kaum eine Spirituose ist so vielen Vorurteilen ausgesetzt und kaum eine wurde wohl so lange so hartnäckig bekämpft wie die grüne Fee: Absinth ! 

Doch was ist Absinth wirklich und was sollte man wissen bevor man zur Flasche greift ?

I. Was ist Absinth ?

Absinth ist eine Spirituose die generell aus Anis, Wermut, Fenchel und je nach Rezept noch weiteren Kräutern hergestellt wird. Der genaue Ursprung dieser Spirituose ist heute schwierig festzustellen, meistens wird aber das damalige schweizer Val de Travers im 18. Jahrhundert als Ursprungsort der grünen Fee genannt. Der Alkoholgehalt dieses Getränks liegt üblicherweise zwischen 45 und 85 Volumenprozent.

II. Warum ist Absinth umstritten ?

Absinth erfreute sich besonders im Frankreich des 19. Jahrhunderts einer ungeheuren Beliebtheit. Das Getränk war den Franzosen so lieb, dass es sogar als das „Nationalgetränk der Franzosen” bezeichnet wurde. Die Winzer, die gerade aus einer für die Industrie fast fatalen Krisenzeit kamen, waren darüber natürlich nicht besonders erfreut. Durch hartnäckige Lobbyarbeit und einer ironischen Kollaboration mit den Vereinigungen der Alkoholsgegner (Höhepunkt: eine Demonstration mit ~ 4000 Teilnehmern im Jahr 1907 unter dem Slogan „Tous pour le vin, contre l’absinthe“ (Alle für den Wein, gegen den Absinth) erreichten sie schließlich, dass Absinth 1914 in Frankreich verboten wurde. Das bis dato Heimatland des Absinths ließ sich damit vergleichsweise noch Zeit, die Schweiz hatte die Spirituose beispielsweise schon 1910, Belgien sogar bereits 1905 verboten.

Neben den Interessen der Weinlobby wurden auch erhebliche gesundheitliche Risiken mit dem Genuss von Absinth als Gründe bemüht: die Spitituose mache „kriminell”, „animalisch”, ja sie sei praktisch „Gift”. Plakate mit einem Totenkopf als Etikett auf einer Absinthflasche verbreiteten sich ganz besonders während dieser Debatten. Das Absinthverbot hielt sich lange in vielen unterschiedlichen Ländern. Bis wissenschaftliche Studien schließlich eine nach der anderen mit den Vorurteilen aufräumten. In der Schweiz fiel das Verbot 1999, in den USA 2007 und schließlich auch 2011 in Frankreich.

Um es also auch hier noch einmal klarzustellen: 

Nein, Absinth löst keine Halluzinationen aus !

Dies ist wohl eines der verbreitesten Vorurteile gegenüber dieser Spirituose. Dieser Irrglaube basiert auf einer einzigen Theorie von 1975, die davon ausging, dass das Tuhjon, welches man in Absinth findet, molekulare Ähnlichkeit mit oder eine gleichgelagerte Wirkungsweise wie THC (Hauptwirkstoff des Cannabis) aufweist. Dies ist aber bereits 1999 durch eine Studie von Meshler und Howlett widerlegt worden (die sie auch gerne selbst nachlesen können: Pharmacology, Biochemistry and Behavior, Jahrgang 62, Nr. 3).

Absinth ist nicht ungefährlich, klar. Aber nicht gefährlicher als Wein, Bier, Whisk(e)y, Cognac, Vodka oder sonstige alkoholische Getränke. In Maßen genossen braucht allerdings niemand Angst vor dem Konsum zu haben.

III. Wie wird Absinth getrunken ?

Auf gar keinen Fall unverdünnt !!

Absinth ist im Prinzip ein Apéritif. Wer jemals in Südfrankreich war, kennt das Basisritual eventuell bereits vom Pastis: dieser Apéritif wurde nach dem Absinthverbot nämlich als dessen „Ersatz” eingeführt und wird, genau wie Absinth, mit Wasser verdünnt. Es gibt allerdings Unterschiede.

