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Archiv für den Monat Dezember 2016

Abschiedsgeflüster

Abschiedsgeflüster

Es ist ein grauer Sommertag. Es reden zwei vom selben Schlag.

Herr V: Mein Freund, du siehst niedergeschlagen aus. 

Herr W: Ich bin dabei Abschied zu nehmen.

Herr V: Nicht mehr als das? Dann würde ich dir raten, deinen Kummer zu vergessen. Man kommt, man geht, dies ist der Lauf des Lebens. Was du heute noch beweinst hast du morgen bereits vergessen, du wirst schon sehen.

Herr W: Manchmal habe ich das Gefühl deine Arroganz kenne keine Grenzen. Es muss einfach sein du zu sein, oder? Das Leben zu beobachten ohne daran teilzunehmen, Gefühle zu benutzen wie man Werkzeug benutzen würde?

Herr V: Du denkst nicht klar. Ehrlich gesagt verstehe ich dich überhaupt nicht. So wie ich es sehe, fällt dir der Abschied doch schwer, weil du dich in deinem momentanen Umfeld so wohl fühlst. Warum also traurig sein? Wenn du darauf bestehst, dass du niemanden von ihnen vergessen wirst, dann wirst du sie eben in guter Erinnerung behalten. Das ist doch positiv!

Herr W: Du verstehst es immer noch nicht. Ich verlasse nicht einfach einen Ort an dem es mir gefiel. Ich verlasse nicht einfach eine Gruppe Leute mit denen es auszuhalten war. Ich verlasse ein Zuhause. Ich verlasse eine Familie.

Herr V: Ach bitte! Du bezeichnest diese Menschen wirklich als Familie? Du hattest doch nicht einmal den Anstand mich den Meisten vorzustellen! Mich! Ich habe mehr für dich getan als sie alle zusammen.

Herr W: Und doch wünschte ich, es wärest du den ich verlassen müsste.

Herr V: Mich verlassen würde bedeuten dich selbst verraten. Du bist nichts ohne mich. Ohne sie können wir uns endlich den wirklich wichtigen Dingen widmen! 

Herr W: Es gibt kein „wir”, das habe ich dank ihnen verstanden. Es gibt dich und es gibt mich. Du hast nichts mit mir zu tun. 

Herr V: Irr ruhig deinen Hirngespinsten nach, doch sobald wir wieder alleine sind wirst du schon merken wie sehr du mich brauchst! Egal was du sagst, ich kenne dich. In einer dunklen Stunde, wenn sie dich alle verlassen haben, wirst du zu mir zurückkehren. Weil ich alles bin was übrig ist. Weil ich dich niemals verlassen werde.

Herr W: Alles was du sagst ist wahr. Genau deswegen beweine ich diesen Abschied. Ich fürchtete den Tag an dem du meine letzte Zuflucht sein würdest. Du wurdest geboren aus Verzweiflung nur um dich wie eine Aschewolke über meine Zukunft zu legen. Ich bitte dich, gehe nun. Ich will meine letzten Tage mit ihnen genießen.

Herr V: Ganz wie du wünschst. Ich gehe… und warte.

Copyright 2016 Tom Weber

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Ein Kommentar

Verfasst von - 25. Dezember 2016 in Literatur

 

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Kurzmitteilung

Et sur cette note poétique, je vous souhaite de Joyeuses Fêtes.

In diesem lyrischen Sinne, wünsche ich euch schöne Feiertage.

On this poetical note, I wish you all happy holidays.

Joyeuses Fêtes/Schöne Feiertage/Happy Holidays

 
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Verfasst von - 24. Dezember 2016 in Literatur, poèmes français

 

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Video

Lesung im Rahmen des literarischen Adventskalenders

Für den Book Looker des luxemburgischen Radiosenders Eldoradio habe ich einige meiner Gedichte für seinen literarischen Adventskalender rezitiert:

 

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Milan Babić – Geschichte eines Künstlers

