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Milan Babić – Geschichte eines Künstlers

Milan Babić – Geschichte eines Künstlers

Was genau mich an diesem 18. Dezember in das Atelier von Milan Babić getrieben hat weiß ich nicht mehr. Es gibt keinen wirklichen Grund für mich hier zu sein. Nun gut, es gibt den Vorwand den ich mir ausgedacht habe, dass ich ihm an diesem vierten Advent ein Geschenk bringen wollte, so wie man das als guter Nachbar macht. Aber nun, da ich vor seiner Tür stehe, fällt mir mehr und mehr die Schwäche dieses Argumentes auf. Milan Babić wohnte bereits hier als ich vor einem Jahr hierhergezogen bin, aber zu mehr als ein paar höflichen Begrüßungen über den Gartenzaun hat es in dem ganzen vergangenen Jahr irgendwie nie gereicht. Insofern habe ich bisher auch nur recht wenig über meinen Nachbarn gewusst, alles was ich wusste war, dass er ein Künstler ist und größtenteils zurückgezogen in seinem Atelier lebt. Damit war für mich eigentlich schon alles gesagt, Künstler habe ich nie wirklich verstanden, mit ihren seltsamen Verhaltensweisen und dem Hang zum Geheimnisvollen. Im Gegensatz zu so vielen anderen Dorfbewohnern bin ich Milan Babić auch nie über den Weg gelaufen, weder beim Einkaufen, noch im Gottesdienst, noch an der Theke in der Dorfkneipe. Trotz dieses isolierten Lebens genießt er allerdings hohes Ansehen bei den anderen Dorfbewohnern, jedenfalls waren sie alle immer nur voll des Lobes, wenn ich mich nach meinem mysteriösen Nachbarn erkundigt habe. Doch das alles erklärt nun immer noch nicht, warum ich jetzt mit einer Schüssel Plätzchen vor seiner Haustür stehe. Ich sagte anfangs, dass ich nicht genau wüsste, was mich hierher verschlagen hat. Nun, das stimmt nur zum Teil, tatsächlich ist es sogar komplett gelogen. Eigentlich weiß ich noch ganz genau was es war, das in mir den Drang ausgelöst hat, diesen Mann kennenzulernen.

Es muss vor einigen Tagen gewesen sein, als ich mich im Rathaus befand, aufgrund irgendeines irrelevanten bürokratischen Details. Wie so oft war ich nicht der einzige dort und so wurde ich gebeten erst einmal zu warten. Im dafür vorgesehen Raum, wollte ich mich eigentlich gleich der Lektüre des Sportteils widmen, als mein Blick auf einmal abgelenkt wurde. Vor mir hing ein Gemälde welches eine auf den ersten Blick belanglose Szene darstellte, nämlich eine Menschenmenge in einem Park, die sich allerlei Aktivitäten hingab. Was aber meine Aufmerksamkeit erregte, war eigentlich ein winziges Detail: leicht zu übersehen, im Hintergrund der Szenerie konnte man ein Mädchen sehen. Es stand auf einem Balkon und schien das Getümmel der Massen unter seinem Wohnblock zu beobachten, doch mir war es, als ob sein Blick in Wirklichkeit aus dem Bild heraus, zu mir in die Wirklichkeit blickte. Das Mädchen blickte mich an, ich bin mir heute absolut sicher. Dazu kam, dass das Mädchen unglaublich detailgetreu dargestellt war, obwohl es ja eigentlich gar nicht der Fokus des Bildes war. Genau weiß ich es nicht, was in diesem Moment mit mir passiert ist, aber es war etwas in der Art der Darstellung dieses Mädchens, das mich zutiefst beeindruckt und berührt hat. Ja, ich glaube man könnte sogar sagen, dass ich mich erinnert gefühlt habe. Jedenfalls war der Effekt dieses Bildes auf mich so groß, dass ich gleich nachgefragt habe, wer der Künstler sei. Man antwortete mir, mit leichter Verwunderung, dass ich es nicht bereits wüsste, dass es ein Gemälde des beliebten Dorfkünstlers Milan Babić sei, meines Nachbarn.

Nun stehe ich also hier, bereit und entschlossen, diesen Mann kennenzulernen. Ich klopfe an seine Tür, dreimal denn das scheint mir eine akzeptable Anzahl zu sein, und warte. Drinnen tut sich erst mal nichts, doch nach einigen Sekunden hört man schwere Schritte, die sich wie in großer Anstrengung zur Tür bewegen. Mit einem gequälten Knarren öffnet sich die schwere Holztür, fast so als ob sie sich das erste Mal seit vielen Jahren wieder einem Menschen öffnen würde. Ehe ich mich es versehe, steht er auch schon vor mir: Milan Babić. Obwohl er durch sein hohes Alter inzwischen etwas eingegangen ist, merkt man ihm an, dass er wohl in der Blüte seines Lebens ein relativ groß gewachsener Mann gewesen sein musste. Unter Haarausfall scheint er auch noch nicht zu leiden, denn seine schneeweißen Haare reichen ihm ohne Probleme bis zu seinem Hals. Nicht sonderlich gut gealtert ist jedoch sein Gesicht, es ist von tiefen Furchen durchzogen die sich wie Risse nach einem massiven Erdbeben durch die ergraute Landschaft seines Gesichts ziehen. Auf seiner Nase ruht bedächtig eine dicke Brille durch die, hinter einer dicken Glaswand gefangen, zwei dunkelgrüne Augen mich fragend, aber nicht abweisend, begutachten.

„Ähm, guten Tag Herr Babić! Mein Name ist Gustav Kaster, ich wohne im Haus neben Ihnen, vielleicht erinnern Sie sich, wir haben uns manchmal kurz begrüßt…“

Mein Gegenüber hat sich keinen Millimeter gerührt. Er scheint noch immer abzuwägen, was er von diesem unerwarteten Gast vor seiner Tür zu halten habe. Doch mit absoluter Sicherheit kann ich das nicht behaupten, es ist unmöglich seine Mimik zu deuten.

„Jedenfalls wollte ich Ihnen einen frohen vierten Advent wünschen.“

Ich halte ihm in der ungeschicktesten Art und Weise meine Schüssel mit Plätzchen vor die Nase. Ich würde es ihm nicht übelnehmen, wenn er einfach die Tür schließen würde. Aber plötzlich scheint sich etwas in ihm zu tun. Seine Gesichtszüge lockern auf, seine grünen Augen scheinen mir plötzlich heller zu sein und mit einer warmen, freundlichen Stimme lädt er mich zu sich ein:

„Das ist sehr nett von Ihnen, Herr Kaster. Kommen Sie doch rein, ich habe mir gerade Tee zubereitet.“

Im Fall von Milan Babić von einem Haus zu sprechen würde der Situation wohl nicht ganz gerecht werden. Bereits nach einigen Schritten wird mir klar, dass dieser Künstler praktisch mitten in seinem Atelier lebt. Die Wände hängen voll mit Bildern, von ihm aber auch die Stile einiger anderer Künstler sind darunter zu erkennen. Insgesamt vier Staffeleien zähle ich und an jeder befindet sich ein noch nicht fertig gestelltes Gemälde, er scheint wohl jemand zu sein der gerne an vielen Projekten gleichzeitig arbeitet. Während mein Blick über die fensterartigen Bilder streift, fällt mir immer wieder das Mädchen auf. Hier und da, subtil im Hintergrund, niemals im Zentrum der Aufmerksamkeit aber auf irgendeine Art und Weise doch der interessanteste Punkt eines jeden Gemäldes. Wir nehmen uns Platz an einem runden Holztisch, ungefähr in der Mitte des einen großen Raumes, aus dem Milan Babićs Haus besteht. Mein freundlicher Nachbar schüttet mir behutsam Tee in eine kleine, hellblaue Tasse.

