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Archiv für den Monat Oktober 2016

Bill Hicks – Zwischen Genie und Obszönität

Bill Hicks – Zwischen Genie und Obszönität

Es gibt einige sehr wenige Menschen, die man als Legenden bezeichnen kann. Für mich persönlich zählt zu diesen besonderen Persönlichkeiten ein Mann, der uns leider, wie so viele Legenden vor und auch nach ihm, viel zu früh verließ. Er ist als Humorist bekannt geworden und für mich bleibt er einer der besten und unangenehmsten Künstler aller Zeiten. Ich spreche von niemand anderem als Bill Hicks.

Für jeden der ihn nicht kennt, Bill Hicks wurde am 16. Dezember 1961 in Valdosta, Georgia geboren und wurde besonders während der 80er Jahre als Humorist bekannt, insbesondere auch in Großbritannien. Sein Programm war äußerst derb und bissig und wurde von konservativen Zeitungen auch mal als „satanisch” beschrieben. Er konsumierte in hohem Maße Alkohol und andere, härtere, Drogen, schaffte es aber aufgrund eines Erlebnisses mit seiner Freundin 1988 dem Alkohol zu entsagen. Seine Auftritte wurden regelmäßig gekürzt, um sie einem „Mainstream” Publikum zugänglich zu machen, ein Ziel welches Hicks selbst wohl nicht gleichgültiger hätte sein können. Mit einer Mischung aus Freude und Frustriertheit entlarvte und denunzierte er erbarmungslos die rückgratlose Konsumgesellschaft und zog sie auf eine brutal ehrliche Weise ins Lächerliche. In seinen Metaphern griff er oft auf Vergewaltigungsmotive und ähnlich drastische Bilder zurück, welche seine Sozialkritik auf eine sehr direkte Art in die Köpfe seiner Zuschauer schlug. Seine Karriere fand leider ein viel zu frühes Ende als er im Juni 1993 mit Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde. Er verstarb im Alter von 32 Jahren am 26. Februar 1994 in Little Rock, Arkansas.

Prägend ist für mich persönlich besonders sein berühmtes Schlusswort. Ihr könnt es euch hier als Videobeitrag ansehen, ich möchte es aber auch gerne hier einmal zitieren:

„The world is like a ride in an amusement park, and when you choose to go on it you think it’s real because that’s how powerful our minds are. The ride goes up and down, around and around, it has thrills and chills, and it’s very brightly colored, and it’s very loud, and it’s fun for a while. Some people have been on the ride a long time, and they begin to question, „Hey, is this real, or is this just a ride?“ And other people have remembered, and they come back to us and say, „Hey, don’t worry; don’t be afraid, ever, because this is just a ride.“ And we … kill those people. „Shut him up! I’ve got a lot invested in this ride, shut him up! Look at my furrows of worry, look at my big bank account, and my family. This has to be real.“ It’s just a ride. But we always kill the good guys who try and tell us that, you ever notice that? And let the demons run amok … But it doesn’t matter, because it’s just a ride. And we can change it any time we want. It’s only a choice. No effort, no work, no job, no savings of money. Just a simple choice, right now, between fear and love. The eyes of fear want you to put bigger locks on your doors, buy guns, close yourself off. The eyes of love instead see all of us as one. Here’s what we can do to change the world, right now, to a better ride. Take all that money we spend on weapons and defenses each year and instead spend it feeding and clothing and educating the poor of the world, which it would pay for many times over, not one human being excluded, and we could explore space, together, both inner and outer, forever, in peace.“