Milan Babić – Geschichte eines Künstlers

Was genau mich an diesem 18. Dezember in das Atelier von Milan Babić getrieben hat weiß ich nicht mehr. Es gibt keinen wirklichen Grund für mich hier zu sein. Nun gut, es gibt den Vorwand den ich mir ausgedacht habe, dass ich ihm an diesem vierten Advent ein Geschenk bringen wollte, so wie man das als guter Nachbar macht. Aber nun, da ich vor seiner Tür stehe, fällt mir mehr und mehr die Schwäche dieses Argumentes auf. Milan Babić wohnte bereits hier als ich vor einem Jahr hierhergezogen bin, aber zu mehr als ein paar höflichen Begrüßungen über den Gartenzaun hat es in dem ganzen vergangenen Jahr irgendwie nie gereicht. Insofern habe ich bisher auch nur recht wenig über meinen Nachbarn gewusst, alles was ich wusste war, dass er ein Künstler ist und größtenteils zurückgezogen in seinem Atelier lebt. Damit war für mich eigentlich schon alles gesagt, Künstler habe ich nie wirklich verstanden, mit ihren seltsamen Verhaltensweisen und dem Hang zum Geheimnisvollen. Im Gegensatz zu so vielen anderen Dorfbewohnern bin ich Milan Babić auch nie über den Weg gelaufen, weder beim Einkaufen, noch im Gottesdienst, noch an der Theke in der Dorfkneipe. Trotz dieses isolierten Lebens genießt er allerdings hohes Ansehen bei den anderen Dorfbewohnern, jedenfalls waren sie alle immer nur voll des Lobes, wenn ich mich nach meinem mysteriösen Nachbarn erkundigt habe. Doch das alles erklärt nun immer noch nicht, warum ich jetzt mit einer Schüssel Plätzchen vor seiner Haustür stehe. Ich sagte anfangs, dass ich nicht genau wüsste, was mich hierher verschlagen hat. Nun, das stimmt nur zum Teil, tatsächlich ist es sogar komplett gelogen. Eigentlich weiß ich noch ganz genau was es war, das in mir den Drang ausgelöst hat, diesen Mann kennenzulernen.

Es muss vor einigen Tagen gewesen sein, als ich mich im Rathaus befand, aufgrund irgendeines irrelevanten bürokratischen Details. Wie so oft war ich nicht der einzige dort und so wurde ich gebeten erst einmal zu warten. Im dafür vorgesehen Raum, wollte ich mich eigentlich gleich der Lektüre des Sportteils widmen, als mein Blick auf einmal abgelenkt wurde. Vor mir hing ein Gemälde welches eine auf den ersten Blick belanglose Szene darstellte, nämlich eine Menschenmenge in einem Park, die sich allerlei Aktivitäten hingab. Was aber meine Aufmerksamkeit erregte, war eigentlich ein winziges Detail: leicht zu übersehen, im Hintergrund der Szenerie konnte man ein Mädchen sehen. Es stand auf einem Balkon und schien das Getümmel der Massen unter seinem Wohnblock zu beobachten, doch mir war es, als ob sein Blick in Wirklichkeit aus dem Bild heraus, zu mir in die Wirklichkeit blickte. Das Mädchen blickte mich an, ich bin mir heute absolut sicher. Dazu kam, dass das Mädchen unglaublich detailgetreu dargestellt war, obwohl es ja eigentlich gar nicht der Fokus des Bildes war. Genau weiß ich es nicht, was in diesem Moment mit mir passiert ist, aber es war etwas in der Art der Darstellung dieses Mädchens, das mich zutiefst beeindruckt und berührt hat. Ja, ich glaube man könnte sogar sagen, dass ich mich erinnert gefühlt habe. Jedenfalls war der Effekt dieses Bildes auf mich so groß, dass ich gleich nachgefragt habe, wer der Künstler sei. Man antwortete mir, mit leichter Verwunderung, dass ich es nicht bereits wüsste, dass es ein Gemälde des beliebten Dorfkünstlers Milan Babić sei, meines Nachbarn.

Nun stehe ich also hier, bereit und entschlossen, diesen Mann kennenzulernen. Ich klopfe an seine Tür, dreimal denn das scheint mir eine akzeptable Anzahl zu sein, und warte. Drinnen tut sich erst mal nichts, doch nach einigen Sekunden hört man schwere Schritte, die sich wie in großer Anstrengung zur Tür bewegen. Mit einem gequälten Knarren öffnet sich die schwere Holztür, fast so als ob sie sich das erste Mal seit vielen Jahren wieder einem Menschen öffnen würde. Ehe ich mich es versehe, steht er auch schon vor mir: Milan Babić. Obwohl er durch sein hohes Alter inzwischen etwas eingegangen ist, merkt man ihm an, dass er wohl in der Blüte seines Lebens ein relativ groß gewachsener Mann gewesen sein musste. Unter Haarausfall scheint er auch noch nicht zu leiden, denn seine schneeweißen Haare reichen ihm ohne Probleme bis zu seinem Hals. Nicht sonderlich gut gealtert ist jedoch sein Gesicht, es ist von tiefen Furchen durchzogen die sich wie Risse nach einem massiven Erdbeben durch die ergraute Landschaft seines Gesichts ziehen. Auf seiner Nase ruht bedächtig eine dicke Brille durch die, hinter einer dicken Glaswand gefangen, zwei dunkelgrüne Augen mich fragend, aber nicht abweisend, begutachten.

