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Archiv für den Monat November 2017

Sonntagslyrik #20

Dieses Gedicht habe ich als Auftrag für die Association des victimes de la route geschrieben. Es wurde gestern in Junglinster vom luxemburger Literaturkritiker Jérôme Jaminet vorgetragen.

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L’invitation non suivie

Un jour, j`ai traversé un paysage vert et en pleine fleuraison, coloré par le fil des saisons, réjouissant dans toute la beauté et l`imagination avec lesquelles le passage du temps l`avait décoré, sans le dérober de son innocence. Comme un jeune adulte qui perçoit pour la première fois la vie dans toutes ses couleurs et ses possibilités, encore épargné du voile gris et lourd qui, indispensablement, troublera de plus en plus sa vision idéaliste du monde. Ainsi me semblait ce matin-là ce paysage, calme et innocent, mais plein de vie et plein de promesses. Devant mes yeux s`étendait la prairie, d`un vert éblouissant, qui traversait les collines jusqu`à ce qu`elle se confonde avec le bleu de l`horizon, coquetant avec l`infini. Les fleurs, s`ébattant dans toutes les formes et toutes les couleurs, qui ravissaient mes yeux, semblaient m`inviter à me mélanger à la danse légère que les couleurs entamaient avec l`horizon. Mon esprit s`évaporait et s`habillait dans toutes les nuances qui l`entouraient, suivant leur invitation à la découverte de la passion. Le vent me caressait et je me sentais enveloppée de sa douce poésie, de ses vers chuchotant de voyages et de beauté, d`aventures et de liberté, toutes ces promesses dont le ciel était le vague précurseur, mais que son voile flottant cachait encore de mes yeux. Quelle envie m`a prise à ce moment de suivre cette voix douce qui me séduisait et d`accepter son invitation au voyage ! Quel désir j`éprouvais de goûter à cette vie palpitante et aventureuse, et de me perdre dans ses océans !

Hélas ! L`horizon était tellement lointain et  il y avait tant de collines à surmonter, qui cependant, s`élèveraient de nouveau devant moi, jusqu`à ce que j`aies finalement atteint cette piste de danse diffuse. Cependant, la route grise et droite qui s`étendait devant mes yeux, alors qu`elle ne m`inspirait pas la même agitation que la voix douce du vent, sa simplicité promettait au moins la sécurité, un passage facile, sans obstacles. Partagée entre la tentation de cette vie intense, mais incertaine, et l`option si simple qui se présentait à moi, je demeurais longtemps à contempler l`espace qui me semblait soudainement si vaste. Et si je n`apprendrais jamais à danser ?

Un sourire nostalgique se dessine sur mon visage en me souvenant de cela, de nombreuses années après ce jour-là, lorsque ce paysage  ensoleillait ma pensée. J`ai pris la route qui s`étendait devant moi avec ses promesses moins orgueilleuses, mais constantes et plus facile à atteindre. J`ai longtemps suivi son parcours tout droit et finalement, je suis arrivée sur la seule grande colline qu`elle m`avait fait monter, sachant que j`avais réussi à ses défis et fait ma vie. Je jouis d`une très belle vue ici qui me présente un paysage impressionniste et charmant, tout comme celui que mon cœur n`a jamais oublié.

Et bien que cette vue m`enchante toujours, mes mains glissent dans le vide, ne trouvant plus rien à tenir. Au cours de ma route, aucun souvenir subsistant ne s`est formé, aucune nuance qui se distingue par sa subtilité et dans mon reflet, tout ce que je vois, une silhouette muette,  caractérisée par la médiocrité. Comme ma vie s`achève lentement, je me rends compte que je n`ai jamais dansé avec l`horizon.

 
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Verfasst von - 11. November 2017 in Literatur

 

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Über die Gleichheit – Ein Gastbeitrag von C.

In seinem neuesten Gastbeitrag widmet sich C. dem Thema der Gleichheit. Weitere seiner Beiträge findet ihr unter „Gastbeiträge” hier auf diesem Blog.

Wahre Gleichheit ist die Gleichheit der Chancen, nicht die des Ergebnisses.

Um so länger man über diesen Satz nachdenkt, um so mehr Sinn macht er. Menschen sind naturgemäß nicht gleich geschaffen und können auch nicht beliebig umgeformt werden. Folglich macht es auch Sinn, dass einige Menschen in der Gesellschaft besser wegkommen als Andere. Diese kurze Überlegung ist in ihrer einleuchtenden Einfachheit auch eine der Grundlagen jeder wirtschaftsliberalen Gesellschaftsordnung und ist in einem ersten Moment ein entwaffnendes Argument für linksgerichtete Diskussionspartner.

Augenscheinlich ist auch nichts daran auszusetzten, aber… Es gibt immer dieses eine Wort, das keinen Halt vor irgendeiner Theorie macht. Auch in diesem Fall müssen wir diese Idee der Chancengleichheit kurz überdenken, oder uns zumindest der Fragestellung widmen, wie man diesen gesellschaftlichen Zustand erreichen kann.

