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Archiv für den Monat August 2015

Offener Brief an alle Rechtsextremisten, Pseudopatrioten und anderes empathieloses Gesindel

Liebe Barbaren,

toll gemacht! Wirklich super wie ihr es in letzter Zeit immer wieder in die Schlagzeilen schafft. Ich hätte mal eine Frage an euch: Macht es Spaß? Macht es Spaß über vom Krieg zerrüttete, hilfsbedürftige Menschen herzufallen die euch niemals auch nur ein Haar gekrümmt haben? Ich nehme an, dass es euch Spaß macht, so oft wie man in letzter Zeit von euch hört. Doch nicht nur das, nein, ihr scheint euch auch noch für die Helden in dieser Geschichte zu halten, oder? Ja, ihr seid die einzigen die die Situation überblicken und alle anderen sind „Volksverräter”, natürlich. Tut ihr mir einen Gefallen? Sammelt mal kurz eure drei Gehirnzellen zusammen, falls ihr überhaupt über diesen Luxus verfügt, denn ich habe euch eine wichtige Mitteilung zu überbringen:

Ihr scheint die Situation missverstanden zu haben, denn die wahren Kriminellen sind nicht die Menschen, die Europa in der Hoffnung auf Frieden unter menschenunwürdigen Umständen aufgesucht haben, sondern ihr. Ihr seid das kranke Geschwür, das Europa 70 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges noch immer davon abhält sich weiter zu entwickeln. Ihr rettet die Ehre eures Landes, dass euch ja anscheinend so sehr am Herzen liegt, nicht ihr besudelt es mit Schande. Wenn wir schon dabei sind, da ihr ja solche Patrioten seid, erinnert ihr euch an die ersten beiden Verse von Goethes Gedicht „Das Göttliche”? Ach, entschuldigt bitte, natürlich nicht, dafür müsste man ja über so etwas wie Intelligenz verfügen. Aber keine Sorge, ich verrate euch die Antwort trotzdem:

„Edel sei der Mensch, Hilfreich und gut!”

Im Moment erfüllt ihr nicht eine der drei Tugenden die euer Dichterfürst euch aufgetragen hat. Ich dachte euer Lande liege euch am Herzen?

Ich bin nicht naiv, ich weiß, dass es Abschaum wie euch immer geben wird. Doch macht euch nichts vor, ihr besitzt überhaupt keine Macht. Denn im Gegensatz zu dem was ihr behauptet, repräsentiert ihr keinesfalls die Mehrheit der Bevölkerung. Ihr seid lediglich der nervige, eitrige Fußpilz an einem großen, gesunden Körper. Bitte tut uns alle einen Gefallen und verschwindet wieder in die Versenkung der Irrelevanz aus der ihr gekommen seid.

Mit besten Grüßen,

Vito Volpe

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Verfasst von - 28. August 2015 in Gemischtes, Politik

 

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„Der Turm“ von Uwe Tellkamp: Romananalyse (4. Teil: Tellkamps Gesamtwerk, Rezension des Romans und meine persönliche Meinung)

„Der Turm“ von Uwe Tellkamp: Romananalyse (4. Teil: Tellkamps Gesamtwerk, Rezension des Romans und meine persönliche Meinung)

Dies ist der vierte Teil meiner Romananalyse von Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“. Den dritten Teil könnt ihr hier nachlesen.

„Der Turm“ ist ein historischer Roman der viele geschichtliche Ereignisse aufgreift und wiedergibt. Nach Ansicht dreier Journalisten, namentlich Andreas Platthaus, Sabine Franke und Beatrix Langner, handelt es sich beim „Turm“ aber auch um einen Schlüsselroman. Sie geben an, Parallelen zwischen vielen der Romanfiguren und real existierenden Menschen entdeckt zu haben. Dies könnte auch sehr wahrscheinlich zutreffen da es sich bei dem im Roman beschriebenen westdeutschen Kulturkritiker Wiktor Hart ganz offensichtlich um Marcel Reich-Ranicki handelt. „Wiktor Hart“ war dessen Autoren-Pseudonym im Warschauer Ghetto und der Abschnitt im Buch endet mit einer Abwandlung der Schlussformel des „Literarischen Quartetts“. Ebenfalls für die Theorie des Schlüsselromans spricht die Figur des Christian Hoffmann die viele Ähnlichkeiten zum Autor Uwe Tellkamp aufweist. Tatsächlich scheint es aber eher so, als hätte Tellkamp seine eigenen Erfahrungen gleichmäßig auf die drei Hauptcharaktere verteilt.

Wichtig für die Analyse des Romans ist es auch ihn im Zusammenhang mit Tellkamps Gesamtwerk zu betrachten, da Tellkamp selbst ihn in einem Interview als „Teil eines größeren Romanprojektes“ bezeichnete. Die 2004 von Tellkamp veröffentlichte Erzählung „Der Schlaf in den Uhren“, der als „Romanauszug“ veröffentlicht wurde, wurde später von der Journalistin Beatrix Langner als „eine Vorstufe“ zum „Turm“ bezeichnet. Uwe Tellkamp kündigte 2009 einen Nachfolgeroman an der die Zeit zwischen dem 9. November 1989, der Mauerfall, und dem 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands, behandeln soll. Nach einigen Titeländerungen soll der Roman nun in diesem Jahr unter dem Titel „Lava“ erscheinen.