„Ähm, guten Tag Herr Babić! Mein Name ist Gustav Kaster, ich wohne im Haus neben Ihnen, vielleicht erinnern Sie sich, wir haben uns manchmal kurz begrüßt…“

Mein Gegenüber hat sich keinen Millimeter gerührt. Er scheint noch immer abzuwägen, was er von diesem unerwarteten Gast vor seiner Tür zu halten habe. Doch mit absoluter Sicherheit kann ich das nicht behaupten, es ist unmöglich seine Mimik zu deuten.

„Jedenfalls wollte ich Ihnen einen frohen vierten Advent wünschen.“

Ich halte ihm in der ungeschicktesten Art und Weise meine Schüssel mit Plätzchen vor die Nase. Ich würde es ihm nicht übelnehmen, wenn er einfach die Tür schließen würde. Aber plötzlich scheint sich etwas in ihm zu tun. Seine Gesichtszüge lockern auf, seine grünen Augen scheinen mir plötzlich heller zu sein und mit einer warmen, freundlichen Stimme lädt er mich zu sich ein:

„Das ist sehr nett von Ihnen, Herr Kaster. Kommen Sie doch rein, ich habe mir gerade Tee zubereitet.“

Im Fall von Milan Babić von einem Haus zu sprechen würde der Situation wohl nicht ganz gerecht werden. Bereits nach einigen Schritten wird mir klar, dass dieser Künstler praktisch mitten in seinem Atelier lebt. Die Wände hängen voll mit Bildern, von ihm aber auch die Stile einiger anderer Künstler sind darunter zu erkennen. Insgesamt vier Staffeleien zähle ich und an jeder befindet sich ein noch nicht fertig gestelltes Gemälde, er scheint wohl jemand zu sein der gerne an vielen Projekten gleichzeitig arbeitet. Während mein Blick über die fensterartigen Bilder streift, fällt mir immer wieder das Mädchen auf. Hier und da, subtil im Hintergrund, niemals im Zentrum der Aufmerksamkeit aber auf irgendeine Art und Weise doch der interessanteste Punkt eines jeden Gemäldes. Wir nehmen uns Platz an einem runden Holztisch, ungefähr in der Mitte des einen großen Raumes, aus dem Milan Babićs Haus besteht. Mein freundlicher Nachbar schüttet mir behutsam Tee in eine kleine, hellblaue Tasse.

„Nun Herr Kaster, dann sagen Sie mir doch jetzt warum Sie wirklich hier sind!“

Weder in seinem Tonfall, noch in seinem Gesichtsausdruck liegt auch nur der Hauch eines Vorwurfs und doch fühle ich mich überrumpelt von seiner Aufforderung. Der alte Künstler scheint es offensichtlich zu bemerken, da er gleich lachend hinzufügt:

„Ich bin vielleicht alt und ein allein lebender Künstler, aber ein ganz bisschen Verstand ist mir schon noch geblieben.“

Erleichtert, dass er mein kleines Täuschungsmanöver wohlwollend aufgelöst hat, berichte ich ihm von meiner indirekten ersten Begegnung mit ihm im Rathaus. Milan Babić hört mir aufmerksam zu und unterbricht den Blickkontakt dabei nicht einmal für eine einzige Sekunde. Er scheint jedes meiner Wörter auf eine innere Waagschale zu legen und abzuschätzen wie unser Verhältnis sich daraufhin entwickeln wird. Im Allgemeinen strahlt Babić eine große Ruhe aus, aber keine leere auf Passivität beruhende Stille, sondern eine fast spürbare, dauernd agierende Ruhe die einen fast schon etwas einschüchtert, wenn da nicht dieses warme, einladende Lächeln auf seinem Gesicht wäre, welches einem ein angenehmes Gefühl von Sicherheit vermittelt. Ich bin inzwischen mit meinem Bericht fertig und lasse meine Stimme langsam wieder sinken. Milan Babić schweigt erst einmal. Seine nun wieder tiefgrünen Augen liegen schwer in seinen vom Alter und wohl auch der Kunst gezeichneten Augenhöhlen. Während ich gesprochen habe, ist mir diese sehr subtile Veränderung bereits aufgefallen, fast so als ob es ihn auf eine resignierende Art anstrengen würde an seine Kunst zu denken. Er nimmt einen Schluck Tee zu sich, ohne irgendein Anzeichen einer nahenden Antwort zu vermitteln, steht langsam auf und bewegt sich behutsam zu einer der vier Staffeleien zu. Er hält inne und sagt schließlich komplett wertfrei:

„Sie interessieren sich also für meine Kunst Herr Kaster?“

Trotz seines Bemühens um Freundlichkeit merke ich, dass ich, wenn ich jetzt nicht handele, sein Vertrauen nie gewinnen könnte. Milan Babić, der Künstler: wie viele haben ihn wohl zu seiner Kunst angesprochen? Es ist an der Zeit komplett ehrlich zu sein:

„Eigentlich interessiert mich ein ganz bestimmter Teil Ihrer Kunst Herr Babić.“

Noch immer steht er mit dem Rücken zu mir gewendet, aber ich bemerke eine neugierige Anspannung in seinem Genick.

