Gedanken über das Unfassbare

Ein ganz normaler Freitagabend. Länderspiel Frankreich gegen Deutschland, Frankreich liegt vorne mit 2:0. Die Stimmung ist ausgelassen, man genießt das beginnende Wochenende. Dann plötzlich eine Push-Nachricht: Schießerei und Explosion in Paris. Der Anfang eines Abends absoluten Horrors.

Ich verzichte hier auf eine genaue Zusammenfassung dessen was gestern in Paris geschehen ist, die Medien sind bereits voll davon. Ich möchte nur kurz mein absolutes Entsetzen über die unmenschlichen Attentate ausdrücken die, nach letzten Angaben, mindestens 128 Menschen das Leben gekostet haben. Doch der Horror des Abends selbst wird noch verschlimmert durch die Gedanken, wie das Ganze jetzt von der Bevölkerung Europas aufgenommen wird. Nichts steht fest, doch explosive Gürtel und die, inzwischen bestätigte, Verbindung mit dem Kampf der Franzosen gegen die Terrormiliz IS reichen vielen bereits jetzt schon aus die bösen Muslime wieder mal als Sündenbock zu missbrauchen. Ich möchte daher an dieser Stelle an etwas sehr wichtiges erinnern:

Unser gemeinsamer Feind ist nicht der Islam, sondern der Terrorismus!

Der Terrorismus unterscheidet nicht zwischen weiß oder schwarz, Christ oder Muslim, reich oder arm. Er ist allem Leben gegenüber feindlich und stellt für uns ALLE eine Gefahr dar. Zweitens bin ich sehr besorgt über die Auswirkungen dieser Anschläge auf die Flüchtlingskrise. Viele Rechtsextremisten werden in den nächsten Tagen sehr wahrscheinlich wieder das Gerücht verbreiten, dass Terroristen sich unter den Flüchtlingsströmen in unsere Länder einschleusen. Dieses Gerücht ist FALSCH. Wenn man ein wenig gesunden Menschenverstand anwendet kommt man auch schnell von selbst drauf. Warum sollte eine Organisation so reich und mächtig wie der IS es nötig haben ihre Terroristen unter den Flüchtlingen zu verstecken um sie nach Europa zu bringen? Warum sollten sie das (relativ hohe) Risiko eingehen, dass ihre Leute bereits auf dem Weg dorthin umkommen werden? Wenn der IS wirklich Terroristen nach Europa schleusen wollte, dann würden sie einfach die benötigten Papiere fälschen und sie dann ganz ungefährlich einreisen lassen. Nein, die einzig angebrachte Reaktion auf diese Anschläge ist Solidarität mit den Flüchtlingen. Genau aus diesem Grund flüchten die Menschen zu uns! Den Horror von Paris erleben sie jeden Tag und zwar teils noch in viel größerem Ausmaße! Diese Terroranschläge sollten uns, die Generationen die keinen Krieg mehr erlebt haben, daran erinnern wie es sich anfühlt.

Als Ausdruck meines persönlichen Mitgefühls mit den Opfern von Paris, werde ich das Sonett welches ich eigentlich für Morgen zur Veröffentlichung geplant hatte, erst nächste Woche veröffentlichen. Dieses Wochenende soll im Zeichen der Trauer und im Mitgefühl mit Frankreich stehen.

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