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Archiv für den Monat Juni 2017

Lust auf ein Glas Lyrik?

Lust auf ein Glas Lyrik?

Man hat es definitiv nicht immer einfach als Lyriker. Oft wird man belächelt und selbst von Schriftstellerkollegen, zumeist Romanautoren, nicht ganz ernst genommen. Zu wenig Arbeit stecke dahinter, zu konfus und verschlossen sei das Resultat. Wir sind es gewohnt und spätestens seit Paul Verlaine den Begriff des poète maudit (verfemter Dichter) geprägt hat, schreiben die Lyriker in aller Stille ihre Verse am Rande der literarischen Welt. Manchmal geschehen jedoch noch Wunder. Diese Woche wurde bekannt, dass der Hamburger Lyriker Jan Wagner den Georg-Büchner-Preis erhält, die höchste deutsche Literaturauszeichnung.

Artikel über Jan Wagner selbst und warum der Preis absolut gerechtfertigt ist, kann man überall finden (hier beispielsweise der sehr gelungene Artikel von Michael Braun in der ZEIT). Ich will mich deshalb in meinem Kommentar auf die Gattung konzentrieren, die dieser Schriftsteller vertritt.

Warum überhaupt Lyrik? Das ist definitiv eine Frage der letzten Jahrhunderte, weil vorher niemand auch nur auf die Idee gekommen wäre, sie infrage zu stellen. Die Lyrik war über Jahrhunderte hinweg stets die dominierende Gattung der Literatur, der Roman während seiner Entstehungszeit verpönt als „niedere Kunst“. Mit dem Durchbruch der Prosa im 19. Jahrhundert änderte sich dies allerdings. Der Roman etablierte sich als die neue „Königsgattung“ der Literatur und drängte die Lyrik immer mehr in die Rolle des Orchideenfachs welches wir heute kennen. Selbst das Theater rückte mit Brechts epischer Dramatik weitaus deutlicher in Richtung prosaischer Inszenierung. Die reinen Lyriker sahen sich immer mehr einer unkontrollierbaren Mutation vom einst verehrten Dichterfürsten zum schrulligen Poeten ausgesetzt. Bei den großen Literaturpreisen rückten sie immer deutlicher in den Schatten der Romanautoren, die mit ihren großen Prosawerken alles zu überstrahlen schienen. Doch ganz verdängen ließ sie sich nie, die Lyrik, wenn es auch vielleicht die kleine Gruppe von Liebhabern ist, die sie noch am Leben hält. Denn die Lyrik hat außer ihrem Platz im Rampenlicht, nichts von ihrem großen Wert für die Literatur und die Kunst ganz allgemein, eingebüßt.

Innerhalb der Literatur ist die Lyrik sicherlich die künstlerischste der drei großen Gattungen. Nicht umsonst liegt im Wort Dichter das Verb dichten, der Lyriker als eine Person, die hochkomplexe Themen verdichtet. Ich persönlich vergleiche die Literatur im Allgemeinen und die Lyrik im Besonderen gerne mit dem Destillierverfahren während der Whiskyherstellung. Lyrik ist destillierte Realität, von Verunreinigungen befreit und auf ihren verletzlichen Kern zurückgeführt. Genau wie Whisky lässt sich zwar für jeden Text einen allgemeinen Charakter des Destillats festlegen, dennoch erlebt jeder eine eigene Erfahrung, beeinflusst durch die subjektiven Erfahrungen und Erinnerungen mit denen wir uns auf diese hochkonzentrierte Essenz einlassen. Bei richtigem, überlegtem Genießen kann sie bewusstseinserweiternd wirken, liebloser Konsum kann jedoch Kopfschmerzen und Unwohlsein auslösen. Der französische Dichter Yves Bonnefoy sprach von der Poesie als fondatrice d’être (zu dt. Schöpferin des Seins), sie macht aus den irrealen Zeichen und Formen die uns umgeben und die wir als Realität bezeichnen, erst Sinn und führt zu dem, nach Marcel Proust, einzig wahren Leben, wenn man natürlich gerade als Lyriker stets sehr vorsichtig mit dem Begriff der Wahrheit umgeht.

Die Lyrik ist nicht der kleine Bruder der Prosa, sie ist auch keineswegs der Außenseiter in der literarischen Welt. Wer so denkt, hat sich noch nicht wirklich mit ihr beschäftigt und sich ganz auf sie eingelassen. Die Verleihung des Georg-Büchner-Preises an Jan Wagner bietet meiner Meinung nach eine gute Gelegenheit, sich durch das Werk dieses äußerst talentierten Lyrikers einer Gattung anzunähern, die unsere Aufmerksamkeit verdient.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 25. Juni 2017 in Literatur

 

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Video

POST SCRIPTUM #02 – „The Colours of Benin“ vum Sophie Modert

An der zweeter Emissioun vu meiner Webserie Post Scriptum… schwétzen ech haut iwwert dem Sophie Modert säin éischt Bouch The Colours of Benin“ !

Wann iech des kleen Videoformater gefallen, da vergiesst net ze liken an d’Chaîne ze abonnéieren, fir um Laafende gehalen ze ginn (en Gmail Konto geet dofir schonn duer).

 
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Verfasst von - 24. Juni 2017 in Gemischtes, Literatur

 

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My home is the world

My home is the world

This is a poem that I wrote some years ago, but to me, it has lost nothing of its accuracy. The picture was drawn by a very talented friend of mine and inspired me to write this poem.

 

 

 

I have no country or city

to call home.

My home does not consist

of walls and a roof.

I need no furniture or decoration,

for the pictures hanging on my walls

are my memories

and my furniture is made of

travelling,

a beautiful sunset

or simply laughing

with my friends.