„Wer ist das junge Mädchen?“

Er hebt seinen Kopf, jetzt überhaupt nicht mehr behutsam, und wendet sich mir zu. Über den Raum hinweg blitzen die grünen Augen wieder auf und scheinen plötzlich wie wiederbelebt. Er nähert sich mir, schleichend und offensichtlich noch vorsichtig prüfend:

„Was meinen Sie damit Herr Kaster?“

Ich habe ihn zurückgewonnen.

„Das junge Mädchen welches in jedem Ihrer Gemälde zu finden ist.“

Während ich ausführe, gehe ich von einem Bild zum nächsten und zeige auf die Mädchenszenen.

„Nie im Zentrum, nie das Hauptmotiv, aber es ist in jedem Bild…“

Ich erreiche die vierte Staffelei, vor der Milan Babić gerade steht. Es ist noch nichts auf dieser Leinwand, außer dem Mädchen, auf einer Parkbank sitzend in die Lektüre eines Buchs mit violettem Einband vertieft.

„…und jedes Mal ist es das faszinierendste Element der ganzen Szenerie.“

Nun schweigen wir beide. Milan Babić lächelt noch immer. Jetzt allerdings, ist es ein Lächeln aus Dankbarkeit.

Wir setzen uns wieder an den kleinen Holztisch und nachdem ich uns Tee nachgegossen habe, fängt der Künstler an zu erzählen:

„Es ist nun schon viele Jahre, ach Jahrzehnte!, her. Damals in meiner Jugend als ich noch in Kroatien wohnte, lernte ich ein Mädchen kennen. Sie hieß Vitalia und war aus beruflichen Gründen in meiner Gegend. Wir kamen ziemlich schnell ins Gespräch und lernten uns langsam kennen. Sie war, wie ich, eine Kunstliebhaberin, ganz besonders mochte sie Gedichte. Wir verbrachten ganze Stunden von Tagen damit, über Kunst zu reden, auf eine Art wie ich es noch nie zuvor mit jemandem tun konnte. Doch durch die Kunst begannen wir auch immer mehr von uns zu reden. Sie müssen wissen, Herr Kaster, die Werke eines Künstlers offenbaren oft mehr über ihren Erschaffer als er es sich selbst bewusst ist, aber genauso verraten die Werke die wir selbst mögen auch eine ganze Menge über uns. Persönliche, sehr private Dinge, die sie gar nicht in einer anderen Art als die der Kunst ausdrücken können. Vitalia und ich, wir sprachen endlos lange über Kunst, unsere Kunst, und nach und nach machten wir uns dadurch einander natürlich auch immer verwundbarer. Aber es war ein wunderschönes Gefühl. Vitalia war der erste und einzige Mensch, der mich wirklich kennengelernt hat und sie war die Einzige die meine Seele sehen konnte. In vielerlei Hinsicht kannten wir uns wohl gegenseitig besser als wir uns selbst je kennen könnten. Ein halbes Jahr lang war ich glücklich. Wirklich glücklich, im Sinne von: ich spürte in meinem Herzen kein anderes Gefühl als das eines alles umfassenden Glücks und Vitalia war der Quell dieses wunderschönen Gefühls. Nach diesem halben Jahr aber, geschah es, dass sie gehen musste. Der Zufall war es, der uns bekannt machte, der Zufall war es, der uns einander entriss. Sie musste gehen, in ein anderes Land, ihre Arbeit ließ ein Bleiben nicht zu. Ich wollte ihr folgen, aber ich war der Älteste einer mehrköpfigen Familie und mein Vater war im letzten großen Krieg verstorben. Bei unserem Abschied hatte sie eine einzige Bitte an mich: vergessen. Sie vergessen und weitergehen. Sie wünschte sich, dass ich eines Tages eine Frau kennenlernen würde, mit der ich über Kunst reden könnte und ihr meine Heimat, auf die ich damals so stolz war, zeigen könnte. Es war glaube ich der einzige Punkt, in dem Vitalia mich nie verstanden hat. Ich konnte sie nicht vergessen. Ich dachte an sie in jeder Sekunde eines jeden Tages der nach ihrer Abreise verging und ich dachte an sie an jedem Tag eines jeden Monats der ins Land zog und ich dachte an sie in jedem Monat eines jeden Jahres die unerbittlich vergingen während sie nicht mehr bei mir war und ich werde an sie denken in jedem Jahr das noch zu kommen ist, bis es mich ins Grabe trägt. Ich liebe Vitalia, Herr Kaster. Ich liebe sie von ganzem Herzen und auch heute, nach nun fast fünfzig Jahren, liebe ich sie immer noch wie damals als wir uns gegenseitig Gedichte vorlasen.“