Uwe Tellkamp selbst ist am 28. Oktober 1968 in Dresden geboren und wuchs im Dresdner Villenviertel „Weißer Hirsch“ auf. Er diente drei Jahre bei der NVA um Medizin studieren zu können. Im Dienst ist er mehrmals aufgefallen, weil er Texte von West-Autoren und Wolf Biermann bei sich trug, doch dies hatte keine weiteren Folgen. Erst als er einen Befehl verweigerte, dass seine Einheit gegen Protestierende ausrücken sollte, wurde er für zwei Wochen inhaftiert und danach beurlaubt. Nach dem Ende der DDR absolvierte er schließlich sein Medizinstudium in Leipzig, New York und Dresden. Es folgte dann eine Anstellung als Arzt an einer unfallchirurgischen Klinik in München, diese Arbeit legte er jedoch 2004 nieder um sich seiner Schriftstellerkarriere zu widmen. Laut einem im August 2004 in der „Welt“ erschienenen Interview, hat Tellkamp seine Berufung zum Schirftsteller am 16. Oktober 1985 um 15:30 Uhr entdeckt. In diesem Moment soll er sich in seinem heimischen Garten der Schönheit roter Rosen bewusst geworden sein und habe den Wunsch verspürt, dies in Versen auszudrücken. Uwe Tellkamp ist verheiratet und Vater eines Sohnes und einer Tochter, seit 2009 hat er seinen Hauptwohnsitz wieder auf dem „Weißen Hirsch“ in Dresden.

„Der Turm“ erhielt äußerst gemischte Rezensionen, die zumeist entweder komplett begeistert oder sehr negativ sind. Die am häufigsten geäußerte Kritik betrifft den enormen Umfang des Romans und die teils sehr ermüdende Lektüre, aufgrund sehr schwankender Syntax und einem Übermaß an Details die die Handlung manchmal wie festgefroren wirken lassen. Ebenfalls kritisiert wurde die oft „platte“ und „hölzerne“ Sprache der Dialoge und die insgesamt „schwache Figurendarstellung und Handlungsentwicklung“. Der Roman erhielt aber auch viel Zustimmung und gewann einige Preise wie den Uwe-Johnson-Preis 2008, den Deutschen Nationalpreis 2009 oder den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im Oktober 2008 wurde er auch mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. In der Begründung hieß es:

„Uwe Tellkamps großer Vorwenderoman „Der Turm“ entwirft in einer Fülle von Szenen, Bildern und Sprachformen das Panorama einer Gesellschaft, die ihrem Ende entgegentaumelt. (…) Der Roman spielt in den verschiedensten Milieus, unter Schülern, Ärzten, Literaten und Politikkadern. (…) Den Lesern erschließen sich wie nie zuvor Aromen, Redeweisen und Mentalitäten der späten DDR. (…)“

Der Roman wurde für die ARD als Fernseh-Zweiteiler unter dem gleichen Namen verfilmt und erstmals am 3. und 4. Oktober 2012 im Ersten ausgestrahlt. Regie führte Christian Schwochov und in den Hauptrollen sah man unter anderem Jan Josef Liefers als Richard Hoffman, Sebastian Urzendowsky als Christian Hoffmann sowie Götz Schubert als Meno Rohde.

Mir persönlich wird der Roman, trotz einiger in der Tat ermüdenden Abschnitten, in sehr guter Erinnerung bleiben. Wie Uwe Tellkamp es schafft, die Atmosphäre der späten DDR auf über 1000 Seiten aufleben zu lassen, ist für mich äußerst bewundernswert und lässt einen mit Spannung auf die angekündigte Fortsetzung warten.

Quellenangabe:

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Turm_(Tellkamp)

https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Tellkamp

https://www.youtube.com/watch?v=rvinEnTnQmc

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/zeitverschiebung-1716261.html

http://www.suhrkamp.de/autoren/uwe_tellkamp_7386.html

http://www.begleitschreiben.net/uwe-tellkamp-der-turm-2/

http://www.amazon.de/Turm-Geschichte-versunkenen-suhrkamp-taschenbuch/dp/3518461605/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1437576003&sr=1-1&keywords=der+turm (Kundenrezensionen)

„Der Turm“ von Uwe Tellkamp

Copyright 2015 Vito Volpe

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Danke für das Lesen dieser Romananalyse! Ich bin dankbar für jeden einzelnen Leser und falls es dich interessiert kannst du einige meiner anderen Artikel lesen. Wenn dir der Artikel gefallen hat, kannst du ihn teilen, ich wäre sehr dankbar dafür. Ich bin auch auf Facebook sowie auf Twitter (@VitoVolpe9) vertreten. Ich wünsche eine angenehme Woche und vielleicht bis nächsten Sonntag für einen neuen Artikel auf Englisch oder Sonntag in 2 Wochen für einen neuen Artikel auf Deutsch!

 
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Verfasst von - 2. August 2015 in Literatur

 

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