Absinth ist noch wesentlich delikater als Pastis. Beim Vermischen mit Wasser tritt ein opalisierender Effekt auf, den man als Louche-Effekt bezeichnet. Das langsame, milchige Vertrüben der Flüssigkeit nennt man trouble und es gehört zum Genuss der grünen Fee dazu. Deshalb gießt man nicht einfach Wasser in seinen Absinth, sondern man benutzt verschiedene Hilfsinstrumente. Im Folgenden einige Anleitungen zu den gängigsten Ritualen (mit Links zu Videos !)

1. Das klassische Ritual (Video)

Für alle die es old school mögen


Hierfür braucht ihr:

2 bis 4 cl Absinth

1 X Absinthglas

1 X Absinthlöffel

1 X Karaffe gefühlt mit (kaltem!) Wasser

1 X Würfelzucker

Legt euren Absinthlöffel auf das Glas. Auf dem Löffel platziert ihr einen Zuckerwürfel. Dann schüttet euren Absinth über den Würfel in das Glas. Nun lasst ihr langsam das kalte Wasser über den Würfel laufen bis er sich aufgelöst hat. Einmal mit dem Löffel umrühren und dann genießen.

2. Ritual mit einem Tropfer (brouille) (Video)

Ideal wenn man alleine oder mit einem Partner Absinth unkompliziert genießen möchte.


Hierfür braucht ihr:

2 bis 4 cl Absinth

1 X Absinthglas

1 X Tropfer

1 X Karaffe gefühlt mit (kaltem!) Wasser

Eiswürfel

1 X Würfelzucker (optional)

Füllt den Absinth in euer Glas. Legt den Tropfer auf euer Glas auf und füllt ihn mit Eiswürfel und optional mit einem Stück Zucker. Gießt ein wenig Wasser hinzu und wartet ab.

3. Ritual mit einer Fontäne (Video)

Ideal für mehrere Personen.


Hierfür braucht ihr:

2 bis 4 cl Absinth

1 X Absinthglas

1 X Absinthlöffel (wenn Zucker benutzt wird)

1 X Fontäne (gefüllt mit kaltem Wasser, sm Besten mit Eiswürfeln)

1 X Würfelzucker (optional)

Gefülltes Absinthglas unter einen Hahn der Fontäne stellen. Falls ihr Zucker zu eurem Absinth hinzugeben wollt, dann Absinthlöffel auflegen und einen Würfel darauf platzieren. Dreht den Hahn auf, je langsamer ihr das Wasser fließen lasst desto besser (einzelne Tropfen sind empfohlen).

4. Ritual mit einer Absinthpfeife (Video)

Die neue und sehr ästhetische Art Absinth zu genießen. Wunderschöner Louche-Effekt !


Hierfür braucht ihr:

2 bis 4 cl Absinth

1 X Absinthpfeife

Kaltes Wasser

Eiswürfel

1 X Würfelzucker (optional)

Absinth in die Pfeife füllen. Falls gewünscht, dann jetzt Würfelzucker in die zweite Blase legen. Eis in die dritte Balse, dann Wasser in die Pfeife gießen. Nicht bis zum Rand fühlen, sonst könnte die Pfeife überlaufen. Bewundert das Schauspiel und dann unbedingt in den Glashalm blasen bevor ihr trinkt, sonst trinkt ihr puren Absinth !!

5. Das tscheschiche Feuerritual (nicht empfohlen!) (Video)

Ein Marketingtrick der den Geschmack eures Absinths ruinieren wird und meistens eine riesen Schweinerei bedeutet.

 

Falls ihr es trotzdem probieren wollt:

2 bis 4 cl Absinth

1 X Absinthglas

1 X Absinthlöffel

1 X Karaffe mit Wasser

1 X Würfelzucker

Streichhölzer oder Feuerzeug

Macht alles genauso wie beim klassischen Ritual, dieses Mal zündet ihr allerdings den Würfelzucker an nachdem ihr ihn mit Absinth übergossen habt (nach dem Prinzip Feuerzangenbowle). Sobald der karamellisierte Zucker vom Löffel getropft ist, schüttet ihr das Wasser über euer Gläschen Elend.

Dieses Ritual ist nicht zu empfehlen !!!

IV. Wo kriege ich guten Absinth her ?

Die Fachgeschäfte für Absinth häufen sich immer mehr. Zwei meiner persönlichen Lieblingsstores sind ALANDIA (http://www.alandia.de/) und die Absinthe von Rue Verte (https://www.absinthes.com/de/index.php).

Bei diesen Onlinestores könnt ihr euch auch das nötige Zubehör bestellen !