Mit jedem Wort füllen sich Milan Babićs Augen mehr und mehr mit den Tränen die sich ohne Zweifel während Jahrzehnten in seinem Herzen angestaut hatten. Fünf einzelne dieser Tränen einer verlorenen Liebe, fließen schließlich langsam über die pergamentartige Haut eines Mannes der ein Leben lang gewartet hat.

„Sie trauen sich nicht Ihre Stimme zu erheben Herr Kaster, aber ich weiß was Sie mich fragen wollen: warum konnte ich sie nicht vergessen? Nun die Antwort ist so simpel wie komplex. Vitalia hat mich verändert. Den Milan Babić den sie damals in Kroatien zurückließ, war nicht mehr der gleiche der er so viele Jahre lang war. Sie ist in mein Wesen übergegangen und hat alle meine weiteren Entscheidungen beeinflusst. Nachdem sie gegangen war, beschloss ich italienisch zu lernen, weil es ihre Muttersprache war. Ich lernte diese Sprache mit einer Motivation, wie ich es nie zuvor für etwas aufbringen konnte, weil ich sie in dieser Sprache, die ich sie manchmal sprechen hörte, wieder treffen konnte. Sie ist mir nah, heute noch, wenn ich diese Sprache spreche oder höre, für einen kurzen Moment kann ich sie wieder spüren. Ich entschied mich zu dieser Zeit auch, Künstler zu werden, weil Vitalia das für mich gewollt hätte. Seither habe ich immer versucht Werke zu schaffen, die ihr gefallen würden, weil es irgendwo in mir immer noch diese kleine Hoffnung gibt, dass sie vielleicht eines Tages irgendwo auf eines meiner Werke stößt und weiß, dass ich noch immer an sie denke. Dass ich sie nicht vergessen habe.“

„Malen Sie sie deshalb in jedes Ihrer Gemälde?“

Ein Lächeln breitet sich bei dieser Frage wieder über das erschöpfte Gesicht des großen Künstlers aus:

„Zum Teil. Es hat aber auch mit etwas zu tun, was wir einmal besprochen hatten. Wie an alle unsere Gespräche, kann ich mich noch erinnern als ob es gestern gewesen wäre. Wir haben darüber gesprochen was für eine Art Figuren wir wohl wären, wenn wir in einem Kunstwerk auftauchen würden, etwa in einem Roman oder eben in einem Gemälde. Vitalia war sich damals sicher, dass sie eine nervige und von allen gehasste Figur wäre. Ich weiß, für Sie ist das bestimmt befremdlich, aber es sind Dinge wie diese die ich an ihr mochte und auch für mich persönlich nachvollziehen konnte. Ich hatte ihr damals aber versichert, dass ich sie eher als eine unauffällige Figur im Hintergrund sehen würde, nie im Zentrum der Aufmerksamkeit…“

„…aber immer unerlässlich für die Schönheit des Bildes.“

Der aufgelöste Künstler nickt zustimmend:

„Genau Herr Kaster. Genau.“

Nach diesem sehr persönlichen Gespräch mit Milan Babić sprechen wir noch etwas über seine Werke und Vitalias Rolle in jedem einzelnen von ihnen. Schließlich aber wird es später Abend und ich entschließe mich nach Hause zu gehen. Ich verabschiede mich von Babić und wünsche ihm zum Abschied, dass er Vitalia irgendwann doch noch einmal wiedersehen könnte. Der gutmütige Künstler erklärt mir daraufhin mit ruhiger Stimme:

„Wissen Sie Herr Kaster, in all diesen Jahren ist mir eines bewusst geworden: lieben ist die stärkste und beste Eigenschaft die wir Menschen besitzen. Es ist nicht entscheidend, ob diese Liebe erfüllt wird, solange wir mit ganzer Seele lieben, gibt es einen Grund sich auf den morgigen Tag zu freuen. Wahnsinnig zu werden, aus unerschöpflicher Liebe zu einer anderen Person, das ist das Schönste was einem geschehen kann.“

Während ich langsam zu meinem Haus zurückschlendere, sehe ich aus dem Augenwinkel noch einmal die Silhouette von Milan Babić, die sich gerade an der vierten Staffelei zu schaffen macht. Vielleicht zeichnet er gerade den Titel auf das violette Buch des Mädchens.