„Nun Herr Kaster, dann sagen Sie mir doch jetzt warum Sie wirklich hier sind!“

Weder in seinem Tonfall, noch in seinem Gesichtsausdruck liegt auch nur der Hauch eines Vorwurfs und doch fühle ich mich überrumpelt von seiner Aufforderung. Der alte Künstler scheint es offensichtlich zu bemerken, da er gleich lachend hinzufügt:

„Ich bin vielleicht alt und ein allein lebender Künstler, aber ein ganz bisschen Verstand ist mir schon noch geblieben.“

Erleichtert, dass er mein kleines Täuschungsmanöver wohlwollend aufgelöst hat, berichte ich ihm von meiner indirekten ersten Begegnung mit ihm im Rathaus. Milan Babić hört mir aufmerksam zu und unterbricht den Blickkontakt dabei nicht einmal für eine einzige Sekunde. Er scheint jedes meiner Wörter auf eine innere Waagschale zu legen und abzuschätzen wie unser Verhältnis sich daraufhin entwickeln wird. Im Allgemeinen strahlt Babić eine große Ruhe aus, aber keine leere auf Passivität beruhende Stille, sondern eine fast spürbare, dauernd agierende Ruhe die einen fast schon etwas einschüchtert, wenn da nicht dieses warme, einladende Lächeln auf seinem Gesicht wäre, welches einem ein angenehmes Gefühl von Sicherheit vermittelt. Ich bin inzwischen mit meinem Bericht fertig und lasse meine Stimme langsam wieder sinken. Milan Babić schweigt erst einmal. Seine nun wieder tiefgrünen Augen liegen schwer in seinen vom Alter und wohl auch der Kunst gezeichneten Augenhöhlen. Während ich gesprochen habe, ist mir diese sehr subtile Veränderung bereits aufgefallen, fast so als ob es ihn auf eine resignierende Art anstrengen würde an seine Kunst zu denken. Er nimmt einen Schluck Tee zu sich, ohne irgendein Anzeichen einer nahenden Antwort zu vermitteln, steht langsam auf und bewegt sich behutsam zu einer der vier Staffeleien zu. Er hält inne und sagt schließlich komplett wertfrei:

„Sie interessieren sich also für meine Kunst Herr Kaster?“

Trotz seines Bemühens um Freundlichkeit merke ich, dass ich, wenn ich jetzt nicht handele, sein Vertrauen nie gewinnen könnte. Milan Babić, der Künstler: wie viele haben ihn wohl zu seiner Kunst angesprochen? Es ist an der Zeit komplett ehrlich zu sein:

„Eigentlich interessiert mich ein ganz bestimmter Teil Ihrer Kunst Herr Babić.“

Noch immer steht er mit dem Rücken zu mir gewendet, aber ich bemerke eine neugierige Anspannung in seinem Genick.

„Wer ist das junge Mädchen?“

Er hebt seinen Kopf, jetzt überhaupt nicht mehr behutsam, und wendet sich mir zu. Über den Raum hinweg blitzen die grünen Augen wieder auf und scheinen plötzlich wie wiederbelebt. Er nähert sich mir, schleichend und offensichtlich noch vorsichtig prüfend:

„Was meinen Sie damit Herr Kaster?“

Ich habe ihn zurückgewonnen.

„Das junge Mädchen welches in jedem Ihrer Gemälde zu finden ist.“

Während ich ausführe, gehe ich von einem Bild zum nächsten und zeige auf die Mädchenszenen.

„Nie im Zentrum, nie das Hauptmotiv, aber es ist in jedem Bild…“

Ich erreiche die vierte Staffelei, vor der Milan Babić gerade steht. Es ist noch nichts auf dieser Leinwand, außer dem Mädchen, auf einer Parkbank sitzend in die Lektüre eines Buchs mit violettem Einband vertieft.

„…und jedes Mal ist es das faszinierendste Element der ganzen Szenerie.“

Nun schweigen wir beide. Milan Babić lächelt noch immer. Jetzt allerdings, ist es ein Lächeln aus Dankbarkeit.

Wir setzen uns wieder an den kleinen Holztisch und nachdem ich uns Tee nachgegossen habe, fängt der Künstler an zu erzählen:

„Es ist nun schon viele Jahre, ach Jahrzehnte!, her. Damals in meiner Jugend als ich noch in Kroatien wohnte, lernte ich ein Mädchen kennen. Sie hieß Vitalia und war aus beruflichen Gründen in meiner Gegend. Wir kamen ziemlich schnell ins Gespräch und lernten uns langsam kennen. Sie war, wie ich, eine Kunstliebhaberin, ganz besonders mochte sie Gedichte. Wir verbrachten ganze Stunden von Tagen damit, über Kunst zu reden, auf eine Art wie ich es noch nie zuvor mit jemandem tun konnte. Doch durch die Kunst begannen wir auch immer mehr von uns zu reden. Sie müssen wissen, Herr Kaster, die Werke eines Künstlers offenbaren oft mehr über ihren Erschaffer als er es sich selbst bewusst ist, aber genauso verraten die Werke die wir selbst mögen auch eine ganze Menge über uns. Persönliche, sehr private Dinge, die sie gar nicht in einer anderen Art als die der Kunst ausdrücken können. Vitalia und ich, wir sprachen endlos lange über Kunst, unsere Kunst, und nach und nach machten wir uns dadurch einander natürlich auch immer verwundbarer. Aber es war ein wunderschönes Gefühl. Vitalia war der erste und einzige Mensch, der mich wirklich kennengelernt hat und sie war die Einzige die meine Seele sehen konnte. In vielerlei Hinsicht kannten wir uns wohl gegenseitig besser als wir uns selbst je kennen könnten. Ein halbes Jahr lang war ich glücklich. Wirklich glücklich, im Sinne von: ich spürte in meinem Herzen kein anderes Gefühl als das eines alles umfassenden Glücks und Vitalia war der Quell dieses wunderschönen Gefühls. Nach diesem halben Jahr aber, geschah es, dass sie gehen musste. Der Zufall war es, der uns bekannt machte, der Zufall war es, der uns einander entriss. Sie musste gehen, in ein anderes Land, ihre Arbeit ließ ein Bleiben nicht zu. Ich wollte ihr folgen, aber ich war der Älteste einer mehrköpfigen Familie und mein Vater war im letzten großen Krieg verstorben. Bei unserem Abschied hatte sie eine einzige Bitte an mich: vergessen. Sie vergessen und weitergehen. Sie wünschte sich, dass ich eines Tages eine Frau kennenlernen würde, mit der ich über Kunst reden könnte und ihr meine Heimat, auf die ich damals so stolz war, zeigen könnte. Es war glaube ich der einzige Punkt, in dem Vitalia mich nie verstanden hat. Ich konnte sie nicht vergessen. Ich dachte an sie in jeder Sekunde eines jeden Tages der nach ihrer Abreise verging und ich dachte an sie an jedem Tag eines jeden Monats der ins Land zog und ich dachte an sie in jedem Monat eines jeden Jahres die unerbittlich vergingen während sie nicht mehr bei mir war und ich werde an sie denken in jedem Jahr das noch zu kommen ist, bis es mich ins Grabe trägt. Ich liebe Vitalia, Herr Kaster. Ich liebe sie von ganzem Herzen und auch heute, nach nun fast fünfzig Jahren, liebe ich sie immer noch wie damals als wir uns gegenseitig Gedichte vorlasen.“