– Bill Hicks

Wäre er noch am Leben, was würde Bill Hicks wohl zu unserer heutigen Gesellschaft sagen? Ich bin mir sicher, er würde ihre Scheinheiligkeit anprangern, den oberflächlichen Konsum, welcher durch die digitale Revolution nur noch schlimmer geworden ist, immer noch in Frage stellen und mit zynischer Freude auf die angeblichen Probleme der „besorgten Bürger“ eingehen. Man muss Bill Hicks nicht mögen, seine Auftritte waren immer von Vulgarität und Obszönität geprägt. Wer aber erkennt, was hinter diesen drastischen Metaphern sticht und wie gut dieser äußerst belesene Mensch die Gesellschaft seiner Zeit analysiert hat, wird sich womöglich sogar daran erfreuen von Hicks zurück auf den Boden der Tatsachen geholt zu werden. Seine Shows „Sane Man” und „Revelations” sind inzwischen auf Netflix zu sehen und sind defintiv wert, (wieder-)entdeckt zu werden. Definitiv nichts für den „braven Bürger” dem seine heile Welt wichtig ist, aber eine Offenbarung für jeden der über den Schein der Gesellschaft hinaus blicken möchte.

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Verfasst von - 30. Oktober 2016 in Gemischtes, Politik

 

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Freiwilligendienst #3

Freiwilligendienst #3

Strom und fließendes Wasser, eine Selbstverständlichkeit, oder? Keineswegs! Ich habe diese Woche erfahren, was für viele Menschen auf diesem Kontinent alltägliche Realität ist. Es gab während 4 Tagen weder Strom noch fließendes Wasser, das Wasser bleibt sogar jetzt noch manchmal aus. An die Stromausfälle ist man ja gewöhnt, aber sie beschränken sich normalerweise auf einige Stunden. Der Hauptgenerator der Allada und die umliegenden Dörfer versorgt, hatte jedoch Probleme und so blieb der Strom für mehrere Tage aus und somit auch das Wasser. Nun hatten wir hier noch das Glück, dass stets Wasser in einem großen Bottich bereitstand und wir uns dieses nur zu zweit teilen müssen.Trotzdem merkt man erst in einer solchen Situation wie viel Wasser  wir wirklich brauchen und wie oft wir es im Alltag benötigen, sei es nur für Kleinigkeiten wie zum Beispiel Gemüse waschen oder zum Zähneputzen. Wenn man auf einmal dran denken muss, immer ein bisschen Wasser für solche Sachen bereitstehen zu haben, wird einem dies ganz schnell bewusst und auch wie viel Wasser eine Toilettenspülung benötigt, merkt man erst, wenn sie nicht mehr funktioniert. Obwohl es teilweise eine ärgerliche Situation war, bin ich doch froh darüber, denn so wird einem erst richtig bewusst, was es bedeutet tagtäglich ohne fließendes Wasser auskommen zu müssen, sowie ohne Strom. Doch die meisten Menschen, die ohne all dies auskommen müssen, haben nicht das Glück nur wenige Meter bis zu ihrer Wasserquelle zurücklegen zu müssen, sondern mehrere Kilometer, eine Situation, die für mich auch nach dieser Erfahrung unvorstellbar bleibt.

Doch der Stromausfall hat auch teilweise Vorteile geboten. Obwohl während diesen 4 Tagen weder der Kühlschrank noch die Klimaanlage funktioniert haben (was das Schlafen beträchtlich erschwert) hatten wir auch kein Internet, was dazu geführt hat, dass man wieder viel mehr Zeit draußen und mit den Menschen verbracht hat, das Leben wurde also viel geselliger. Nicht dass dies jetzt nicht der Fall ist, aber man bemerkt doch einen gewissen Unterschied.