Copyright 2016 Tom Weber

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Si un jour tu veux revenir

Sans mots, sans pleurs, sans même sourire

Négligemment et sans te retenir

Sans farder du passé tout l’avenir…

Le soir quand je te vois sourire

Sur cette photo qui ne veut rien dire

Sous ta vieille lampe qui tremble et chavire

Tu viens grimacer dans mes souvenirs

 

Maintenant, comme avant,

Doucement, sans pâlir, sans mentir, sans souffrir…

Aujourd’hui, je te dis:

 

Souffrir par toi n’est pas souffrir,

C’est comme mourir ou bien faire rire

C’est s’éloigner du monde des vivants

Dans la fôret, voir l’arbre mort seulement.

Comme un jour tu viendras sûrement

Dans ce salon qui perd son temps,

Ne parlons plus jamais de nos déserts…

Et si tu restes je mets le couvert

Maintenant, comme avant,

Doucement, sans pâlir, sans mentir, sans souffrir

Aujourd’hui, je te dis:

 

Tous les voyages ne veulent rien dire

Je sais des choses qui te feraient rire

Moi qui entassais des souvenirs par paresse

Ce sont tes vieux chandails que je caresse

 

Maintenant, comme avant, doucement

Restons-en au présent pour la vie,

 

Aujourd’hui, reste ici

 – Texte par Étienne Roda-Gil, mis en musique par Julien Clerc (écoutez la chanson ici)

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2016 in Literatur

 

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Mondscheinsonette – Ein Eigenkommentar (Teil 3)

Dies ist der dritte Teil meines Eigenkommentars zu „Mondscheinsonette”. Falls ihr den zweiten Teil verpasst habt, könnt ihr ihn hier nachlesen.

Der Absturz in „Mondscheinsonette” ist hart und abrupt. War die angeblich heile Künstlerwelt in den ersten beiden Abschnitten bereits äußerst fragwürdig und mehr als instabil, so wird sie im Abschnitt „tiefste nacht” geradezu feindlich. Gleich drei von den fünf Sonetten erwähnen den Dichter explizit und schleudern ihn in eine Welt, dominiert von Leiden (besonders in „unter dem einfluss saturns”), Isolation (cf. „aurora”) und Psychoterror (cf. „der verwunschene”). In diesem Abschnitt kommt die Funktion des lyrischen Ers auch am deutlichsten zu tragen. Dadurch, dass der Dichter von außen beschrieben wird, erscheint er noch einmal merklich hilfloser, passiver und auch „getriebener”. Nicht nur leidet er in dieser Welt, ihm wird auch ganz bewusst die Möglichkeit genommen das zu tun, was ein Dichter in so einem Fall eigentlich tuen würde: es (be)schreiben. Tatsächlich schreibt der in den „Mondscheinsonetten” beschriebene Dichter kein einziges Mal im Verlauf des gesamten Zyklus. „Er ist allein” in einer Welt voll „von falschen grimassen”, die wenn überhaupt dann nur auf ihn hört wenn er leidet. Er ist von allen verlassen, von seiner „muse”, von der „nacht” die ihm vorher noch wie eine „schwarze schwester” schien und sogar von sich selbst. Denn der Krux des Sonetts „der verwunschene” ist ja genau dies: es ist niemand anderes als der Dichter selbst, der ihn „treibt”, der ihn immer und immer wieder in diese „leeren gassen” voll von „falschen grimassen” lotst und ihn schlussendlich von der Welt seiner Mitmenschen ausschließt. Dieses Paradoxon, Passivität verursacht durch aktive Entscheidungen, ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Abschnitts. Wenn man die Sonette genau liest und im Kontext der restlichen Gedichte bedenkt, dann merkt man, dass der einzig wirkliche Feind des Dichters er selbst ist. Zwar werden allerhand Figuren und schattenhafte Schimären heraufbeschwört, doch der Erschaffer dieser düsteren Welt ist der Dichter selbst. Auch in der Liebe, die so eng mit der Lyrik verbunden ist, handelt er nach diesem Muster: er leidet offensichtlich („es zerfrisst sein kümmerliches glück”), will es sber andererseits auch gar nicht anders („ihm helfen? aber er will es doch!”). Dieser Abschnitt zeigt dem Leser einen faustischen Dichter, der ständig im Kampf mit sich selber ist und sich eine Freude daraus macht, sich die Freude zu nehmen. Es ist paradox, es macht keinen Sinn und es ist mit Momenten eine groteske Vorstellung die sich in „tiefste nacht” abspielt. Es ist aber auch der vielleicht ehrlichste Abschnitt im Buch, weil er zum Kern dieses Künstlerdaseins vordringt. Vor allem aber auch, weil er ein vehementer Widerspruch zur romantischen Vorstellung des Dichters als von der Gesellschaft missverstandenes Genie darstellt. Wie kann die Gesellschaft jemanden missverstehen, der sich selbst noch nicht einmal versteht?„Mondscheinsonette” hätte nach diesem Abschnitt enden können. Dann hätte der Kreislauf wieder von vorne begonnen und die Leiden des Dichters hätten erneut angefangen. Aber dies ist nicht der letzte Abschnitt. Denn obwohl der Titel wenig hoffnungsvoll klingt, liegt im „morgengrauen” der Schlüssel zur Erlösung des Dichters.