Trotz seines Spitznamens ist Absinth übrigens nicht immer grün. Es gibt in auch in rot, blau oder klar. Letzlich entscheidend ist sowieso der Geschmack und der ist, wie so vieles, subjektiv !

Ich hoffe dieser Beitrag hat euch vielleicht einige neue Informationen vermittelt und euch bestenfalls sogar Lust gemacht, die spannende Welt des Absinths gemeinsam mit vielen anderen Enthusiasten zu entdecken. Trinkt verantwortungsbewusst und genießt das Produkt langer und harter Arbeit seitens der Brennereien !

 
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Verfasst von - 3. September 2017 in Gemischtes

 

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Throwback to Benin

Throwback to Benin

Es wird Zeit etwas loszuwerden. Jetzt sind es fast 9 Monate her, dass ich aus Benin zurück bin, in 2 Wochen ist es ein Jahr her, dass ich mich in den Flieger dorthin gesetzt habe. Doch dieses Land und meine Zeit dort lassen mich einfach nicht los, es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht daran denke. Sicherlich mischt sich inzwischen auch die verklärende Nostalgie mit hinein, doch immer wieder holt mich die Sehnsucht nach Benin, nach Afrika ein. So viele Gedanken habe ich mir seit meiner Rückkehr gemacht und ich glaube, es wird Zeit mir diese von der Seele zu schreiben und ein großes Resumé meiner Reise zu schreiben.

Es wäre eine Lüge, zu behaupten, dass es keinen Moment in Benin gab in dem ich unzufrieden war oder mir das Ende meines Volontariats herbeiwünschte. Die Momente des Frusts und anfangs auch der Verzweiflung waren genauso häufig, wie die Momente der Zufriedenheit und der Freude, doch wohl genau das hat meine Zeit in Benin zu dieser großen Erfahrung gemacht, denn wie heißt es so schön, der Mensch wächst mit seinen Herausforderungen. Ich hatte mir im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht und ich war sehr nervös, doch insgeheim hatte ich gehofft, dass nach einer kurzen Eingewöhnungszeit alles gut werden würde und ich einfach nur eine tolle Zeit haben würde. In einer gewissen Weise hat sich diese Hoffnung auch erfüllt, jedoch anders als ich es mir erwartet hatte.

Da stand ich nun, mit knapp 19 Jahren, das Abitur frisch in der Tasche, noch nie allein gelebt und weit weniger von der Welt außerhalb Europas gesehen, als ich es mir gewünscht hätte, um nicht zu sagen, gar nichts. Kurz nach meiner Ankunft durfte ich jedoch feststellen, dass ich nun auf mich allein gestellt sein würde. Ich wusste, dass es ein eigenes Haus für die Freiwilligen gab, doch in Luxemburg wurde mir das so erklärt, dass dieses Haus in das Zentrum integriert wäre und nicht eine halbe Stunde zu Fuß davon entfernt. Ein paar Tage nach meiner Ankunft saß ich also alleine in diesem Haus in einer mir komplett fremden Kultur die ich nicht verstand, auf der Arbeit gab es nichts für mich zu tun und ich begann, den Sinn meines Volontariats stark zu hinterfragen und mich wie in einem goldenen Käfig zu fühlen. Ich liebe es, draußen zu sein, doch da ich ständig angestarrt wurde und hinterhergerufen bekam, hatte ich auch bald keine großartige Lust mehr, viel vor die Tür zu gehen und mir wurde bewusst, was für ein Luxus es eigentlich ist, ungestört und anonym auf die Straße gehen zu können. Meine Tage beschränkten sich also größtenteils darauf, allein in meinem Zimmer zu sitzen und mir das Ende der 6 Monate herbeizuwünschen. Dazu muss man wissen, dass ich in einer fünfköpfigen Familie aufgewachsen bin. Ich brauche den Trubel und die Menschen um mich herum und diese Einsamkeit brachte mich fast zur Verzweiflung. Doch in diesem Moment fand ich Trost in einem Buch, genauer gesagt in Hermann Hesses Siddharta. Darin schildert er die Geschichte des jungen Siddharta, der auszieht um seine eigenen Erfahrungen zu sammeln und seinen eigenen Sinn des Lebens zu suchen. Ich glaube, ich hätte kein passenderes Buch lesen können in diesem Moment, denn mir wurde klar, dass es mir genau darum ging: Meine eigenen Erfahrungen zu machen und mir selbst zu beweisen, dass ich das hinbekommen würde.