Mit jedem Wort füllen sich Milan Babićs Augen mehr und mehr mit den Tränen die sich ohne Zweifel während Jahrzehnten in seinem Herzen angestaut hatten. Fünf einzelne dieser Tränen einer verlorenen Liebe, fließen schließlich langsam über die pergamentartige Haut eines Mannes der ein Leben lang gewartet hat.

„Sie trauen sich nicht Ihre Stimme zu erheben Herr Kaster, aber ich weiß was Sie mich fragen wollen: warum konnte ich sie nicht vergessen? Nun die Antwort ist so simpel wie komplex. Vitalia hat mich verändert. Den Milan Babić den sie damals in Kroatien zurückließ, war nicht mehr der gleiche der er so viele Jahre lang war. Sie ist in mein Wesen übergegangen und hat alle meine weiteren Entscheidungen beeinflusst. Nachdem sie gegangen war, beschloss ich italienisch zu lernen, weil es ihre Muttersprache war. Ich lernte diese Sprache mit einer Motivation, wie ich es nie zuvor für etwas aufbringen konnte, weil ich sie in dieser Sprache, die ich sie manchmal sprechen hörte, wieder treffen konnte. Sie ist mir nah, heute noch, wenn ich diese Sprache spreche oder höre, für einen kurzen Moment kann ich sie wieder spüren. Ich entschied mich zu dieser Zeit auch, Künstler zu werden, weil Vitalia das für mich gewollt hätte. Seither habe ich immer versucht Werke zu schaffen, die ihr gefallen würden, weil es irgendwo in mir immer noch diese kleine Hoffnung gibt, dass sie vielleicht eines Tages irgendwo auf eines meiner Werke stößt und weiß, dass ich noch immer an sie denke. Dass ich sie nicht vergessen habe.“

„Malen Sie sie deshalb in jedes Ihrer Gemälde?“

Ein Lächeln breitet sich bei dieser Frage wieder über das erschöpfte Gesicht des großen Künstlers aus:

„Zum Teil. Es hat aber auch mit etwas zu tun, was wir einmal besprochen hatten. Wie an alle unsere Gespräche, kann ich mich noch erinnern als ob es gestern gewesen wäre. Wir haben darüber gesprochen was für eine Art Figuren wir wohl wären, wenn wir in einem Kunstwerk auftauchen würden, etwa in einem Roman oder eben in einem Gemälde. Vitalia war sich damals sicher, dass sie eine nervige und von allen gehasste Figur wäre. Ich weiß, für Sie ist das bestimmt befremdlich, aber es sind Dinge wie diese die ich an ihr mochte und auch für mich persönlich nachvollziehen konnte. Ich hatte ihr damals aber versichert, dass ich sie eher als eine unauffällige Figur im Hintergrund sehen würde, nie im Zentrum der Aufmerksamkeit…“

„…aber immer unerlässlich für die Schönheit des Bildes.“

Der aufgelöste Künstler nickt zustimmend:

„Genau Herr Kaster. Genau.“

Nach diesem sehr persönlichen Gespräch mit Milan Babić sprechen wir noch etwas über seine Werke und Vitalias Rolle in jedem einzelnen von ihnen. Schließlich aber wird es später Abend und ich entschließe mich nach Hause zu gehen. Ich verabschiede mich von Babić und wünsche ihm zum Abschied, dass er Vitalia irgendwann doch noch einmal wiedersehen könnte. Der gutmütige Künstler erklärt mir daraufhin mit ruhiger Stimme:

„Wissen Sie Herr Kaster, in all diesen Jahren ist mir eines bewusst geworden: lieben ist die stärkste und beste Eigenschaft die wir Menschen besitzen. Es ist nicht entscheidend, ob diese Liebe erfüllt wird, solange wir mit ganzer Seele lieben, gibt es einen Grund sich auf den morgigen Tag zu freuen. Wahnsinnig zu werden, aus unerschöpflicher Liebe zu einer anderen Person, das ist das Schönste was einem geschehen kann.“

Während ich langsam zu meinem Haus zurückschlendere, sehe ich aus dem Augenwinkel noch einmal die Silhouette von Milan Babić, die sich gerade an der vierten Staffelei zu schaffen macht. Vielleicht zeichnet er gerade den Titel auf das violette Buch des Mädchens.

Copyright 2016 Tom Weber

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Si un jour tu veux revenir

Sans mots, sans pleurs, sans même sourire

Négligemment et sans te retenir

Sans farder du passé tout l’avenir…

Le soir quand je te vois sourire

Sur cette photo qui ne veut rien dire

Sous ta vieille lampe qui tremble et chavire

Tu viens grimacer dans mes souvenirs

 

Maintenant, comme avant,

Doucement, sans pâlir, sans mentir, sans souffrir…

Aujourd’hui, je te dis:

 

Souffrir par toi n’est pas souffrir,

C’est comme mourir ou bien faire rire

C’est s’éloigner du monde des vivants

Dans la fôret, voir l’arbre mort seulement.

Comme un jour tu viendras sûrement

Dans ce salon qui perd son temps,

Ne parlons plus jamais de nos déserts…

Et si tu restes je mets le couvert

Maintenant, comme avant,

Doucement, sans pâlir, sans mentir, sans souffrir

Aujourd’hui, je te dis:

 

Tous les voyages ne veulent rien dire

Je sais des choses qui te feraient rire

Moi qui entassais des souvenirs par paresse

Ce sont tes vieux chandails que je caresse

 

Maintenant, comme avant, doucement

Restons-en au présent pour la vie,

 

Aujourd’hui, reste ici

 – Texte par Étienne Roda-Gil, mis en musique par Julien Clerc (écoutez la chanson ici)

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2016 in Literatur

 

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Die Reisen des Herrn Nimo – Vacuustan

Herr Nimo ist ein Reisender den es immer wieder an recht sonderbare Orte verschlägt. Doch dem aufmerksamen Leser wird es nicht verborgen bleiben, wie bekannt uns diese Städte und ihre Bewohner eigentlich sind.

