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Archiv für den Monat März 2017

The Colours of Benin

The Colours of Benin

Ich hatte dieses Gedicht bereits vor einigen Monaten hier veröffentlicht, doch möchte ich es heute noch einmal posten als Hommage an Benin, da ich, wäre mein Freiwilligendienst regulär zu Ende gegangen, heute in den Flieger nach Hause gestiegen wäre.

 

A dusty road painted in red,

Framed by tradesmen and shops

Containing simple and pure joy of life,

Just as kindness and familiarity.

Laughing is thrown into the air

And you feel embraced

By human warmth and generosity,

Lingering around all the way.

They are wrapped into friendly words,

A smile or curious looks,

Gifts given to strangers

As well as to family and friends,

Which surpass the value

Of the material goods

That are ready to be sold.

The colourful clothes

Taking part in the scenery

Translate the essence of this world

To the stranger`s admiring eye,

Who is no longer blinded

By the grey veil

Created by the western world.

 

Sophie Aduial

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Gedanken bei einem Glas Elbling

Gedanken bei einem Glas Elbling

Heute Nachmittag habe ich das außerordentlich schöne Wetter hier in Grevenmacher für einen Spaziergang durch die Weinberge genutzt. Obwohl der Winter meine persönliche Lieblingsjahreszeit ist, muss ich gestehen, dass ich die nachmittaglichen Spaziergänge doch etwas vermisst habe. Ich bin meinen üblichen Weg gegangen, hinauf zur Kreuzkapelle, Wahrzeichen meiner Heimatstadt, und habe mich dann, ebenfalls wie üblich auf einer noch freien Bank für meine Nachmittagslektüre niedergelassen. Diese soll heute einmal ausnahmsweise keine Rolle auf diesem Blog spielen (Paul Éluard: «Capitale de la douleur» suivie de «l’amour la poésie» für diejenigen die es interessiert), vielmehr will ich einige meiner Gedanken während dieser kurzen Nachmittagsmediation mit euch teilen.

Meine Entscheidung, nach Trier studieren zu gehen, stieß bei sehr vielen in meinem näheren Umkreis auf Unverständnis.
„Du musst doch einmal wirklich raus aus Luxemburg!”

„Du lernst soviel mehr, wenn du einmal weg von zuhause leben musst.”

„Du musst deine Angst vor der Fremde überwinden”

„Du kannst doch nicht dein Leben lang in Grevenmacher wohnen wollen”

Diese und weitere, ähnliche Aussagen habe ich im Überschwang zu hören bekommen. Ich bin bis jetzt nie wirklich darauf eingegangen, doch heute möchte ich sie etwas breiter beleuchten.

Das Leben als Student hat eine gewisse Symbolhaftigkeit. Unabhängigkeit, Freiheit und insgesamt der Aufbruch ins Erwachsenenleben wird damit verbunden. Daran gekoppelt scheint aber auch gleichzeitig die Reise in die Ferne zu sein. Viele meiner befreundeten Literaten haben mir beispielsweise gesagt:

„Du als Literaturfreund weißt doch sicher, dass jeder Bildungsroman mit dem Aufbruch des Protagonisten in die Ferne beginnt, mit dem Verlassen des Elternhauses und des gewohnten Umfeldes”.

Dies ist mir sehr wohl bewusst, doch sollten wir gleichzeitig bedenken, dass die große Zeit des Bildungsromans bereits vorüber ist. Damals hatte „die Fremde” noch eine ganz andere Bedeutung als heute.

Ich glaube nicht, dass erwachsen werden zwingend mit dem Verlassen der Heimat verbunden ist. Natürlich ist der Übergang dadurch radikaler, manch einer brauch sicherlich auch einen derart drastischen Wechsel um wirklich Verantwortung übernehmen zu können. Doch im Gegensatz zu unserer heutigen Zeit, war es früher nur eine priviligierte Schicht, die sich ein solches Jugendabenteuer überhaupt leisten konnte. Auch heute ist es noch lange nicht für jeden eine Option weit ins Ausland studieren gehen zu können. Können all diese Menschen etwa nicht erwachsen werden ? Wohl kaum.