Doch auch heute habe ich Sachen gesehen, die man sich in der westlichen Welt nur schwerlich vorstellen kann.Ich habe heute Menschen getroffen, deren Beine gelähmt oder völlig deformiert sind. Bei uns würde man sich einer Operation unterziehen oder sich einen Rollstuhl anschaffen, doch dafür fehlt hier an allen Ecken und Enden das Geld. Ich habe zum Beispiel eine alte Frau gesehen, die gelähmt ist und die ihr ganzes Leben lang entweder kriechen oder getragen werden musste. Stellt euch diese Entwürdigung und ständige Abhängigkeit vor! Doch jetzt hat eine Organisation in ganz Benin Rollstühle verteilt und auch hier in Allada wurden 20 Stück geliefert, die diesen Menschen ein einigermaßen würdevolles und unabhängiges Leben ermöglichen. Da die Leute dafür sozusagen vermessen werden müssen, sind wir heute in ein kleines Dorf gefahren, dass dem Bilderbuch der Klischees entsprungen sein könnte. Es bestand größtenteils aus Lehmhütten mit Strohdächern die um einen großen Platz gruppiert waren. In dem Moment schien es mir nur schwer vorstellbar, dass sich weniger als eine Stunde Autofahrt entfernt eine Stadt befindet mit Strom, Internet, Geschäften, Autos etc. In diesem Moment hat sich mir die Frage aufgedrängt wie diese beiden Welten so nah nebeneinander funktionieren können…

Ich habe jedoch auch einige Erfolge zu verzeichnen. So mögen die Kinder mit denen ich arbeite, mich zum Beispiel immer mehr und sind ganz traurig, wenn ich nicht mit ihnen arbeite und auch mir sind sie richtig ans Herz gewachsen. Zudem habe ich gestern mit dem Jungen, mit dem ich Gedächtnistraining mache, innerhalb von nur 90 Minuten einen großen Fortschritt erzielen können, was mich mit Stolz und Freude erfüllt hat. Ich fühle mich immer mehr als ein integraler Teil des Zentrums und jedesmal, wenn die Kinder mir winken oder fragen, warum ich heute nicht zu ihnen komme (an den Tagen an denen ich mit behinderten Menschen arbeite), freut mich dies sehr, da es zeigt, dass  ich meine Arbeit gut mache. Zudem hoffe ich, dass ich es schaffen werde, ihnen etwas mit auf den Weg zu geben, wie zum Beispiel, dass man etwas gegenseitig teilen kann und nicht alles für sich beanspruchen muss.

Leider werde ich die Kinder auf ihrem weiteren Weg nicht begleiten können und ich werde wahrscheinlich nie wissen, zu welchen Menschen sie sich einmal entwickeln werden, doch  ich hoffe, dass sie späterhin einmal die Menschen sein werden, die keinen Unterscheid anhand der Hautfarbe machen und jeden Menschen, ganz gleich von welchem Kontinent er kommen mag, gleich behandeln werden.

Zum Abschluss noch ein Gedicht, dass an das Gedicht „Bubbles“ anknüpft und vom afrikanischen Sternenhimmel inspiriert wurde.

Night bubbles

Millions of bubbles

are hanging in the sky,

their stories of the wind

wrapped into light

and illuminating the night.

They are dropping down

into an obscure reality,

where they are collected

by the delighted spectator

to chase the darkness away

and enlighten other bubbles` way.

Copyright 2016 Sophie Aduial

 

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Sonntagslyrik #15

Ein besonderes Gedicht heute, welches aus der Ferne von einer Botschaft spricht die doch niemandem fremd ist…

 

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Freiwilligendienst#2

Freiwilligendienst#2

Schöne Grüße aus Benin!

Seit über einem Monat bin ich nun hier und die Zeit vergeht rasend schnell. In diesem Monat habe ich unglaublich viel dazugelernt. Ich habe eine andere Kultur kennen-und langsam zu verstehen gelernt, ich habe viele Leute aus unterschiedlichen Verhältnissen getroffen und vor allem, ich habe gelernt, dass „zu Hause“ ein Begriff sehr relativer Natur ist. Ich fühle mich sehr wohl hier und ich beginne mich hier zu Hause zu fühlen, denn Heimat ist nicht an einen Ort gebunden, sondern ist ganz stark von der eigenen Einstellung abhängig. Ich will nicht bestreiten, dass ich keine Probleme kannte zu Beginn, im Gegenteil, es war eine sehr schwierige Zeit. Ich kannte und verstand die hiesige Kultur nicht, meine Familie und Freunde fehlten mir, auf der Arbeit gab es nichts zu tun für mich und ich war sehr viel allein. Doch langsam habe ich viele elementare Dinge verstanden, hauptsächlich, dass der Rhythmus hier viel langsamer und weniger auf Leistung ausgerichtet ist als in Europa. Zudem hat die Schule jetzt begonnen, ich habe also eine Aufgabe und inzwischen habe ich viele Leute kennengelernt, was teilweise so vonstatten geht, dass ein Wildfremder mich anspricht und fragt, ob wir mal was zusammen unternehmen können. Es ist mir allerdings auch schon passiert, dass Leute mir einfach so auf der Straße einen Heiratsantrag gemacht haben! Aber es ist nun mal so, dass man hier als weißer Mensch automatisch mit Reichtum assoziert wird und als Schönheitssymbol gilt.