Nach 2 Wochen kam dann auch ein anderer Freiwilliger aus den Niederlanden und ab diesem Moment begannen sich die Dinge zum Positiven zu ändern. Es tat mir unglaublich gut, nicht mehr allein zu sein und jemanden zu haben, der mich verstand. Zudem war nun im Zentrum, in dem ich arbeitete, Schulbeginn und somit ging auch meine Arbeit los. Am Anfang gestaltete sich diese jedoch anders als erwartet. Ich sollte als Unterstützung in der Vorschule arbeiten und teilweise auch mit den Kindern die im örtlichen Krankenhaus waren. Viele der Kinder waren jedoch noch nie in der Schule gewesen und weinten die ersten Tage ununterbrochen. Die Lehrerinnen taten nicht viel, die Kinder würden sich ja bald daran gewöhnen und mir waren aufgrund meiner mangelnden Sprachkenntnisse die Hände gebunden. Zudem hatten manche Kinder Angst vor mir, da viele von ihnen noch nie eine Weiße gesehen hatten. Ich verbrachte also die ersten Tage mit 25 ununterbrochen weinenden Kindern in einem Raum und konnte nichts dagegen tun. Nicht unbedingt das, wie ich mir meine Zeit vorgestellt hatte.

Doch auch dies wurde mit der Zeit besser und die Kinder begannen, mich mehr und mehr zu mögen. Die Arbeit mit ihnen zeigte mir, dass sprachliche Grenzen kein Hindernis zwischen Menschen sein müssen, da, obwohl die Kinder kein Französisch sprachen und ich kein Fon, wir sehr viel Spaß miteinander hatten. Und auch von den Eltern, die der Weißen am Anfang eher Misstrauen entgegen gebracht hatten, wurde ich mehr und mehr akzeptiert, als sie sahen, wie sehr viele der Kinder an mir hingen. Ich fühlte mich wunderbar in das Zentrum integriert und es begann, eine Art Ersatzfamilie für mich zu werden. Hier war ich nicht die reiche Weiße, der Yowo (das bedeutet Weißer in Fon), niemand starrte mich an oder rief mir hinterher, hier war ich einfach nur Sophie, ein Mensch wie alle anderen auch, so wie ich eigentlich gerne von allen Menschen in Benin wahrgenommen worden wäre. Doch als Weißer wird einem meistens entweder Bewunderung oder Misstrauen entgegen gebracht, selten einfach nur Sympathie oder Antipathie. Viele sehen einen als überlegen und etwas Besseres an, denn wenn man in Europa lebt, kann man nur ein besserer Mensch sein, da man sich dies ja irgendwie verdient haben muss. Für viele ist Europa das Paradies auf Erden und je ärmer die Menschen werden, umso ausgeprägter wird dieses Bild. Zudem verschanzen sich die meisten Weißen in Benin hinter dicken Mauern und wenn sie das Haus verlassen, dann meistens nur in ihren Geländewagen, sehr selten sieht man sie einfach auf der Straße gehen oder auf einem Motorrad. Kein Wunder also, dass die Menschen glauben, jeder Weiße wäre reich und ihnen überlegen, bzw furchtbar arrogant, wenn dies alles ist, was sie zu sehen bekommen. Denn ich hatte den Eindruck, sobald ich in ein Taxi gestiegen bin und mich zusammen mit den Menschen zu 7 oder 8 in ein 20 Jahre altes Auto gezwängt habe oder in einer Sraßencafeteria gegessen habe, war ich akzeptiert, da ich den Menschen zeigte, dass ich sie und ihre Lebensart nicht als unter meiner Würde und unter meinem Standard ansah.Ich hätte auch nicht verstanden, warum ich anders hätte handeln sollen, ich bin ja schließlich nach Benin gegangen um die Menschen und das Land kennenzulernen und nicht um mir das alles nur aus einer Blase heraus anzusehen.