Nun bin ich aber zugegebenermaßen nicht gerade in dieser Situation. Ich könnte mir aufgrund der finanziellen Situation meiner Eltern und dank der mehr als großzügigen Unterstützung durch den luxemburgischen Staat ohne Probleme auch einen längeren Aufenthalt im Ausland leisten. Dennoch hat mich diese Option nie gereizt und sie tut es bis heute nicht. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass dies nichts mit „Angst” zu tun hat. Heute Nachmittag habe ich erneut genau ins Innere meiner selbst geblickt (und ich wage an dieser Stelle einmal zu behaupten, dass ich als Lyriker bereits einige Erfahrung in dieser Übung mitbringe) und keine Spur von Angst gefunden. Aber eben auch kein Interesse, keine drängende Lust in die Ferne, zumindest nicht in diesem Sinn.

Ich möchte das Erkunden fremder Orte nämlich auf gar keinen Fall kleinreden. Ich liebe es zu reisen und möchte auch in Zukunft noch sehr viele Orte dieser wunderbaren Welt kennenlernen. Aber eben als Reisender, nicht als Einwohner. Ich glaube wirklich nicht, dass ich kulturell ungebildet bin, nur, weil ich nicht weiter im Ausland studiere. Erstens besitze ich eine Zweitwohnung in Südfrankreich, habe also durchaus die Erfahrung eines Einwohners eines anderen Landes aufzuweisen und zweitens kenne ich auch sehr viele, die zwar in teilweise weitentfernten Städten studiert haben und dennoch erschreckenswert wenig Interesse für andere Kulturen aufbringen.

Ich glaube deshalb nicht, dass man nur im Ausland verantwortungsbewusst und „erwachsen” werden kann. Ich bin einer der Kandidaten meiner Partei für die Kommunalwahlen im Oktober, engagiere mich in Kulturvereinen und schreibe Bücher. Ich übernehme Verantwortung, hier und jetzt, in und für die Stadt in der ich aufgewachsen bin. Gleichzeitig reise ich, wann immer es geht und freue mich auch immer den Sommer in meiner Zweitwohnung in Frankreich verbringen zu können. Unsere Schöffin hier in Grevenmacher hat es einmal wunderbar auf den Punkt gebracht: „Ich könnte nirgendwo sonst als hier funktionieren”.

Als mein Blick heute Nachmittag über die Weinberge am sonnenbeschienenen Moseltal gestreift ist, kam ich zur gleichen Schlussfolgerung.

 
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Verfasst von - 26. März 2017 in Gemischtes

 

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Die Glocken rufen

Gestern hatte ich das Glück, die Basilika in Echternach im Rahmen einer Besichtigung unter der Leitung von Dechant Francis Erasmy zu besichtigen und Einblicke in sonst unzugängliche Bereiche zu gewinnen. Dies war deswegen auch besonders für mich, weil es nicht das erste Mal war, dass ich die „geheimen“ Plätze der Basilika zu Gesicht bekam. 2014 schrieb ich im Rahmen eines Schulprojektes 2 Artikel für das Buch „Echternach topsecret!“. Einen davon, über die Basilika, möchte ich heute hier mit euch teilen.

Ein zartes Glockenspiel begleitet meine ersten Schritte durch die Basilika. Die gewaltigen Mauern erheben sich ehrfürchtig in den Himmel über Echternach. Ich bin allein, es ist still bis auf jene Melodie des Glockenspiels. Dieser Ort besitzt eine besondere, ganz eigene Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Ich nehme mir einen Moment Zeit und setze mich auf eine der Holzbänke. Ich schließe meine Augen und konzentriere mich lediglich auf die „Geräuschkulisse“.