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Der vierte und letzte Teil meines Eigenkommentars folgt in drei Wochen am 1. Januar 2017.


 
Ein Kommentar

Verfasst von - 11. Dezember 2016 in Literatur, Mondscheinsonette

 

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An ocean of memories

An ocean of memories

Heute ist es wieder mal Zeit für Lyrik. Viel Spaß mit diesem Gedicht.

 

 

An ocean of memories

Foot prints in the sand,

transient witnesses

of memories sketched by joy,

but bound to a short existence.

Washed away by the tide

and carried by the wind

beyond the horizon,

where they sank down with the sun,

they are now

rolling along with the waves

and washing clear

the sands of the horizon,

leaving them blank,

waiting

to be covered

by new foot prints.

Copyright 2016 Sophie Aduial

 
 

Politik von heute (oder: warum es unsere Regierungsparteien nicht verdienen, wiedergewählt zu werden) – Ein Gastbeitrag von C.

In diesem Gastbeitrag widmet sich C. unter anderem dem Wesen des „idealen” Politikers resp. des „idealen” Bürgers.

Die meisten Staaten würden sich heute als Demokratien und Republiken bezeichnen und knüpfen dadurch an antike Idealbilder an. Man stellt sich sofort ein transparentes System vor, in dem jeder einzelne Bürger die Machtstrukturen mitgestaltet. So schön wie diese Überlieferungen auch sind, wir scheinen heute diesen roten Faden verloren zu haben und jegliche ethischen Wegweiser werden ignoriert.

Der moderne Politiker kann nur noch über jene alten Deppen lachen. Denken wir nur mal an die römischen Gebrüder Gracchus die sich doch nicht wirklich meucheln ließen, nur weil sie eine lächerliche Landreform durchbringen wollten, die den Ärmsten der Gesellschaft ein Stückchen Ackerboden zugestanden hätte. Da führen Ideale hin! Man stirbt und hat trotzdem nichts erreicht, warum soll man dann überhaupt noch für etwas eintreten?

Die heutige Politik findet sich hingegen in Situationen wie dem Syrien-Konflikt vollendet. Man sieht, wie sich die gesamte politische Klasse darauf geeinigt hat, die Interessen des Volkes getrost zu ignorieren und einen lukrativeren Weg einzuschlagen. Es ist schon erstaunlich, dass die größten Waffenproduzenten der Welt keinen Krieg beenden können, der auf konstanten Nachschub ihrer eigenen Munition angewiesen ist?

Der moderne Politiker kennt keine Ideale, sondern nur noch simple Rechnungen. Einerseits ist natürlich eine Flüchtlingskrise ausgebrochen, die Milliarden kostet. Andererseits gibt es jedoch einen verlässlichen Absatzmarkt für Kriegsgerät, der noch mehr Milliarden in die Kassen spült. Unwichtige Details wie der Wert von unschuldigen Menschenleben werden gar nicht erst in die Waagschale gelegt. Emotionales Gepimper ist kein Bestandteil der Rechnung.

Was ergibt sich als Konsequenz hiervon? Der moderne Politiker trägt Blutschuld. Mit jedem Tag füllen sich die Särge und die radikale Reaktionlosigkeit beweist deutlich, dass der Bürger nicht mehr zählt. Mit jedem frischen Kindergrab wird auch das Erdloch des Idealbildes des Politikers tiefer. Wir, die Wähler, müssen jetzt entscheiden, ob wir unsere Stimme wirklich Mördern anvertrauen wollen.

Was macht man aber, wenn die größte Alternative aus Rechtsradikalen besteht? Eine Protestwahl würde schon einleuchten, aber hier nimmt man nicht die Skrupellosigkeit einzelner Akteure, sondern gleich den angesammelten Wahn der Zeit in Kauf. Hier dürfte man das Übel wohl noch ein Mal abstufen können.