Ich muss jedoch gestehen, dass ich den materiellen Luxus auch oft vermisst habe. Zu Hause fällt es mir leicht, auf Sachen zu verzichten, doch sobald man dazu gezwungen ist, wird einem klar, wie sehr dieser Verzicht an eine freiwillige Basis gebunden ist. Ich begann, Sachen zu vermissen, die ich hier eigentlich gar nicht so oft konsumiere. So war ich zum Beispiel überglücklich, als ich in einem Supermarkt eine Tiefkühlpizza entdeckt habe und manchmal hätte ich den kalten Eimer Wasser, den ich mir jeden Morgen über den Kopf gekippt habe, auch gerne gegen eine heiße Dusche eingetauscht. . Hier weiß ich, dass ich die Möglichkeit habe, etwas zu kaufen, wenn ich es möchte und gerade deswegen fällt es mir leicht, es nicht zu kaufen. In Benin war das Gegenteil der Fall. Und wenn ich schon so reagiere, wie muss es erst den Menschen gehen, die ihr Leben lang in dieser Situation gelebt haben, vor allem in Bezug auf Europa? Dies war jedoch bei weitem nicht das, was mich am meisten gestört hat. Viel mehr habe ich meine Freiheit vermisst, zum Beispiel die Möglichkeit, alleine abends vor die Tür zu gehen und allgemein einfach mal irgendwo hinzugehen ohne mir Gedanken um meine Sicherheit zu machen. Noch etwas, dessen wir uns gar nicht bewusst sind in Europa, vor allem in Westeuropa, welch hohe Sicherheit wir genießen. Zudem litten wir sehr oft unter Stromausfall, was doch mit der Zeit sehr frustrierend wurde, da man komplett von der Außenwelt, also von Zuhause abgeschnitten wurde. Ich weiß nicht, wie oft wir die Situation hatten, dass wir mit jemandem skypen wollten und zack, war der Strom weg. Manchmal nur für 10 Minuten, oft jedoch länger und man konnte nie vorhersagen, wann und ob es passieren würde. Wenn dann auch noch die Batterien der Taschenlampe leer waren, saß man ganz schön blöd da und in solchen Nächten war an Schlaf nicht zu denken, da dann auch die Klimaanlage streikte. Teilweise hatten wir auch für längere Zeit kein Wasser, wie ich an anderer Stelle auf dem Blog berichtet habe.

Leider war ich auch viel krank. Ich litt oft unter Durchfall, gut das hatte ich mir erwartet, doch etwas nervig war es schon. Zudem war ich oft erkältet und eine tropische Erkältung ist etwas anderes als eine Erkältung bei uns, auch wenn ich mir das nicht träumen lassen hätte. Ich hatte während mehreren Wochen zum Beispiel einen Husten, der sich angehört hat, als ob ich im Sterben liegen würde und der einfach nicht abklingen wollte, auch wenn ich ein, zwei Tage zu Hause blieb. Allgemein waren diese Erkältungen relativ anstrengend und teilweise eine Strapaze, eines Abends war ich zum Beispiel so erschöpft, dass ich fast umgekippt bin.

Und doch, trotz all dieser Probleme begann ich mich mehr und mehr in Benin zu Hause zu fühlen. Ich hatte mich mit vielen Menschen angefreundet und Stan und ich hatten noch eine dritte Freiwillige im Dorf kennengelernt, mit der wir öfter das Wochenende verbrachten. Es machte mir Freude, mich in dieser so anderen Welt zu bewegen und ein bisschen erfüllte es mich auch mit Stolz, dass ich mich integriert hatte und zurechtkam. Ich hatte meinen Platz in dieser Welt gefunden und Allada fühlte sich so langsam wie ein Zuhause an und die Menschen um mich herum wie eine Familie.