Das ist jedoch das Einzige was mich persönlich betrifft, das mich stört. Allerdings habe ich auch schon andere nicht so schöne Aspekte dieser Welt kennengelernt. So habe ich zum Beispiel eine alte Frau getroffen, die an Lepra litt, Deformationen an Händen und Füßen hatte und nicht einmal genug Geld für die Rückfahrt zu ihrem Dorf besaß, die umgerechnet etwa 30 Cent kostete.Zudem arbeite ich teilweise mit Kindern, die an Buruli Ulkus leiden, eine Hautkrankheit die Lepra sehr ähnlich ist. Diese Kinder müssen teilweise Jahre in der Klinik hier verbringen und die einzige Abwechslung die sie kennen, sind die drei Nachmittage in der Woche die sie im Zentrum verbringen, in dem ich arbeite. Umso glücklicher macht es mich, wenn ich diesen Kindern eine Freude machen kann und sei es nur, mit ihnen mit dem Ball zu spielen. Ich war mir von Anfang an bewusst, dass ich mit meiner Arbeit hier nicht die Welt verändern werde, doch ich habe mich oft gefragt, ob ich hier überhaupt zu etwas nutze bin. Doch ich sage mir, dass ich für jedes Lächeln, das ich diesen Kindern ins Gesicht zaubere, dankbar sein muss und dass jeder kleine Glücksmoment, zu denen ich ihnen verhelfe, meiner Tätigkeit hier einen Sinn gibt.  Ich habe heute Gedächtnistraining mit einem Kind gemacht, das fast keinen Verhalt besitzt. So kann es innerhalb von 2 Minuten zum Beispiel vergessen, was man ihm gerade gesagt hat. Ich habe heute zum ersten Mal mit diesem Kind gearbeitet, doch jeder kleinste Fortschritt, den ich zu bemerken glaubte, hat mich mit Glück erfüllt, da ich endlich das Gefühl hatte, den Menschen hier wirklich zu helfen.

Zum Abschluss möchte ich ein Gedicht mit euch teilen, zu dem ich inspiriert wurde, als ich sah wie eben jenes Kind zum ersten Mal in seinem Leben Seifenblasen in die Luft blies, als wir fertig waren mit dem Training.

 

Bubbles

They are blown into the air

as the material visualisation

of the hopes and dreams

living inside an innocent head

and colouring this interior world.

But getting in contact

with the outside world,

reality`s cruel touch

demonstrates their fragility.

They are shattered

by the ceiling of poverty

and they cannot pass

the wall of borders,

revealing themselves as illusions

and falling to the ground

like raindrops and tears.

But some find their way

into the air,

ready to be transported

across the world

by the winds of Africa.

 

Copyright 2016 Sophie Aduial

 

Genug ist genug! – Eine Stellungnahme

Genug ist genug! – Eine Stellungnahme

Eigentlich wollte ich diesen Sonntag die Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan kommentieren. Ich wollte über Literatur, Musik und ihre Vertreter und Vertreterinnen schreiben, ein Thema welches, wie ihr wisst, mich über alles passioniert. Ich sehe mich jedoch in Anbetracht des neuesten Aufschreis im US Wahlkampf dazu verpflichtet mich den unzähligen Kommentaren zu Donald Trump und dem Wahlkampf für den er steht anzuschließen. Nicht um Kopf schüttelnd und leicht schmunzelnd darüber zu scherzen wie inkompetent oder kleinkariert dieser Mann ist. Sondern um wütend und erschüttert ein Verhalten anzuprangern welches der Menschlichkeit geradezu ins Gesicht spuckt.