Herrn Nimos Reise führte ihn in eine Stadt namens Vacuustan. Überrascht stellte Herr Nimo fest, dass die Stadt sich in einem erbärmlichen Zustand befand. Die Straßen waren voller Schlaglöcher, die Fenster der Häuser teilweise zerschlagen und viele Türen aus den Angeln. Doch die Stadt war nicht etwa verlassen, im Gegenteil. Herr Nimo begegnete vielen Leuten, die ihn sogar freundlich grüßten. Als er schließlich fast von einem herabfallenden Dachziegel erschlagen wurde, hielt Herr Nimo den nächsten Passanten an und fragte:

„Entschuldigen Sie bitte mein Herr, ich bin ein Reisender und gerade in ihrer Stadt angekommen. Könnten Sie mir vielleicht erklären warum sie so baufällig ist?”

„Ach das würde ich wirklich gerne, aber leider habe ich gerade überhaupt keine Zeit. Ich bin auf dem Weg zum Stadtpark um einen Stein zu fotografieren, sie verstehen also bestimmt, dass ich es eilig habe.”

Ohne Herrn Nimo eine Antwortmöglichkeit zu bieten, stürmte der Vacuustaner bereits davon. Etwas verwirrt versuchte er sein Glück beim nächsten Passanten:

„Entschuldigen Sie bitte mein Herr, ich bin ein Reisender und gerade in ihrer Stadt angekommen. Könnten Sie mir vielleicht erklären warum sie so baufällig ist?”

„Eigentlich liebend gerne, aber ich muss unbedingt zum Stadtplatz um die Treppe zum Rathaus hinaufzuspringen, Sie verstehen also bestimmt meine Eile!”

Auch dieser Passant ließ Herrn Nimo ohne weitere Worte stehen. Immer ratloser, angesichts dieses seltsamen Verhaltens der Bewohner, änderte er seine Taktik. Er hielt Ausschau nach einem Geschäft oder Lokal, ein Unterfangen welches sich als Äußerst schwierig herausstellte. Die meisten Häuser waren bloß noch Ruinen und die meisten Bewohner Vacuustans schienen auf den Straßen herumzuwuseln. Schließlich fand Herr Nimo jedoch eine kleinere Drogerie in welcher sich tatsächlich auch noch ein Händler befand. Dieser saß hinter seinem Tresen und schien vertieft in irgendeine Aktivität zu sein. Als Herr Nimo, den der Händler scheinbar noch nicht bemerkt hatte, sich ihm näherte, sah er, dass der Händler eine einzelne grüne Erbse anstarrte. In seiner rechten Hand hielt er dabei einen Zahnstocher, den er immer mal wieder über der Erbse kreisen ließ, nur um ihn dann doch wieder für einen Moment wegzulegen.

„Entschuldigung?”, fragte Herr Nimo um die Aufmerksamkeit des Händlers zu erlangen.

„Hmm?”

Der Händler blickte die Erbse vor ihm weiter konzentriert an.

„Entschuldigen Sie mein Herr, ich bin Reisender und erst seit Kurzem in ihrer Stadt. Ich wollte mich nur erkundigen warum ihre Stadt so baufällig ist? Ich habe bereits zwei Passanten befragt, aber diese hatten… wichtigere Dinge zu tun. Könnten Sie mir vielleicht helfen?”

Der Händler antwortete ihm ohne den Blick von der Erbse zu lassen:

„Mein Herr, wie Sie sicher erkennen, bin ich im Moment leider sehr beschäftigt. Ich versuche gerade zu entscheiden, durch welche Stelle ich diesen Zahnstocher in die Erbse stechen soll. Ich kann ihnen also im Moment nicht helfen.”

„Glauben Sie denn nicht, dass Sie diese Entscheidung auch später treffen können? Wenn Sie mich fragen ist sie sowieso nicht von allzu großer Relevanz.”

„Mein Herr ich kann ganz gut selbst beurteilen was relevant ist und was nicht, vielen Dank. Wenn Sie jetzt bitte gehen könnten, Sie stören meine Konzentration.”

Da Herr Nimo bemerkte, dass er auch hier keine Antwort auf seine Frage erhalten würde, entschied er sich das Geschäft zu verlassen. Kurz vor dem Ausgang der Stadt, bemerkte er den Bürgermeister derselben, leicht erkennbar an seiner Schärpe. Ein letztes Mal wollte Herr Nimo versuchen, seine Neugierde zu befriedigen. Er näherte sich dem Bürgermeister und fragte:

„Entschuldigen Sie bitte mein Herr, aber sind Sie zufällig der Bürgermeister dieser Stadt?”

„Der bin ich in der Tat. Kann ich ihnen helfen?”

„Nun das hoffe ich. Ich bin ein Reisender und seit ich in ihrer Stadt angekommen bin, frage ich mich warum sie so baufällig ist? Gibt es nicht genug Geld für Reparaturen?”

„Oh nein, nein mein Herr, Geld ist genügend da. Die Reparaturen werden auch kommen, doch Sie werden schon verstehen, dass die wirklich wichtigen Dinge natürlich Vorrang haben!”

„Nein, ehrlich gesagt verstehe ich nicht. Was ist denn bitte schön wichtiger als die Instandhaltung der Stadt?”

Der Bürgermeister sah Herrn Nimo verwundert an:

„Na Sie haben vielleicht Fragen! Ich muss mich um viele wichtige Dinge kümmern. Im Moment versuche ich zum Beispiel herauszufinden ob ich für 3 Minuten auf einem Bein stehen soll oder für 5 Minuten im Kreis um diesen Baum dort gehen soll!”

 
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Verfasst von - 21. August 2016 in Allgemein, Literatur

 

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Teppich (Teil 2 – ENDE)

Teppich (Teil 2 – ENDE)

Heute veröffentliche ich den zweiten und letzten Teil der Geschichte „Teppich“, die Geschichte eines Schriftstellers in einer Schaffenskrise.

 

 

Die Geräuschkulisse der Stadt drang zu ihm herauf, doch dauerte es einige Augenblicke, bis er vermochte, die Solisten dieses Konzertes voneinander zu unterscheiden. Ein kleiner Vogel streifte sein Blickfeld und seine Augen folgten ihm nachdenklich. Erneut ergriff ihn die schmerzliche Sehnsucht nach Freiheit, danach, aus den Mauern auszubrechen, in denen seine Gedanken gefangen waren und zu neuen Horizonten aufzubrechen. Je stärker diese Sehnsucht in ihm hochstieg, desto mehr verspürte er den Drang, diesem Zimmer, dem Ort seines Scheiterns zu entfliehen. Er wandte seine Schritte zur Tür, mit dem Vorhaben, sich wieder an dem geschäftigen Treiben des Lebens zu beteiligen.