Die Stille ist befreiend und erdrückend zugleich, wären die Glocken nicht, könnte ich wohl meinen eigenen Herzschlag hören. Meine Gedanken kommen mir laut vor, jede Bewegung wie ein Donnerschlag. Ich richte mich wieder auf und wende meine Schritte dem Altar zu. Doch bevor ich die steinernen Stufen hinaufsteige, halte ich inne. Das Glockenspiel ertönt wieder. Aus irgendeinem Grund lassen mich diese zerbrechlichen Laute nicht los. Diese Weise, die den Mantel der Stille durchbricht, zieht mich in ihren Bann und ich gewinne die Gewissheit, dass ich ihre Quelle finden will.

Ich finde mich schon bald in Teilen der Basilika wieder, die gewöhnlichen Besuchern in der Regel verborgen bleiben. Ein Raum, der hauptsächlich aus weißem Stein besteht und dessen Decke so niedrig ist, dass ich gezwungen bin zu knien, ist der erste Ort, den ich passiere. Die Enge ist bedrückend, doch vermittelt die weiße Farbe ein Gefühl von Harmonie. Die Stille ist noch schwerer und undurchdringlicher als vorher, hier bin ich wahrhaftig alleine mit meinen Gedanken.

Ich setze mich hin und schließe erneut meine Augen. Nun kann ich es hören, das dumpfe Schlagen meines Herzens, das eifrig pulsiert und das Blut durch meine Adern pumpt. Ist dies der Klang des Lebens? Welch schwaches Signal für etwas so Gewaltiges! Doch mit jedem weiteren Schlag frage ich mich, ob es vielleicht nicht gerade dieser sich stetig wiederholende Rhythmus ist der unserem Leben das Gewaltige verleiht. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen, als ich es plötzlich wieder in der Ferne höre, das zarte Klingen der Glocken, das mich sogar in diesem Raum der Stille erreicht. Ich folge seinem Ruf und setze meinen Weg fort.

Ich besteige eine Wendeltreppe aus hellem Stein, die sich an einem schwarzen Pfeiler bis hoch in das Haupt der Basilika schlängelt. Meine Schritte hallen als Zeichen meiner Anwesenheit durch die alten Mauern, während ich Stufe um Stufe höher steige, geleitet einzig durch das nun deutlicher werdende Glockenspiel.

Schon bald finde ich mich in einem Raum wieder, der wie ein Dachboden wirkt. Er ist geprägt von einer Vielzahl an Holzpfeilern auf der linken sowie der rechten Seite, von einer Art Holzbrücke, die durch die Mitte dieses eigenartigen Raumes führt, und einer einsamen Lichterkette über diesem Weg. An diesem Ort vereinen sich all meine Sinne zu einem einzigen, wunderbaren Erlebnis: Der schwache Schein der Glühlampen, der meinen Pfad beleuchtet, der würzige Duft des Holzes, der bei jedem Atemzug meine Nase angenehm reizt, sowie das Knarren der Dielenbretter, das jeden meiner Schritte akustisch begleitet,  während ich mich auf die Mitte des Raumes zu bewege.

Bis auf die Deckenlampen über mir gibt es keine Beleuchtung in diesem Raum und so folge ich diesem Licht, das mir meinen Weg weist. Gedanken schießen mir durch den Kopf: Ist dieser Raum vielleicht eine Metapher des Lebens? Der eine richtige Pfad, den es zu finden gilt, der eine Pfad, an dessen Ende einen das Licht erwartet? Unweigerlich denke ich an Franz Kafka: Ist dies der Weg ins niemals zu erreichende „Gesetz“? Oder ist es bloß eine Illusion, an den einen Weg zum Ziel zu glauben? Ich genieße diesen Raum; wie er mit meinen Sinnen spielt, fasziniert mich, doch ist es wieder das entfernte Klingen der Glocken, das mich an mein wahres Ziel erinnert und mich zum Weitergehen bringt.