So ziemlich jeder hat wohl inzwischen von dem aufgetauchten Video gehört, welches auf ein Neues den Menschen Donald Trump eindeutig offen legt. Ich will hier keinen einzigen seiner widerwärtigen Kommentare zitieren, es ärgert mich schon genug sie überhaupt in meinem Kopf zu haben. Sie zeigen einen Menschen mit einem menschenverachtenden, sexistischen Weltbild der seinen zweifelhaften Reichtum und vor allem seine erkaufte Bekanntheit als eine Art Freifahrtschein zum Begehen von Straftaten ansieht. Denn sprechen wir es einmal deutlich aus: das wovon Donald Trump in diesem Video spricht, ist kriminelles Verhalten. Wer sich an jemandem ohne deren Einverständnis vergeht ist ein Vergewaltiger, unabhängig davon wie viel er auf seinem Konto hat. Man hat Donald Trump vieles durchgehen lassen während diesem Wahlkampf, sein geradezu beschämendes Unwissen betreffend der Weltpolitik, seine absurden Verschwörungstheorien, seine zweifelhaften Finanzen, seine unerträglichen rassistischen Ausbrüche, seine teilweise offene Aufrufe zur Gewalt und sogar seine herzlose Respektlosigkeit gegenüber der Familie eines gefallenen Soldaten. Dieser Mann hat sich schon vor langer Zeit disqualifiziert, jetzt aber ist er ein potenzieller Gewalttäter der nichts mehr in diesem Wahlkampf verloren hat.  Michelle Obama, diese wunderbare, starke Frau, hatte absolut Recht als sie diese Woche sagte:

„[..] So while I’d love nothing more than to pretend like this isn’t happening, and to come out here and do my normal campaign speech, it would be dishonest and disingenuous to me to just move on to the next thing like this was all just a bad dream. […]“

Dies ist nicht einfach nur ein weiterer Ausfall à la Trump, dies ist ein Affront gegen unsere Zivilisation. Ich habe mich bisher zurückgehalten, aber genug ist einfach genug!

Ein anderer Punkt aber auf den ich zu sprechen kommen möchte, betrifft die Reaktionen der Republikaner auf diese jüngste Enthüllung. Dieses Mal blieben sie nämlich nicht aus, eine ganze Reihe republikanischer Politiker haben sich endlich von Trump distanziert, doch die Wortwahl ihrer Reaktionen stört dennoch. So twitterte beispielsweise Jeb Bush:

„As the grandfather of two precious girls, I find that no apology can excuse away Donald Trump’s reprehensible comments degrading women.“

Senator Mitch Mcconnell reagierte ähnlich:

„[…] As the father of three daughters, I strongly believe that Trump needs to apologize directly to women and girls everywhere, and take full responsibility for the utter lack of respect for women shown in his comments on that tape.“

Einer der wichtigsten Geldgeber der Republikaner, David Humphreys, hat sich ebenfalls von Trump distanziert und wird in der New York Times mit folgenden Worten zitiert:

„At some point, you have to look in the mirror and recognize that you cannot possibly justify support for Trump to your children – especially your daughters.“

Fügen wir dieser Aufzählung noch die Reaktion des ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney hinzu:

„It is degrading to our women, to our daughters, our granddaughters […]“

Der südafrikanische Satiriker Trevor Noah, momentan Moderator der in Amerika bekannten „Daily Show“ hat das Problem welches diese Aussagen aufwerfen hervorragend auf den Punkt gebracht (seht euch in diesem Zusammenhang auch gerne den ganzen Videobeitrag an):

„I love how they feel the need to use the women in their families to justify their outrage […] The Trump tape shouldn’t offend you on behalf of females, it should offend you as a human being.“