Ein erster, einfacher Ansatzpunkt wäre zum Beispiel die Bildung und Erziehung der jüngsten Mitglieder der Gesellschaft. Gleichheit im späteren Leben beinhaltet zu aller erst die gleiche Qualität an schulischer Ausbildung. Wenn, einerseits, nur ein einziges  Stadtviertel, das eher unten im sozialen Spektrum steht, chronisch unterfinanziert ist und nur unerfahrenes Lehrpersonal zugewiesen bekommt, ist die ganze Idee von Chancen für jeden schon absurd. Wenn, andererseits, Privatschulen, die durch ihre hohen Gebühren den größten Anteil der Gesellschaft von vornherein ausschließen, weitaus bessere Bildung vermitteln als staatliche Schulen, ist die Chancengleichheit für jeden auch wieder ruiniert. Die einzige Lösung wäre also ein sehr großzügig finanziertes öffentliches Bildungssystem, das Privatschulen gar nicht erst aufkommen lässt, und massive Programme um auch in sozial benachteiligten Gegenden die Schüler für die Schule zu begeistern.

Ein zweiter Punkt wäre der Schutz des Einzelnen vor Schicksalsschlägen, vor allem in medizinischer Hinsicht. Wenn ein Patient eine schwere Diagnose gestellt bekommt, muss ihm geholfen werden. Einerseits braucht man ein soziales Auffangnetz, das seinen beruflichen Nachteil über diese Zeit ausgleicht. Wenn jemand nämlich irgendeinen finanziellen Schaden aufgrund von einer Krankheit erleidet, wird er für etwas bestraft, für das er keine Verantwortung trägt. Also wäre die Chancengleichheit nicht gegeben. Andererseits, verdient jeder Patient die gleiche Behandlung um wieder in kürzester Zeit seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten zu können. Das heißt, dass Krankenhäuser nicht an einem Patienten mehr Interesse zeigen dürfen, als an anderen. Also ist die Chancengleichheit zwischen den Individuen nur gegeben, wenn kein Unterschied mehr zwischen Kassen- und Privatpatienten gemacht wird und generell beim Medizinsektor keine finanziellen Interessen mehr im Spiel sind. Ein einfaches Mittel, niemanden für eine Situation zu benachteiligen, die nicht in seiner Verantwortung liegt, wäre also eine allumfassende Krankenkasse, die jedem Patienten die gleiche Versorgung garantiert, egal in welcher Klinik er jetzt eingeliefert wird.

Hier kommt noch hinzu, dass Menschen einen Durchschnittsbetrag für medizinische Versorgung ausgeben müssen, einfach um zu überleben. Wenn jetzt jemand an der Armutsgrenze den gleichen Beitrag leisten müsste, wie ein Wohlhabender, hätte der Arme schon im Voraus weniger Chancen, sein Geld zu nutzen und überhaupt sein Leben zu gestalten. Die einzige Möglichkeit, einem Menschen dieses Grundrecht auf medizinische Versorgung nicht unzugänglich zu machen ist also, dass jeder den gleichen prozentualen Anteil seines Einkommens pauschal in das Gesundheitssystem einzahlt, ohne sogenannte Beitagsbemessungsgrenzen.

Ein letzter Punkt wäre ganz allgemein die Chancengleichheit bei der Geburt. Es stellt sich ein einfaches Problem: wenn jemand von seinen Eltern 1 Million Euro erbt und dieses Geld ohne großen Aufwand in einem Fonds anlegt, hat diese Person, ohne etwas dafür geleistet zu haben, schon ein jährliches Grundeinkommen von 50.000 Euro. Die ganze Idee von Chancengleichheit endet also schon in der Absurdität, wenn irgendjemand auch nur einen Cent mehr von seinen Eltern bekommt als, sein Nachbar. Wenn große Reichtümer vererbt werden, ist es unausweichlich, dass sich regelrechte Dynastien entwickeln, in denen jeder schon ungeheure Privilegien, nur durch eine bisschen Glück, aber ohne eigene Arbeit, erhält.

 Fassen wir zusammen, eine Gesellschaft, in der jeder einfach nur die gleichen Chancen erhält, eigentlich schon die Grundlage einer Meritokratie, ist eine mit gesunden, öffentlichen Schulen, einem vollverstaatlichten Gesundheitssystem und, zumindest theoretisch, einer Erbschaftssteuer von 100%. Sind wir jetzt mal ehrlich, nach welcher Partei klingen solche Forderungen?

– C.

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C. ist ein anonymer Gastautor für „just thoughts”. Weitere seiner Beiträge findet ihr unter „Gastbeiträge”.

 
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Verfasst von - 5. November 2017 in Gastbeiträge

 

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