Eine weitere Treppe führt mich schließlich in den obersten Teil der Basilika. Ich bin an meinem Ziel angelangt, das Glockenspiel das mich durch die Gänge des Gotteshauses geführt hat, mich durch Stille und Licht geleitet hat, ist nur wenige Meter von mir entfernt. Seine Melodie ist nun deutlich kraftvoller, doch besitzt es immer noch diese Zartheit, dieses Zerbrechliche, das mich nicht mehr loslässt, seit ich es das erste Mal gehört habe. Nun also höre ich nicht nur, ich sehe auch. Ich sehe die einzelnen Fäden, welche die Klöppel in genau der richtigen Reihenfolge schwingen, um diese herrliche Melodie zu erzeugen, die mich so in ihren Bann zieht. Ich sehe die einzelnen Glockenkörper, die mit ihren Schwingungen der Melodie einen herrlichen Nachklang geben, der wie ein Geist durch meine Gedankenwelt schwebt. Doch ich sehe auch die größeren Glocken, welche zwar im Moment schweigen aber trotzdem mit ihren gewaltigen Körpern einen mächtigen Eindruck hinterlassen. Ich stelle mir ihren Klang innerlich vor, diesen viel dumpferen, viel tieferen Ton.

Von dieser Warte kann ich hinausblicken in die Außenwelt. Es ist das erste Mal, seit ich hier angekommen bin, dass ich wieder Geräusche von außen höre; den Motor eines vorbeifahrenden Autos, entferntes Gelächter oder auch das Gurren einer Taube. Doch innerlich erlebe ich immer noch diese unvergleichliche Stille, die dieses Gebäude auszeichnet, begleitet nur von meinem geliebten Glockenspiel im Hintergrund. Während ich in die Welt hinausschaue, denke ich noch einmal über meine gewonnen Erkenntnisse nach. Ich habe mich von undurchdringlicher Stille einnehmen lassen, dem Schlagen meines Herzens gelauscht, bin einem Licht über einen hölzernen Pfad gefolgt und habe schließlich die Quelle der mich leitenden Melodie gefunden. Ich habe nachgedacht über das Leben und doch scheint es, als ob ich bis an das Ende meines Weges gehen musste, um das Wichtigste zu erkennen. Während mein Blick über die sich mir bietende Landschaft schweift, erkenne ich die unzähligen Möglichkeiten, die sich mir geboten hätten, diese Basilika zu erleben, und wie ich dennoch einen ganz bestimmten Weg beschritten, ein ganz bestimmtes Ziel meiner Erkundung gewählt habe. Es gibt weder den einen Rhythmus, noch den einen Weg. Wie meine Reise durch die Basilika ist das Leben eine Auswahl an Möglichkeiten, die von jedem anders erlebt und gelebt werden.

Das Glockenspiel beendet seine Melodie und verstummt. Ich kehre der untergehenden Sonne den Rücken, verlasse die Basilika und begebe mich erwartungsvoll auf meine nächste Reise.

Copyright 2014 Tom Weber

Weitere Informationen zum Buch „Echternach topsecret!“ (auf luxemburgisch):

http://kremart.lu/bicher/echternach-topsecret/

 
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Verfasst von - 19. März 2017 in Literatur

 

Sonntagslyrik #18

Fast schon expressionistische Motive in der heutigen Sonntagslyrik… Einen schönen Sonntag wünsche ich euch allen !

 

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Pensées sur «Un homme à distance» de Katherine Pancol

Pensées sur «Un homme à distance» de Katherine Pancol

J’ai publié ce commentaire pour la première fois le 4 décembre 2016 sur ma page facebook.