Dies ist ein Problem, welches nicht nur Sexismus betrifft, sondern auch Rassismus und alle andere Formen von sozialer Ausgrenzung. Wir können und dürfen es nicht immer nur den Minderheiten oder der bedrängten Gruppe überlassen für ihre Rechte zu kämpfen, auch wir als weiße Männer müssen es als unsere Pflicht ansehen gegen eine solche Diskriminierung vorzugehen. Denn Trumps Aussagen greifen nicht nur Frauen an: indem er es als „locker room talk“ abtut, beleidigt er jeden aufgeklärten, toleranten Mann und es wird endlich Zeit, dass wir uns gemeinsam gegen diesen reaktionären Hass wehren. Der Augenblick ist gekommen an dem wir alle klar Stellung beziehen müssen, gegen all jene Trump Anhänger und „besorgten Bürger”. Wenn wir schon bei jenen sind, einer ihrer Lieblingsausrufe ist ja „Volksverräter”. Im Spiegel hat Roland Nelles vor kurzem einen Kommentar geschrieben welcher den Titel trug: „Volksverräter? Aber gerne doch!”. Ich kann mich seinem Fazit dort nur anschließen in welchem er sagt:

„Wer so redet, hat entweder keinerlei aufgeklärte politische Bildung genossen oder ist ein Anti-Demokrat. Oder beides. Als „Volksverräter“ wurden nach dem Ersten Weltkrieg von Rechtsextremen erst all jene Demokraten betitelt, die sich für einen Frieden stark gemacht hatten und für die Weimarer Republik eintraten. Dann führten die Nazis den Begriff ins Strafrecht ein. Fortan konnte jeder als Volksverräter verurteilt werden, der sich gegen die rassisch definierte Idee der „Volksgemeinschaft“ auflehnte. Schon die kleinste missliebige Äußerung gegen das NS-Regime war mithin „Volksverrat“. In diesem Sinne müsste man den Dresdner Demonstranten entgegenrufen: Wenn ihr mich Volksverräter nennt, bin ich es gerne.”

Damit komme ich dann auch zu meinem letzten Punkt. Was wir aus dieser ganzen Geschichte zurückbehalten müssen ist meiner Meinung nach, dass wir wieder mehr klare Meinungen brauchen. Wir brauchen Menschen die sich wieder deutlich zur Toleranz und Menschlichkeit bekennen und diese Werte mit mindestens so großer Vehemenz verteidigen wie die Populisten und Extremisten ihre Dogmen der Diskriminierung und Ausgrenzung.
An alle Männer sage ich deshalb: ignoriert diese Meldungen nicht, seid schockiert! Und wenn ihr schockiert seid, dann nicht stellvertretend für die Frauen, sondern persönlich, als Menschen!
An alle jungen Menschen sage ich deshalb: lasst die Welt nicht an euch vorbeiziehen, interessiert euch für das Weltgeschehen! Macht Gebrauch von eurem Wahlrecht und gestaltet die Gesellschaft mit in der ihr leben wollt!

Wir haben lange über Trumps Aussagen gelacht, haben uns Videos geschickt und warteten doch, wenn wir einmal ehrlich mit uns selbst sind, immer mit etwas Spannung auf seinen nächsten Ausfall. Doch diese Zeit ist nun vorbei, nun gilt es gemeinsam unsere Stimmen zu erheben und ein deutliches Zeichen für die Welt zu setzen in der wir leben wollen. Donald Trump ruft inzwischen zur Revolution und zum Kampf auf, es liegt an uns ihm diese Gesellschaft und deren Werte, für die unsere Vorfahren so lange gekämpft haben, nicht ohne Widerstand zu überlassen.

 
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Verfasst von - 16. Oktober 2016 in Gemischtes, Politik

 

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Was wir wollen – Ein Gastbeitrag von C.

Heute ist es mir eine große Freude euch einen Gastbeitrag meines guten Freundes C. präsentieren zu können.