Gibt es überhaupt noch eine moralisch vertretbare Partei in Europa (oder in der westlichen Welt, wenn man zum Beispiel den „Falken“ Hillary Clinton betrachtet)? Ich fürchte, wir kennen alle die Antwort. Aber, ist das ein Grund aufzugeben? Nein. Neben dem mittlerweile komatösen Ideal des Politikers steht nämlich noch ein weiteres: das des idealen Bürgers. Dieses lebt noch weiter, auch wenn es ebenfalls schwächelt.

Was muss man hierunter verstehen? Die Bürger können das politische Geschehen noch immer selbst bestimmen, auch wenn es uns nicht mehr ganz klar ist. Wir leben in einer repräsentativen Demokratie, die das Volk zumindest aus dem politischen Tagesgeschehen ausschließt. Dieses Prinzip hat sich ganz einfach nach der französischen „Terreur“ entwickelt, um andauernde Spannungen zwischen Mehr- und Minderheiten zu verhindern. Des Weiteren vereinfacht es uns schon das Leben, wenn nicht mehr jeder Einzelne auf dem Laufenden über jede noch so belanglose politische Angelegenheit sein muss. Man muss an dieser Stelle aber auf ein ziemlich bekanntes Zitat von dem irischen Politiker John Philpot Curran (1750-1817) eingehen: „It is the common fate of the indolent to see their rights become a prey to the active. The condition upon which God hath given liberty to man is eternal vigilance“. Unsere heutige Freiheit fällt uns also nicht einfach zu, sondern wir müssen sie ständig behaupten. Bei wichtigen Themen wie Kriegen oder Handelsabkommen ist es also unsere Pflicht als Bürger, uns Gehör zu verschaffen. Wir können ganz altmodisch auf die Straße gehen um unsere Meinung auszudrücken (friedlich versteht sich, sonst werden wir nur eine weitere Parodie auf die Meinungsfreiheit). Auch die Petitionen sind im Zeitalter des Internets ein starkes Druckmittel, vor Allem wenn die Politiker um ihre Wiederwahl fürchten müssen.

Es klingt simpel, ist es aber trotzdem nicht. Bevor man seine Meinung kundtuen kann, muss man sich nämlich zuerst eine eigene bilden (ohne auf den Slogan eines wohlbekannten, journalistischen Witzblattes anspielen zu wollen). Der ideale Bürger muss seine Augen für die Missstände in der Welt öffnen und sich nicht vor ihnen verstecken. Er wird nicht versuchen, sich selbst etwas einzureden, um sich den Problemen nicht stellen zu müssen. Der ideale Bürger versucht ständig, die politische Welt zu durchleuchten. Er muss seinen „Feind“ ja schließlich kennen. Allerdings steht der ideale Bürger auch ständig im Dialog mit Andersdenkenden, um seine Meinung entweder fundieren oder schlichtweg ändern zu können. Nur der verbale Streit kann wirklich die Gedanken eines Menschen weiterbringen. Auch ist es hier essentiell, ernsthafte Arbeit zu betreiben, um Fakten von verschiedenen Quellen, sprich Blickwinkeln, zusammenzutragen. Kurz, der ideale Bürger kennt seine Pflicht, bei den großen Veränderungen in der Welt, das letzte Wort haben zu müssen.

Wenn wir unseren Einfluss auf das politische Geschehen zurücknehmen wollen, führt nichts um den Kampf herum. Ein Kampf gegen anonyme Machtstrukturen, die ohne unser Mitwissen, geschweige denn unser Mitwissen regieren (Ceta/TTip). Aber auch ein Kampf mit unserem tiefsten Innern, weil, bevor wir Ideale in die Welt tragen können, müssen wir alles tun, um diesen selbst zu entsprechen. Man muss sich immer wieder mit kalter Objektivität selbst anklagen und verbessern.

Vielleicht wird die Parteienlandschaft eines Tages von Leuten bevölkert, die die Ideen dieses Textes begriffen haben. Vielleicht werden die wenigen Menschen mit einer unumstößlichen Moral nicht mehr von der Politik abgestoßen, sondern sie verspüren den unbedingten Drang, etwas zu verändern. Vielleicht wird das Idealbild des Politikers wieder ein Mindestmaß an Bedeutung wiedererlangen: Menschen aus dem Volk, die im Namen des Volkes regieren.

Doch zuallererst, bevor sich die Herrschenden verändern, muss sich eben dieses Volk verändern.

– C.

 
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Verfasst von - 4. Dezember 2016 in Gastbeiträge, Politik

 

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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