Als er über die Schwelle hinaus trat, atmete er tief durch und spürte, wie seine Brust sich weitete. Tausend Eindrücke drangen auf ihn ein, längst vergessen und doch vertraut. Er nahm die Farben und Geräusche wahr, die ihn umgaben sowie den Duft des milden Frühlingstags. Gegen seine Erwartung löste all dies ein leises, fröhliches Gefühl des Wiederentdeckens in ihm aus, anstatt des erwarteten Befremdens. Doch ging mit diesen Eindrücken auch das Bewusstsein einher, dass er aufs Neue lernen musste, das Leben in all seiner Fülle wahrzunehmen. Zu lange hatte er sich seiner Szenerie entzogen und ihr keine Beachtung geschenkt. Er erinnerte sich des Parks, sein ehemaliger Hort des Entfliehens, wo er sich stets in die Ferne geträumt hatte und es ihm gelungen war seine alltäglichen Sorgen zu vergessen. So beschloss er denn, seine Schritte in jene Richtung zu lenken. Die Sonne schien ihm ins Gesicht, als seine Füße ihn umhertrugen, durch eine Welt, die untrennbar mit dem Leben verbunden war und in der er doch so lange abwesend gewesen war. Ihm war, als ob er langsam aus einer Trance erwachen würde und sich somit seinen Augen noch nicht alles in seiner vollständigen Form präsentieren würde. Doch je weiter er fortschritt, umso mehr wurde der Schleier gelüftet. Langsam wurde er wieder empfänglich für die Farben dessen, was sich um ihn herum abspielte, für seine Formen und er spürte wie das Leben ihn mit offenen Armen empfing, als er aus seinem Traum erwachte und sich inmitten jener Elemente widerfand, aus denen es zusammengesetzt ist. Er begegnete den Helden des Alltags, die dem Leben seine Form verleihen, von der Sonne auf seinem Gesicht über den Duft des Frühlingstages, der die Luft erfüllte bis zu den Gesprächsfetzen, die an ihm vorbeischwappten.

Als er so voller Staunen durch die Straßen wandelte, kam er an einem Zeitungshändler vorbei. Schmerzlich musste er dem Bewusstsein Einlass gewähren, dass keine einzige der Schlagzeilen ihm vertraut war. Zu lange hatte er den Ereignissen in der Welt keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt, zu tief sich in seine eigne Welt vergraben. Er hatte sich aus der Literatur einen herrlichen Palast errichtet, mit einem wunderschönen Garten, doch hatte er die Türen verschlossen und somit wurde er der Gefangene all dieser Herrlichkeit. Er war dem Anblick der stets gleichen Einrichtung entwachsen und seine Augen verlangte es nach neuen Eindrücken. Sein Quell der Inspiration war unter der stetig wachsenden Staubschicht versiegt.

So blieb er denn stehen um sich eine Zeitung zuzulegen und gewahr zu werden, welche Veränderungen sich in der Welt in der schließlich auch er umherwandelte, vollzogen hatten. Das Lächeln und die freundlichen Worte, die der Verkäufer ihm widmete, riefen ein seltsames Gefühl in ihm hervor, denn so lange hatte er sich der menschlichen Interaktion enthalten. Doch zugleich breitete sich ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht aus. Sein Weg zurück zum Zentrum des Gemäldes des Lebens wurde mit jedem Schritt fester und ebener und die Pflastersteine wichen einem gut begehbaren Weg. Wie hatte er glauben können, dass seine literarische Existenz sich am Rande des Gemäldes abspielen könnte? Wenn sie auch auf verschlungenen Pfaden zum Rande führt und darüber hinaus, so findet sie doch ihre Anfänge mitten im Gewirr der Farben, die ihr ihre Konsistenz einflößen.

Als er den Park erreichte und es ruhiger um ihn wurde, blieb er erneut stehen, die Zeitung noch in der Hand. Er atmete tief durch und sog begierig das ihn umhüllende Parfum der Welt ein. Er schloss die Augen und hüllte sich in den Umhang, das die von leisen Geräuschen unterbrochene Stille für ihn wob. Alle seine Sinne schmiegten sich in diesen Umhang und ihm wurde bewusst, welcher Taubheit ein Sehender ausgesetzt ist. Als er, den Kopf nach hinten geneigt, die Augen öffnete, wurde er von Staunen erfüllt, dass über alldem ein blauer Himmel stand, der dieses Wunder umriss. Ihm war, als sähe er diese Kulisse, die der Welt ihre Begrenzung aufzeigt und zugleich ein Wegweiser in die Freiheit ist, zum ersten Mal in seinem Leben. Weitere längst vergessene Empfindungen durchströmten ihn, die später die Gestalt von Worten annehmen und den Grundstein für seine Werke legen würden. Er wusste nun, dass das Garn mit dem er webte, nur auf diese Weise entstehen konnte, denn entsprang er selbst, so wie alle großen Weber vor ihm, dem ewigen Kunstwerk des Lebens. Kein Teppich kann losgelöst von der Vielfältigkeit und der abstrakten Klarheit dieses Werkes gewebt werden, denn es ist der Webstuhl aller großen und bewegenden Werke.

 

Sophie Aduial

 
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Verfasst von - 20. April 2016 in Allgemein, Literatur

 

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Teppich (Teil 1)

In meinem ersten Blogeintrag möchte ich mit euch eine Geschichte teilen, in der ich versuche einzufangen, wie ich das Wesen der Literatur und des Schreibens wahrnehme und wie sie zum Spiegelbild des Charakters und der Entwicklung eines Menschen werden können. Ich werde die Geschichte in zwei Teilen publizieren, die Fortsetzung folgt am 20. April.