Bis dann die Nachricht kam, dass ich nach Hause müsste, aufgrund von Differenzen mit der Organisation. Dies ist eine lange Geschichte, auf die ich jetzt hier nicht eingehen werde, da es viel zu lange dauern würde, doch die Nachricht kam ohne Vorwarnung und gestaltete sich als absoluter Schock. Ich konnte es nicht glauben, gerade hatte ich meinen Platz gefunden und nun sollte das alles vorbei sein. Eine Woche blieb mir, um mich zu verabschieden. Eine Woche die, wenngleich sie sich sehr intensiv gestaltete, einfach nicht ausreichte, um Abschied zu nehmen. Immerhin hatte ich geglaubt, dass ich noch 3 Monate bleiben sollte. Und so kam ich mit dem Gefühl nach Hause, meine Zeit nicht richtig abgeschlossen zu haben. 3 Monate, die fehlen und die ich nie zurückbekommen werde. 3 Monate, die ich nicht mit diesen lieb gewonnenen Menschen, von denen ich einige wohl nie wiedersehen werde, verbringen konnte. 3 Monate, die für immer einen faden Beigeschmack hinterlassen werden. Wahrscheinlich ist auch deswegen meine Verbundenheit zu Benin so groß, da ich gegen meinen Willen nach Hause gekommen bin und es sich einfach nicht richtig anfühlte. Ich weiß, ich überdramatisiere, doch es fühlt sich an, als ob ich aus diesem Land gerissen worden sei und so wird wohl immer das Gefühl bleiben, etwas verpasst zu haben.

Trotzdem würde ich diese Entscheidung gleich wieder treffen. Benin war zwar nicht die beste Erfahrung meines Lebens, doch sicherlich die größte und wichtigste. Ich habe so unglaublich viel gelernt, über mich selbst, über das Leben, über die Menschen, über die Welt… Ich habe einen Einblick hinter die Stereotypen erhalten und ich weiß nun, dass Afrika, oder zumindest Benin, wenngleich auch viele Klischees zutreffen, mehr als nur Armut und Hunger ist. Es ist eine eigene, für uns manchmal schwer verständliche Kultur, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und die auf eine lange Geschichte und Zivilisation zurückblicken kann. Doch die größte und wichtigste Lektion die ich mitnehme, ist diese: Egal wo man ist auf der Welt, egal welchen Status man hat, das Wichtigste ist, dass man von Menschen umgeben ist, die einem wichtig sind und die einem das Gefühl vermitteln, dass man ihnen ebenfalls etwas bedeutet. Denn es waren diese Menschen, die meine Zeit in Benin zum Positiven verändert haben und mir immer wieder Freude gegeben haben. Ohne sie hätten sich die ersten zwei Wochen zu mehreren Monaten ausgedehnt und ich wäre glücklich gewesen, früher nach Hause zu kommen.

Jedoch hat mich diese Erfahrung auch kritischer der klassischen Entwicklungshilfe gegenüber werden lassen, da ich ihre Mängel mit eigenen Augen gesehen habe. Ich will mich zwar stärker in diesem Bereich engagieren, doch sie kann keine endgültige Lösung sein, denn so werden es immer die reichen Weißen bleiben, die den armen Afrikanern (ich möchte die Entwicklungshilfe hier keinesfalls auf Afrika reduzieren, sondern eben über die spezifische Situation dieses Kontinents schreiben) helfen kommen, ohne dass diese je die Chance haben werden, ihre Probleme eigenmächtig zu lösen. Wir brauchen die Entwicklungshilfe als Übergangslösung, doch langfristig kann eine Veränderung nur auf politischem Niveau und mit einer Verbesserung der Handelsbeziehungen herbeigeführt werden. Natürlich spielen auch der Krieg und die Korruption eine Rolle, doch diese werden oft auch durch die herrschende Armut herbeigeführt. Diese Länder brauchen die Chance, auf eigenen Füßen zu stehen, sonst wird sich an der derzeitigen Situation nie wirklich etwas ändern.

Alles in allem also eine sehr lehrreiche Erfahrung und auch wenn ich mich wohl für den Rest meines Lebens fragen werde, wie die restlichen 3 Monate ausgesehen hätte, möchte ich sie auf keinen Fall missen. Wahrscheinlich habe ich hier noch sehr viel vergessen zu sagen, doch es ist unmöglich einfach alles in Worte zu fassen. Deswegen möchte ich jenen danken, die den langen Beitrag zu Ende gelesen haben und wenn ihr mehr über meine Zeit in Benin wissen wollt, könnt ihr  auch  meine anderen Beiträge auf dem Blog lesen.

Ohuengbi,

Sophie

 
6 Kommentare

Verfasst von - 30. August 2017 in Freiwilligendienst in Afrika, Reisen

 

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mots contre maux #6

Pazzie per forza !

 
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Verfasst von - 27. August 2017 in poèmes français

 

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mots contre maux #5

Ce sont des fleurs, oui, mais le poète il cherche ses Fleurs du Mal

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 20. August 2017 in poèmes français

 

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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