Was will ich? Wie will ich mein Leben gestalten? Diese Fragen bringen wohl jedem jungen Erwachsenen schlaflose Nächte. Unzählige sogar.

Warum ist das so? Heute steht man der absoluten Wahlfreiheit von Studien, FSJ und Ausbildung gegenüber. In dieser Hinsicht war es früher einfacher: den elterlichen Hof übernehmen und das Leben ist in geregelten Bahnen. Diese Fatalität war gewissermaßen angenehm, weil der Einzelne ohne eine Wahl auch nichts falsch machen konnte. Kierkegaard hatte Recht: Freiheit macht uns anfangs Angst. Es geht uns nicht anders als einem Kind, das die ersten Schritte machen muss.

Es ist natürlich schwierig, Entscheidungen zu treffen, wenn man während fast zwei Jahrzehnten nur einen strikten Lehrplan befolgt hat. Solange bulimisches Lernverhalten recht gute Noten erzielt, läuft Etwas in der Schule falsch. Das wäre allerdings noch eine andere Problematik. Jedenfalls, sobald es plötzlich keinen vorgeschriebenen Text mehr gibt und das wahre Leben vor der Tür steht, verliert man schnell die Orientierung. Man ist einfach damit überfordert, plötzlich, auf eigene Verantwortung, selbst den Text zu schreiben.

Allerdings muss man sich auch mal fragen, ob diese eine Entscheidung ihrer Bedeutungsschwere gerecht wird. Diese meistens überstürtzte, früherwachsene und hormonüberladene Entscheidung darf nicht so ernst genommen werden.

Es hält sich die härtnäckige Idee, das Leben sei eine heilige Dreifaltigkeit aus Kindes-, Erwachsenen- und Greisesalter. Jeder Abschnitt sei zudem eine untrennbare Einheit. Eine neue Perspektive ist nötig: Das Arbeits- und Erwachsenenleben kann nämlich ein steter Wandel sein. Ein einziger Beruf, eine einzige Laufbahn ist keiesfalls bindend. Man kann und muss sich immer wieder zwischendurch fragen: Ist es das, was ich will? Was mach überhaupt hier?

Diese Überlegung nimmt viel Druck von den eh schon chronisch überforderten Abiturienten. Egal, was sie nach der Schule machen, es ist nicht falsch. Hauptsache nicht zuhause rumsitzen. Bevor man sich entscheiden kann, wo in die Welt man zieht, muss man sie erst kennen lernen. Und wenn man all diese Möglichkeiten gesehen hat, muss man
zuerst noch sich selbst noch kennen lernen. Eine Diskussion über Nosce te ipse führt vielleicht wieder vom Thema weg, vor Allem wenn man bedenkt, dass sich das eigene Ich auch verändern kann.

Deshalb, anstatt Alles auf eine Karte zu setzen und mehr als 40 Jahre lang den Preis dafür zu zahlen, darf man den Ernst und die Verantwortund getrost verschieben. Das Zukunfts-Ich darf nicht vergessen, dass es noch selber die Kontolle über sein Leben hat. Es darf sich nicht auf die Panikentscheidung eines Spätpubertierenden Wesens verlassen, das sich hauptsächlich durch Pizza, Kaffee und Vodka ernährt. Nach einer gewissen Zeit darf man nicht vergessen, feststehendes zu revidieren.

Letztendlich gibt es unzählige Wege durchs Leben zu kommen. Das Wichtigste ist bloß, sich bewusst, Tag für Tag, für Einen zu entscheiden.

– C.

 
 

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Gedichtekollaboration #4

Dans le cadre de notre collaboration poétique, je veux partager avec vous aujourd`hui mon hommage au poète luxembourgeois Nic Klecker. Sa poésie minimaliste se sert seulement de quelques mots, mais cela renforce de plus son message.

 

Une lecture silencieuse

D`un poème vaste

Et immatériel

Comme les filets du ciel

Rien n`est dit

Tout est senti

Copyright 2016 Sophie Aduial

 

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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