« Un amour commence à exister quand chacun offre à l’autre le fond de ses pensées, les secrets les plus verrouillés. Sinon, ce n’est pas de l’amour, c’est de l’échange de peaux, de désir immédiat, et l’on se retrouve, détroussé, comme après le passage d’un cambrioleur. »

Voici un passage d’un livre duquel je désire vous parler aujourd’hui. Pas en tant que « critique littéraire », même pas en tant que « recommandation ». Ce que j’envisage de faire c’est parler d’un livre qui m’a touché, et qui me touche toujours, profondément, parler des sujets qu’il évoque et des personnages qui habitent ces 153 pages. Sans aucune évaluation, mais tout simplement comme une suite de réflexions sur un livre par quelqu’un qui aime la littérature avec tout son cœur.

Je suppose qu’il serait mieux d’avoir déjà lu ce livre pour comprendre mon commentaire. Mais faites comme vous voulez, comme je l’ai déjà clarifié, je ne veux pas vous « vendre » un livre, tout ce que je veux est un dialogue honnête et sincère avec vous.

Le livre en question est intitulé « Un homme à distance », écrit par Katherine Pancol. Il s’agit d’un roman épistolaire, comme au XVIIIe siècle, qui nous raconte l’histoire de la correspondance de la libraire Kay Bartholdi avec un de ses clients. Ce qui commence comme une simple liaison professionnelle change très vite quand le discours au sujet des lectures personnelles se transforme peu à peu en discours intime entre deux confidents. Ce qui est fascinant c’est que cette intimité se crée presque exclusivement à travers des œuvres littéraires. Kay et son correspondant parlent des livres qu’ils ont lus et lisent les œuvres recommandés par l’autre. Là on parle des « Carnets de Malte Laurids Brigge » de Rilke, de « Madame Bovary » de Flaubert ou encore de « Les Palmiers sauvages » de Faulkner. En rétrospective, il n’est pas si étonnant qu’une telle liaison est devenue si intime si vite, comme chaque œuvre littéraire qu’on partage avec quelqu’un d’autre, ouvre une porte aux endroits les plus intimes de notre conscience. Mais parlons-en de cette intimité, de cet amour si compliqué entre Kay et cet homme mystérieux. Étant donné que le passage que j’ai cité au début de ce commentaire évoque déjà une question fondamentale de ce livre : qu’est-ce qu’est l’amour ?

« L’amour est un grand menteur, un grand dissimulateur. Il vous force à tout donner puis s’en va, repu, ennuyé, à la recherche d’autres cœurs à dévaliser. Alors on se raccroche à des bouts de bois qui flottent. À une ville qu’on apprend à aimer. À des étrangers qui deviennent familiers, qui pansent vos blessures avec des petits riens… […] On se construit une bulle, on prend la paille qu’on vous tend et on réapprend à respirer. Tout doucement. Avec ces petits riens justement. Ces petits bonheurs de rien du tout, quand le grand bonheur, le bonheur effrayant, le bonheur plus grand que tous les autres vous a déserté. »

Oui Kay, vous avez raison. L’amour est quelque chose de cruel, de malhonnête parfois. Oui, l’amour vous abandonne, l’amour vous laisse seul quand être seul avec vos propres pensées est probablement la dernière chose dont vous avez besoin. Mais lorsque vous parlez de « bulle », des « petits bonheurs de rien du tout » et surtout du « grand bonheur » je ne peux m’empêcher à penser à la pièce de théâtre « Antigone » de Jean Anoulih. Et alors, crie petite Antigone, crie bien fort pour que tout le monde puisse t’entendre:

« Vous me dégoûtez tous avec votre bonheur! Avec votre vie qu’il faut aimer coûte que coûte. On dirait des chiens qui lèchent tout ce qu’ils trouvent. Et cette petite chance pour tous les jours, si on n’est pas trop exigeant. Moi, je veux tout, tout de suite, – et que ce soit entier, – ou alors je refuse! Je ne veux pas être modeste, moi, et me contenter d’un petit morceau si j’ai été bien sage. »

– Jean Anouilh, « Antigone »

Et voilà aussi, ma chère Kay, la réponse à votre question :