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Langsam hob er den Blick von dem vor ihm liegenden Blatt Papier, das darauf wartete, die ihm von seiner Feder eingeflößten Wörter in sich aufzunehmen, bereit, sich in die Kulisse prachtvoller und überschwänglicher Ereignisse zu verwandeln, oder doch stille und melancholische Szenen zu erwecken. Doch welche Rolle er ihm auch zugedacht haben mochte, es würde das ihm Anvertraute sicher verwahren. Doch vorerst offenbarte sich seinen Augen nur eine verachtende Leere, in deren Adern keine Tinte pulsierte, sondern ein tiefer Abgrund sich aufzutun schien, ihn wegen seines Scheiterns verspottend. Vergeblich wartete er seit einiger Zeit auf der Muse Kuss, der Quell seiner Inspiration schien versiegt. Der Moment, in dem sich die Welt ihm von ihren Grenzen freigelegt präsentierte und er eintauchte in die von den Gesetzen der Zeit losgelöste Spiritualität des Universums, blieb ihm verwehrt. Doch war er nicht bereit den Kampf aufzugeben, denn es verlangte ihn, die Dinge von ihrem irdischen Zwang befreit zu betrachten. Ihm entfuhr ein Seufzer und in seinen tiefen, strengblickenden grauen Augen stand eine entnervte Verzweiflung, jedoch auch Kampfeswille.
Er hatte ein Stück seines Garns in den literarischen Teppich, der in sämtlichen Farben schillert und durch den sich die unterschiedlichsten Muster ziehen, hineinverwebt, war aber immer kritischer geworden, was die Qualität seines Garns und des so entstandenen Werkes anbelangte. Er wollte sein Garn jedoch noch nicht aufgebraucht sehen und versuchte denn weiter zu weben, doch schien ihm inzwischen kein Muster mehr komplex und keine Farbe nuanciert und subtil genug.
Er erhob sich aus seinem Stuhl und drehte sich von seinem Schreibtisch, der Stätte seines künstlerischen Schaffens, weg zu seinen Bücherregalen, die das gesamte Zimmer tapezierten. Mit einem Funkeln in den Augen betrachtete er diese für die Ewigkeit geschaffenen Meisterwerke, die sein Leben geprägt und ihn stets geleitet hatten. Diese Regale beherbergten Erinnerungen an prachtvolle Reisen, gewaltige Landschaften und süße Abenteuer des Gefühls, die für ihn den grauen Schleier, von dem die Welt zuweilen umgeben scheint, gelüftet und ihm die schillernde Farbenpracht ihres wahren Gewandes offenbart hatten.
Doch auch die Zeugen vergangener Lebensgefühle fanden sich in ihnen, die Autoren der Wesenszüge, die einst seinen Geist geziert hatten. In jungen Jahren hatte sein Herz für Hesse und Rilke geschlagen. Er hatte sich mit Hesses Darstellungen des sensiblen und einsamen Daseins des Künstlers identifiziert, das er am Rand der Gesellschaft fristet, sowie mit Ehrfurcht Rilkes melodiöse und tiefe Verse gelesen, die den stillen Nebendarstellern des Lebens eine größere Bedeutung zusprechen, als jene, die sie oft erfahren. Ebenso hatte die Welt der Romantik ihn stets mit offenen Armen empfangen, wenn er in ihr die Flucht aus dem Alltag suchte. Sein gesellschaftliches Vorbild hatte er in Friedrich Dürrenmatt gesehen, dessen Werke es der Gesellschaft nicht erlauben, sich dem Blick in den Spiegel zu entziehen. Doch nicht nur in der deutschen Literatur war er zu Hause, sondern auch eine große Affinität zu ihrer französischen Schwester zeichnete ihn aus. Mit Genuss hatte er sich Victor Hugos Werk gewidmet, sowie der Lektüre der Romane von Albert Camus. Er liebte Baudelaires bildreiche Sprache und die klangvolle Fülle des Meisters der Musikalität, Verlaine, schaffte es stets ihm eine große Bewunderung abzuringen. Sie waren die Werke jener Helden, die einst die literarische Welt erschüttert hatten.
Eine ebenso bedeutende Präsenz in seiner Erinnerung nahmen die Anfänge seiner eigenen literarischen Tätigkeit ein. Er gedachte des unvergleichlichen Gefühls, das stets das Zusammenstellen seiner Texte begleitet hatte, wenn die Tinte des Stiftes, den seine Hand damals so sicher über das Blatt geführt hatte, dem Papier sein Blut, seine Gedanken, seine Seele eingeflossen hatte und der Stift zu seiner Stimme ward. Das Schreiben hatte für ihn das Entfliehen vor der Welt bedeutet, das Erschaffen von Leben, das ihm erlaubt hatte, sich in seiner inneren Welt zurecht zu finden und dabei doch das Leben nicht aus den Augen zu verlieren. Diesen Exkursionen war stets ein Gefühl der Leichtigkeit vorausgegangen, die Worte waren ihm zugeströmt und ihm hatten diese leichten Skizzen genügt, anstatt nach einer vollendeten Form seiner Wortmalereien zu streben. Doch hatte nach und nach eine große Bewunderung für Thomas Manns keinen Fehltritt erlaubende, gemeißelte Perfektion der formvollendeten Sprache sowie für die Künstler des Parnasse von ihm Besitz ergriffen, welche maßgeblich sein künstlerisches Selbstverständnis geprägt hatten. Ein für ihn unübertroffenes Werk, das größte sämtlicher je Geschaffenen, war zudem Goethes Faust, den er als Sinnbild des idealen menschlichen Strebens sah.
Während er noch vor seinen Erinnerungen stand, wanderten seine Augen suchend durch den Raum, jedoch wohlwissend, dass das Objekt seiner Begierde, ein seines künstlerischen Schaffens würdiger Vers, sich ihm in keiner materiellen Form präsentieren würde, konnte er doch nur aus ihm selbst entstammen. Sein Blick streifte die zugezogenen Vorhänge, die den Blick nach draußen verbargen, denn er tolerierte keine Ablenkung durch des Lebens banale Vorgänge. Er war überzeugt, dass der Quell seiner Inspiration seinem Inneren entsprang, hatte die Natur ihn doch zum Künstler auserwählt und ihm somit den Auftrag gegeben, in dieser niederen und vulgären Welt, in deren Rahmen das menschliche Leben sich abspielt, Schönheit zu erschaffen und ihr somit die Maske der Ästhetik aufzusetzen. So konnte denn auch jede ihm von der Außenwelt eingeflößte Idee nur die Banalisierung seiner Muster und das Verblassen seiner Farben bedeuten.
So setzte er sich denn wieder an seinen Schreibtisch, in dem Versuch, seiner Kreativität doch noch einige Ideen abzuringen, doch konnte er den Blick nicht länger verschließen vor der Leere, die sich seiner bemächtigt hatte. Sein Innerstes war ausgelaugt und die Welt der stillen Musik hatte sich ihm verschlossen. Wutentbrannt warf er den Stift zur Seite und fuhr aus seinem Stuhl hoch. Plötzlich wurde er sich der Notwendigkeit bewusst, der Begrenzung, der er sich durch das Zimmer ausgesetzt sah, zu entfliehen und hastete zum Fenster, um die Vorhänge beiseite zu ziehen. Er öffnete das Fenster, damit frische Luft die Enge seiner Gedanken zerstreuen könne und blinzelte in das sanfte Sonnenlicht hinein, dessen Wärme, wie ihm schlagartig bewusst wurde, er schmerzlich vermisst hatte.

Sophie Aduial

 
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Verfasst von - 12. April 2016 in Allgemein, Literatur

 

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Entschuldigung an ein Buch

Entschuldigung an ein Buch

Jeder macht Fehler. Dies ist eine Erkenntnis welcher man sich bei jeder Entscheidung bewusst sein sollte. Ich schreibe diesen Artikel um einen solchen Fehler einzugestehen. Dieser Fehler betrifft die Einschätzung eines Buches. Ein Buch, welches ich das erste Mal im August letzten Jahres gelesen hatte und damals mit wenig Begeisterung und fast unter Zwang beendet hatte. Den Stil empfand ich als schwerfällig, viele Charaktere als nervig bis unsympathisch und die Geschichte an sich als eher mittelmässig spannend. Nun muss man wissen, dass dieses Buch Teil des Abiturprogramms in Luxemburg ist und ich es deswegen glücklicherweise nicht bei dieser ersten Lektüre belassen habe. Das Buch in Frage ist Madame Bovary des französischen Autors Gustave Flaubert.