My family is life

and my home is the world.

 

Copyright Sophie Aduial 2017

 
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Verfasst von - 22. Juni 2017 in english poetry

 

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Sonntagslyrik #19

Wie schön, dass es immer Alternativen zu den widerwärtigen Dingen im Leben gibt !

 

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Mon premier livre: The Colours of Benin

Mon premier livre: The Colours of Benin

Pendant quatre mois, j`ai effectué un volontariat au Bénin et ainsi, j`ai vécu dans une culture qui m`avait été entièrement inconnue auparavant, mais le temps m`a appris à comprendre et même à aimer ce pays et sa culture. Pendant mon volontariat, j`ai fait beaucoup d`expériences inoubliables et j`ai connu beaucoup de beaux moments, mais j`ai également éprouvé de la critique et même de l`horreur face à certaines situations. Par conséquent, ce voyage m`a enseigné beaucoup et il a fortement changé ma conception de notre façon de vivre.

J`ai assimilé ces expériences dans des poèmes que je viens de publier dans le livre «The Colours of Benin». Il s`agit de pensées, observations et des instantanés, pour vous permettre d`accéder à ce monde, qui peut, dans toutes ses couleurs, être aussi merveilleux que cruel et pour vous offrir un autre point de vue sur «l`Afrique sous-développée». Chaque poème est accompagné par une photo que j`ai prise pendant mon séjour au Bénin et qui est en relation avec le poème. La plupart des poèmes sont rédigés en anglais, mais quelques-uns sont en français, la langue officielle du Bénin.

Vous pouvez commander le livre sur amazon.fr pour 10,50€, en annexe vous trouvez également le lien. J`ai publié le livre sur le site bod.fr (books on demand), les livres ne sont donc imprimés que sur commande. Par conséquent, il est marqué sur amazon que le livre n`est pas en stockage actuellement, mais ceci ne présente aucun problème, car dès que le livre est commandé, il sera imprimé et livré.

https://www.amazon.fr/s/ref=nb_sb_noss?__mk_fr_FR=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=sophie+modert+the+colours+of+benin

Pour conclure, je voudrais remercier d`avance tout ceux qui prennent en considération d`acheter le livre.

 

Sophie Modert

 

Mein erstes Buch: The Colours of Benin

Mein erstes Buch: The Colours of Benin

Während 4 Monaten habe ich einen Freiwilligendienst in Benin absolviert und in einer mir komplett fremden Kultur gelebt, die mir jedoch immer vertrauter geworden ist. In dieser Zeit habe ich sehr viele wertvolle Erfahrungen gesammelt und viele schöne Momente erlebt, ich habe jedoch auch oft Kritik an einer Situation geübt oder gar Entsetzen empfunden. Diese Reise hat mir also sehr viel mit auf den Weg gegeben und ich sehe vieles nun anders als vorher.

Diese Erfahrungen habe ich in Gedichten niedergeschrieben, von denen ich auch einige schon auf diesem Blog veröffentlicht habe und die ich nun in dem Buch „The Colours of Benin“ veröffentliche. Es handelt sich um Gedanken, Beobachtungen und Momentaufnahmen, um euch diese Welt, die in all ihren Facetten so wunderbar und gleichzeitig grausam sein kann, etwas näher zu bringen und um einen anderen Blick auf das „unterentwickelte Afrika“ zu ermöglichen. Jedes Gedicht wird von einem Foto begleitet, das ich während meinem Aufenthalt in Benin gemacht habe und das einen Bezug zum Gedicht hat, begleitet. Die Gedichte sind größtenteils auf Englisch verfasst, einige wenige jedoch auf Französisch, die offizielle Sprache Benins.

Ihr könnt euch das Buch für 10,50€ auf amazon.fr bestellen, ich habe es ebenfalls unten verlinkt. Da ich das Buch auf der Plattform bod.fr (books on demand) veröffentlicht habe, wird erst ein Buch gedruckt, wenn eines bestellt wird. Somit steht auch auf amazon, das Buch sei im Moment nicht  auf Lager, das ist aber kein Problem, da das Buch erst gedruckt wird, wenn es bestellt ist.

https://www.amazon.fr/s/ref=nb_sb_noss?__mk_fr_FR=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=sophie+modert+the+colours+of+benin

Abschließend möchte ich mich bei jedem bedanken, der darüber nachdenkt, sich das Buch zu kaufen.

 

Sophie Modert

 
 

mots contre maux #4

«Je me vois si peu…»*



silence
j’aime bien les

moments muets
avant de s’endormir
ils peuvent être

longs

ou

courts
à nous
et à nous seul
de décider
mais peu importe

ils sont
toujours
des petites gouttes de paix

qui 

coulent 

lentement

du verre 

qui ce matin

m’éblouissait 

encore

mais qui or

estompe la vie

et la prend

sa crudité
pendant ces moments

je respire
ce silence amer mais

qui cache toujours

cet arrière-goût 

sucré 

d’un souvenir
c’est con je le sais

mais je commence tout de même

à chanter:
«un gamin cherchait le bonheur

sa carte était son petit cœur

il a trouvé en passant

une fleur des Balkans
la beauté de la fleur, elle luit

et l’ombre du gamin s’enfuit

il a toujours haï les mots qui traînent

qui endurent et qui comprennent
le gamin a grandi

la fleur l’a souri

chaque nuit il se souvient

du début qui les retient:
mon univers s’est crée

par ce baiser échappé

passé entre ces barres confues

de nos bouches cousues»
l’adulte lui a chanté
le gamin
peut dormir
une autre nuit

Copyright 2017 Tom Weber

*vers 15 du poème «Je t’aime» de Paul Éluard (liesez le ici)

 

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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