« Pourquoi n’aime-t-on pas les hommes qui restent et vous dispensent de subir les atroces souffrances de l’abandon brutal? Pourquoi a-t-on besoin de sublimes douleurs pour sceller les grandes histoires d’amour? Pourquoi ne retient-on de l’amour que les moments de torture fulgurante? Vous qui êtes un homme et qui avez de l’expérience, pouvez-vous répondre à mes questions? »

Le confident de Kay ne le pouvez pas. Mais moi, je crois que je le peux. « Pourquoi a-t-on besoin de sublimes douleurs pour sceller les grandes histoires d’amour ? » ; parce que c’est dans la folie absolue, dans la plus grande absurdité possible que se crée le véritable amour, l’amour qui te pénètre jusqu’au fond de ton âme et englobe l’intégralité de ta personnalité. Cet amour qui fait trembler tes mains en écrivant le nom de cette autre personne, parce que chaque lettre de leur nom incinère les fondements de l’homme que tu as toujours cru connaître. Voilà le sens de l’amour, voilà le sens de la vie, voilà le sens de tout, hélas ! Trouver cet amour qui te casse mille fois, qui ne te laisse plus aucune seconde en paix parce que tes pensées sont dominées par cet amour si fort que tous, mais absolument tous, tes actions sont des conséquences directes de cet amour insatiable pour une autre personne. Pour revenir à Kay, elle a connu un tel amour :

« Tout ce que je sais, tout ce que j’aime dans la vie, ça vient de toi, […]. Je suis pétrie de toi. Et quand tu es parti… Je ne savais plus rien. Je ne savais plus marcher droite et fière comme une allumette. Mes yeux s’étaient éteints. Je ne savais plus toiser les impudents. Je ne savais plus où le soleil se levait et où il se couchait, je ne savais plus la nuit et le jour, le froid et la tempête, le pain qu’on mange et l’eau qui désaltère. Je ne savais plus rien. »

Devenir fou pour quelqu’un d’autre, même si on ne peut jamais être avec cette personne, simplement parce qu’on l’aime : voilà le devoir de l’homme. Puisque c’est dans cette plus grande de toutes les absurdités qu’on retrouve la liberté du néant absolu. Là où les contrastes et les extrêmes sont les plus forts, là où l’ambivalence est à son point de paroxysme, là où on est incapable de répondre à la question « Qui suis-je ? » : c’est là que les masques tombent, que les questions cessent d’avoir une importance, c’est là que la peur éternelle de l’homme ne le touche plus. Et c’est là où l’artiste doit chercher la création artistique. « Les Fleurs du Mal ». Plus besoin de commenter ce titre du recueil de Baudelaire.

La conclusion : j’aime ce livre. Non pas, parce qu’il est si bien écrit, même pas parce que l’histoire est tellement bien imaginée. Mais parce qu’il s’agit ici d’un témoignage impressionnant de sentiments sincères. Ce livre arrive à faire exactement ce que j’exige moi-même aussi de mes propres textes littéraires : exprimer avec des mots très simples, une vérité très complexe. Finalement, je dois constater que j’ai parlé plus de l’amour que du livre même. Peu importe, selon moi, comme chacun qui a lu Éluard est bien conscient que l’amour et la poésie vont presque toujours ensemble.

Kay et son confident citent plusieurs fois à travers leur correspondance des poèmes d’Emily Dickinson. À la fin, tout ce qui reste à dire, est peut-être condensé dans ce petit poème :

„Love’s stricken „why“

Is all that love can speak —

Built of but just a syllable

The hugest hearts that break.“

– Emily Dickinson

 
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Verfasst von - 5. März 2017 in Literatur

 

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Kurzmitteilung

Meinen neuesten Lyrikband glaswand erhaltet ihr ab heute im Buchhandel !

ISBN: 978-3-7431-9474-8

Mehr Informationen findet ihr unter der Kategorie Bücher von Tom Weber, alternativ könnt ihr auch einfach hier klicken um gleich zu der Seite zu gelangen.

Veröffentlichung von „glaswand”

 

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