Ich möchte in diesem Artikel nicht nur meinen Fehler eingestehen und meine erste eher negative Meinung widerrufen. Nein, ich möchte mich bei diesem Buch entschuldigen. Nach einer zweiten Lektüre kommt es mir nämlich einfach nicht in den Kopf, wie ich den Wert dieses Klassikers nicht sofort erkennen konnte. Madame Bovary erzählt die tragische Geschichte von Illusionen, Wünschen und wie diese von der unerbittlichen Langweile des Alltags zerbrochen werden. Emma Bovary, wenn auch mit Zeiten unbestreitbar etwas anstrengend, ist doch eigentlich die Gefangene dieser mittelmässigen Welt, welche sie in ihrer ganzen monotonen Banalität regelrecht erdrückt. Jeder der Peter Handkes Wunschloses Unglück gelesen hat*, weiß wie real dieser von Flaubert geprägte Bovarysmus wirklich ist. Wie kann man, besonders als Künstler, nicht mit dieser Gefangenen des Alltags mitfühlen? Denunziert Flaubert in seinem Roman nichts anderes als das unumgängliche Scheitern des künstlerischen Geistes in einer Welt, welche an pedantischem Kleinbürgertum und dumpfer Borniertheit kaum zu überbieten ist? Doch zum Meisterwerk wird der Roman, meiner Meinung nach, durch die Kombination von Emmas unstillbarem Lebensdurst mit Charles Bovarys fast schon hilflos wirkender Unsicherheit. Wie kann man nicht mitfühlen mit diesem Trauerspiel eines Mannes, diesem ewigen Kleinkind, welches vom Leben an sich ständig überfordert scheint? Charles Bovary ist kein schlechter Mensch, bei weitem nicht, und gerade dieser Umstand definiert die Tragik seiner Rolle. Passiv, ohne Kontrolle über seine Frau oder sogar sich selbst, schlittert er immer tiefer in eine dunkle Schlucht aus der es keinen Ausweg mehr für ihn geben soll. Anders als Emma hat er keine Illusionen, welche zerbrechen könnten. Er ist von Kind an ein gebrochener Mensch gewesen. Es ist genau diese Hilflosigkeit, die Sinnlosigkeit auch, welche die Handlung dominiert und sie so wunderschön tragisch macht. Die Unerbitterlichkeit mit welcher Flaubert seine Charaktere und mit ihnen dem Leser immer wieder die Grenzen des Menschseins aufzeigt kann einen eigentlich nicht unberührt lassen. Ob Flaubert jetzt wirklich einmal gesagt hat „Madame Bovary c’est moi” (= Ich bin Madame Bovary) wird man wahrscheinlich nie nachweisen können. Ich hingegen mache aus meiner neuen Stellung keinen Hehl: Ja, auch ich bin Madame Bovary!

Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa! Ich muss meinen Fehler also eingestehen, ich habe dieses Buch fälschlicherweise zu früh verurteilt. Verspätet und erst nach zweiter Lektüre habe ich den meisterlichen Wert dieses herrlichen Stück Literaturs erkannt und ich kann nur hoffen, dass ich ihm mit diesem kurzen Artikel die Würde und den Respekt zurückgegeben habe, welche es wirklich verdient. 

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*In Wunschloses Unglück verarbeitete Peter Handke den Selbstmord seiner Mutter, welche wie Emma Bovary ein Leben lang von den Zwängen des Dorflebens erdrückt wurde.

 
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Verfasst von - 14. Februar 2016 in Literatur

 

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Al cuore non si comandi! (Erzählung)

Al cuore non si comandi! (Erzählung)

„Nella vita, se uno vuol capire, capire sul serio, come stanno le cose di questo mondo, deve morire almeno una volta”

„Wer im Leben verstehen will, wirklich verstehen will, wie diese Welt funktioniert, muss mindestens einmal sterben”

aus Giorgio Bassanis „Il giardino dei Finzi-Contini”

Al cuore non si comandi!

Giacomo Visconti wartete. Die kalte Lagune floss langsam zu einem unbestimmten Ziel während er nach dem Vaporetto Ausschau hielt. Er liebte es zu warten. Wenn man auf etwas wartet, besitzt man eine ganz besondere Art der Freiheit. Viele Menschen warten nicht besonders gerne, doch Giacomo Visconti genoss diese Momente während denen er nichts Anderes tun musste als warten. Es waren Augenblicke wie dieser, während denen sich der noch junge Venezianer der Schönheit seiner Stadt bewusst wurde. Venedig hatte nichts von dem leicht bedrohlichen Charakter welcher viele andere Städte begleitete. Die Serenissima schwebte über dem Wasser wie ein Asket in tiefster Meditation und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Über der Stadt lag eine schwer zu erfassende Ruhe, die sämtliche Bewohner zu erfassen schien. In Venedig rasten keine Metallkisten mit stinkenden Verbrennungsmotoren über harte Straßen. Dies war die Stadt der Gondeln und Vaporettos, die sich geschmeidig über die Wasserstraßen bewegten. Es war auch die Stadt der schweigsam lächelnden Venezianer, welche tagtäglich wie Ameisen über die tausend Brücken und Gassen ihrer geheimnisvollen Stadt huschten. Aus all diesen Gründen war das Warten auf den gewünschten Wasserbus eine der vielen willkommenen Denkpausen, welche Venedig einem bot. In Ruhe konnte man über die wirklich wichtigen Dinge im Leben nachdenken, welche im Alltag nur all zu gerne untergehen. Für Giacomo Visconti hingegen gab es sowieso nur einen Gedanken der seinen Geist beherrschte. Dieser Gedanke hörte auf den Namen Sara Menken. Sie wohnte im Haus gegenüber und war Giacomos liebste Person in ganz Venedig. Sie kannten sich bereits länger, ein langer und vor allem beschwipster Abend während des alljährlichen Carnevale hatte sie einander bekannt gemacht, und seitdem trafen sie sich regelmäßig. Ihre Gespräche, oft und gerne am äußeren Rand der San Marco geführt, waren sehr persönlich und doch auch mit einer Leichtigkeit geführt als würde man sich über das Wetter unterhalten. Nichts war gezwungen, nichts war gestellt, Saras Gegenwart erst schien Giacomos Leben seinen Wert zu geben. Doch selbst wenn sie nicht bei ihm war, konnte Giacomo an nichts anderes denken. Ihr galt sein erster Gedanke morgens beim Aufstehen genau so wie sein letzter Gedanke vor der Nachtruhe. Waren sie verabredet, so war ihr Treffen Quelle von kindlich-aufgespielter Vorfreude davor und melancholisch-sehnsuchtsvoller Erinnerung danach. Giacomo fühlte sich ihr so verbunden, dass er selbst ihre Gefühle bis ins absolute Extrem teilte. So kam es denn nicht selten vor, dass wenn Sara traurig war, Giacomo in eine tiefe Depression verfiel, selbst wenn es ihm selbst nicht besser gehen konnte. Genau so war aber auch ein einziges Lachen Saras genug um Giacomo von Grund auf glücklich zu machen. Die Beziehung zwischen Giacomo Visconti und Sara Menken suchte zweifellos ihresgleichen, doch ein Paar waren die Beiden nicht. Ein Umstand, der den verliebten Italiener jeden Tag heimsuchte, doch eine Änderung in naher Zukunft schien unmöglich. Eigentlich war es nur ein Detail, doch dieser einzige Mangel war genug um Giacomo in den Wahnsinn zu treiben. Wahre Einsamkeit kennt nur, wer unerfüllt geliebt hat. Die Liebe ist in dieser Hinsicht eine sehr ambivalente Kraft, gleichzeitig der Ursprung des höchsten und reinsten Glücks und doch auch sadistische Peinigerin der unglücklich Verliebten. Giacomi Visconti war ein Gefühlsmensch und als solcher ihren willkürlichen Launen noch verwundbarer augesetzt. Diese Stagnation war für ihn umso schlimmer, weil sie in heftigstem Widerstand zur Ungezwungenheit seiner Beziehung zu Sara stand. Der innere Sog aus primitiver Wut und Verzweiflung verzehrte täglich seine Kräfte und Giacomo Visconti fürchtete den Tag, den Moment an dem er schlussendlich nachgeben würde. Er dachte oft daran, dass vor einigen Jahren alles noch um einiges einfacher gewesen wäre, doch seit sich der Duce vom deutschen Hampelmann die Rassengesetze hat aufschwatzen lassen, waren Giacomos Hoffnungen endgültig ins Reich der Träume verbannt. Man stelle sich nur einmal vor, der Sohn des fanatischsten Faschisten Venedigs zusammen mit einer Jüdin…

