RSS

Archiv für den Monat März 2018

Transitgeflüster

Transitgeflüster

Unterwegs. Es sprechen zwei vom selben Schlag.

Herr V: Ich hatte es dir gesagt.

Herr W: Ich glaube immer noch nicht, dass du Recht hast.

Herr V: Deine Ablehnung dieser Realität ist fast schon beeindruckend.

Herr W: Ich lehne nichts ab. Ich interpretiere was ich sehe bloß anders als du.

Herr V: Es wäre einfacher, wenn du endlich auf mich hören würdest. Haben sie dich nicht alle in eine Sackgasse geführt? Alle außer mir.

Herr W: Nein. Sie sind alle noch da. Niemand hat mich gänzlich verlassen, wie du es damals vorausgesagt hast.

Herr V: Aber die Leere, du spürst sie doch auch? Du musst sie spüren.

Herr W: Natürlich fühle ich die Leere. Sie breitet sich aus und scheint immer nur größer und unergründlicher zu werden.

Herr V: Es ist die Leere der menschlichen Existenz. Entstanden und genährt durch die ewige Einsamkeit des Individuums. Sie umgreift jeden einzelnen Menschen, doch wer sie erkennt, tut sich keinen Gefallen. Sie hat die Tendenz aggressiver zu werden, wenn sie erkannt wird.

Herr W: Spürst du sie in der gleichen Art wie ich?

Herr V: Wie soll ich? Ich fühle die Leere in Beziehung zu deinen Reaktionen. Du weißt genau, dass ich selbst kein Verständnis aufbauen kann. Unsere Erfahrungen sind miteinander verknüpft.

Herr W: Du bist eine erweiterte Existenz.

Herr V: Ich fühle den Widerstand. Unsere Existenzen in dieser Realität sind eher unterschiedlicher Art. Doch keiner von uns ist eigenständig.

Herr W: Deshalb versuchst du immer wieder Einfluss zu nehmen.

Herr V: Genau. Ich habe ein Interesse daran, dass wir unsere Reise durch diese Realität fortsetzen. Ich durste nach Erfahrungen.

Herr W: Ich habe nicht vor, unsere Reise zu beenden. Ich mag diese Realität auch. Aber mir gefällt deine Art nicht.

Herr V: Sie verspricht uns meiner Meinung nach am meisten Erfolg. Wir müssen unseren Vorteil gegenüber der Leere nutzen. Die menschliche Einsamkeit kann uns nämlich nicht absorbieren. Wir sind allein mit uns selbst.

Herr W: Wir brauchen die Andern. Ich jedenfalls brauche sie, ich weiß das jetzt.

Herr V: Ich verstehe deine Motivation nicht.

Herr W: Das ist genau mein Punkt. Es gibt nichts zu verstehen. Der Ausgang aus der Leere des Individuums befindet sich in der Selbstlosigkeit. Indem wir aus den Ketten unseres Egoismus ausbrechen, stellen wir die ursprüngliche Union aller Existenz in einem begrenzten Rahmen wieder her. Wir beide erleben vielleicht die gleichen Erfahrungen, mir scheint es jedoch, dass wir komplett unterschiedliche Schlüsse aus ihnen ziehen.

Herr V: Du warst immer schon fasziniert von der Liebe.

Herr W: Du unterschätzt ihre Macht immer noch.

Herr V: Wir brauchen neue Erfahrungen.

Herr W: Sie werden kommen.

copyright 2018 tom weber

Advertisements
 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 11. März 2018 in Literatur

 

Schlagwörter: , ,

Patrie

Un concept, une idée

Qui n’obtient sa forme matérielle

Que par les lettres

Qu’on lui a assignées.

Mais hors du récipient linguistique

Des concepts abstraits,

Elle s’habille dans toutes les couleurs

Qui naissent et qui meurent

Selon le spectateur.

Nos fragments de conceptions

Se lancent dans une danse fragile

Avec les lettres qui leur donnent

Une forme solide et durable,

Une signification objective

Pour des perceptions subjectives.

Ainsi le sourire des personnes aimées,

Les paysages et les voyages admirés,

Nos angoisses et nos désirs,

L’ensemble entier de nos souvenirs

Sont libérés de leur existence

Dispersée dans nos esprits

Et réunis sous un seul nom : Patrie.

 

Mais si les fragments sont unis

Par des forces d’autrui

Et prennent une dimension collective,

Le jeu des couleurs

Ne s’adapte plus au spectateur,

Mais rejoint la palette définie

De drapeaux et de nationalités

Et les lignes des frontières dessinées.

La danse fragile des fragments

Gagne désormais en solidité

Et suit le rythme ordonné

Par la volonté d’une identité prétendue.

Cependant elle ignore la litanie

De ses victimes muettes,

Jouant les notes les plus faibles

Dans un concert qui réunit

Toute la joie et le bonheur,

Toute la misère et l’horreur

Qui peuvent être provoqués

Par une idée,

Formée de six lettres : Patrie.

 

Copyright Sophie Modert 2018

 

Schlagwörter:

 
Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

the chronicles of An Overthinker

.thinking.reading.writing.

saminana

Human Rights, Literature and much more

Lyrifant

Wortgeweb & Sinngespinn

Stadtbibliothek Wolfsburg

BiblioBlog - Das Weblog der Stadtbibliothek Wolfsburg