Der eintreffende Vaporetto riss Giacomo aus seinen Gedanken. Einmal an Bord, stellte er mit Bedauern fest, dass draußen leider kein Platz mehr war. Giacomo liebte es, den Fahrtwind im Gesicht zu spüren während der Vaporetto wie ein eiserner Moses das Wasser der pastellgrünen Lagune teilte. Wie oft hatte er schon mit Sara an Deck eines Vaporetto gestanden und mit aufmerksamen Ohren ihren Geschichten gelauscht. Es war eine ihrer gemeinsamen Angewohnheiten, in einen beliebigen Vaporetto zu steigen unwissend wohin er sie bringen würde. Giacomo genoss diese Ausflüge, sie hatten etwas sehr Verbindendes, war es doch im Grunde gleich wo sie ankamen, was zählte war, dass sie den Weg zusammen antraten. Inzwischen wurde Giacomo von einem älteren Herrn relativ forsch zum weitergehen gedrängt und so trat er resigniert aber in voller Akzeptanz der Umstände den Gang ins Innere an. Es war schließlich nicht der letzte Vaporetto den er nehmen würde. Ein einziger Platz war noch frei, neben einer etwas distanziert wirkenden älteren Dame, welche sich scheinbar alle Mühe gab, ihn zu ignorieren. Kaum hatte der Vaporetto Fahrt aufgenommen fiel Giacomo etwas ins Auge. Es war ein Zettel, geklebt auf die Rückseite des Sitzes vor ihm. Auf dem Zettel stand in etwas unleserlicher Schrift ein einzelner Satz:

Al cuore non si comandi!

Dem Herzen befiehlt man nicht. Warum der Autor dieses kurzen Ausrufes das Bedürfnis verspürte, seine Aussage gerade auf der Rückseite dieses einen Sitzes in einem beliebigen Vaporetto in Venedig anzubringen, war Giacomo nicht wirklich klar. Zwar war man vom Vandalismus im öffentlichen Transport Schlimmeres gewohnt, doch etwas rebellisch wirkte dieses Notizblatt nichts desto trotz. Normalerweise beachtete Giacomo diese Kritzeleien überhaupt nicht, doch diese Aussage wirkte wie eine magische Beschwörungsformel auf ihn. Sie hatte etwas Verbotenes an sich und Giacomo ertappte sich selber dabei wie er sich misstrauisch umsah, besorgt, dass ihn jemand beim Lesen beobachten könnte. Er war nicht gerade ein großer Leser, doch glaubte er nun zu wissen, was Sara meinte wenn sie ihm von der Wirkung der Lyrik sprach. Diese Worte, so simpel sie auch waren, brannten sich ihm in seine Augen, drangen direkt in sein Herz ein. Nichts schien ihm je klarer ausgedrückt, noch nie fühlte er sich von geschriebenen Worten so persönlich angesprochen. Hier saß er nun, in diesem x-beliebigen Vaporetto auf einem kalten Sitz und las auf einem aufklebten Notizzettel die grundsätzlichste aller Wahrheiten. Giacomo war sich von einem Moment auf den anderen bewusst, dass er die Lösung seines Leidens eigentlich die ganze Zeit vor Augen hatte. Warum sollte er seinem Herzen noch länger das verweigern, was es schon so lange von ihm fordert? Wer hat schon das Recht dem Herzen zu befehlen? Weder der Duce, noch sein Vater und schon gar nicht er selbst. Doch was würden die Anderen von ihm denken? Schlimmer noch, was würden sie von Sara denken? Wie er seinen Vater kennt, würde dieser es fertig bringen sie für seine Entscheidung verantwortlich zu machen, selbst wenn dies vollkommen absurd war. Sicher würde ihm irgendeine verdrehte Argumentation einfallen, welche die „dreckige Jüdin” für seinen Verrat verantwortlich machen würde. Giacomo wiederholte die heilige Botschaft noch einige Male in seinem Kopf. Er war nun fest entschlossen, noch heute sollte er es tun. Viel zu lange schon hatte er es hinausgezögert, längst hätte er erkennen müssen, dass dies die einzige Möglichkeit war. Weder der Staat noch die Gesellschaft sollten ihm weiterhin sein Leben diktieren. Er würde sich rebellieren, ein Zeichen setzen. Auf seine Art und Weise, im Namen seines Herzens und seines Gefühls. Die Anderen würden schon verstehen. Selbst wenn sie es nicht täten, er wusste jetzt wenigstens etwas was sie nicht wussten:

Al cuore non si comandi!

Der Vaporetto hielt an seiner Endstation. Mit katatonisch entschlossenem Blick schritt der Liebende von Bord. Ein Gefühl breitete sich in seiner Brust aus welches eigentlich nur Glück sein konnte. Giacomo Visconti stand, einer römischen Plastik gleich, am Rand des großen Kanals. Seine olivgrünen Augen streiften die Kulissen der geliebten Stadt. Venedig, du wunderschöne Sklavin deines eigenen Verfalls! Niemanden lässt du unberührt, in deinem geheimnisvollen Schoß führst du jeden zur Selbsterkenntnis. Mit einem zufriedenen Lächeln nickte er die Szene ab. In der Tat, heute war ein schöner Tag um sich das Leben zu nehmen.

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Copyright 2016 Vito Volpe

 
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Verfasst von - 7. Februar 2016 in Literatur

 

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Lesenswerte Prosa

Dies ist der erste Teil meiner literarischen Empfehlungen. Ich werde von Freunden sehr oft nach Buchempfehlungen gefragt, daher habe ich beschlossen für die drei großen literarischen Gattungen (Epik, Lyrik, Dramatik) jeweils 10 Werke zu empfehlen. Dominiert werden die Listen natürlich von deutschsprachigen Autoren, ich habe mich jedoch bemüht auch ausländische Autoren zu integrieren. Ich beginne diese Woche mit Prosawerken die mich überzeugt haben.

Deutschsprachige Prosa

Hiob, Joseph Roth

Schachnovelle, Stefan Zweig

Der Tod in Venedig, Thomas Mann

Agnes, Peter Stamm

Französische Prosa

Un homme à distance, Katherine Pancol

Au Bonheur des Dames, Émile Zola

Italienische Prosa

Sostiene Pereira, Antonio Tabucchi

Il fu Mattia Pascal, Luigi Pirandello

Tscheschiche Prosa:

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

Japanische Prosa

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki, Haruki Murakami

Ich habe jedes dieser Bücher im Original gelesen, außer Kundera und Murakami.

 
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Verfasst von - 10. Januar 2016 in Literatur

 

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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