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Archiv für den Monat August 2014

Portugiesische Vampire und blinde FIFA

Ich mag Fußball und schaue mir auch gerne regelmäßig die internationalen Top Spiele an, doch verfolge ich auch aufmerksam die 1. Liga meiner Heimat Luxemburg die BGL Ligue. Natürlich können wir nicht mit den Vereinen aus den größeren ausländischen Ligen mithalten, doch ist man doch immer mit einer besonderen Begeisterung dabei, wenn der eigene Dorfklub gegen den Erzrivalen spielt. Neulich habe ich jedoch einen Artikel gelesen, der mein luxemburgisches Fußballerherz bluten ließ. Es ging in dem Artikel (den man hier nachlesen kann) um 2 luxemburgische Erstligaklubs, den CS Grevenmacher (der Klub aus meinem Dorf) und die Jeunesse Esch. Beide sind luxemburgische Traditionsklubs und beide stehen momentan kurz vor dem Bankrott. Warum? Wegen eines unnötigen Missverständnisses und einer anscheinend von Blindheit beschlagenen FIFA.

Doch fangen wir von vorne an. Beide Vereine wurden von jeweils der gleichen portugiesischen Anwaltskanzlei angeklagt die 2 (im Fall des CSG) bzw. 3 (im Fall der Jeunesse) Vereine aus Portugal vertritt. Sie verklagt die beiden Vereine auf Ausbildungsentschädigungen in Höhe von 50.000 (CSG) bzw. gar 100.000 (Jeunesse) Euro. Beide Vereine hatten je einen portugiesischen Spieler verpflichtet, für welche die Vereine bei denen sie vorher gespielt hatten nun eine Ausbildungsentschädigung verlangen. Eigentlich ist dies ja auch gerechtfertigt aber nur, wenn es sich beim CSG und der Escher Jeunesse um Profivereine handeln würde. Von der FIFA wird die 1. luxemburgische Liga auch als Profiliga angesehen, doch ist dies ein großes Missverständnis. In der BGL Ligue spielt kein einziger Verein, der komplett aus Profispielern besteht. Die meisten, wie der CSG beispielsweise, bestehen komplett aus Amateuren. Daher bedeuten die Summen von 50.000 bzw. 100.000 Euro, welche für Klubs wie Manchester United oder Real Madrid ohne Probleme zu bezahlen wären, für die luxemburgischen Klubs den unausweichlichen Bankrott.

Nun hat natürlich der luxemburgische Fußballverband, die FLF, bei der FIFA angerufen um das Missverständnis aus der Welt zu räumen. Doch die FIFA scheint sich, wie so oft, herzlich wenig um die kleineren Fußballnationen zu kümmern, da sie die Klage und die Ausbildungsentschädigung als gerechtfertigt und die luxemburgische Liga immer noch als Profiliga ansieht. Dabei würde ein Blick in die Akten der betreffenden Spieler reichen um zu erkennen, dass es sich bei denen unmöglich um Profis gehandelt hat. Der Spieler der beim CSG spielte, verdiente dort 300 Euro im MONAT. Vergleicht man diese Summe mit dem gesetzlichen Mindestlohn in Luxemburg (welcher sich, Stand 1. Januar 2014, auf 1921,03 Euro beläuft), muss einem doch schon klar werden, dass es sich bei diesem Spieler unmöglich um einen Profi handeln kann. Doch hier wird wieder einmal deutlich dass die FIFA kein Fußballverband für jedermann ist, sondern nur für diejenigen die ihnen das Geld in die Taschen spülen.

Was bleibt den luxemburgische Klubs nun übrig? Da die FIFA sich weigert zu helfen, bleibt ihnen nur noch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof, welcher jedoch mit weiteren Kosten verbunden ist. Da man gegen 2 bzw. 3 Vereine vorgehen muss, fallen auch die Kosten erheblich höher aus. Im Fall des CSG sind das beispielsweise 2 mal 9000 Euro. Geld, das man zwar bei erfolgreichem Spruch zurückbekommen würde, doch läuft der Klub Gefahr während eines möglicherweise langwierigen Prozesses, Bankrott erklären zu müssen. Ein Selbstmordkommando also eigentlich. Der Artikel, den ich am Anfang erwähnt hatte, bringt es ziemlich gut auf den Punkt: „Wie soll ein nebenberuflich geführter Verein gegen die FIFA mit ihren 400 Mitarbeitern ankommen?“

Es ist eine Geschichte, die einen wieder einmal an der Welt in der wir leben zweifeln lässt. Ist es einem nicht einmal mehr erlaubt, größtenteils unkommerziellen Dorffußball zu genießen, nur weil man in Zürich zu beschäftigt mit Geldschefflerei und korrupten Weltmeisterschaftsvergaben ist um mal kurz einen Blick in die weniger pompösen Fußballnationen zu werfen? Welchen Sinn erfüllt ein „Weltverband“ der nur eine Handvoll seiner Mitglieder unterstützt? Ich sehe in dieser Angelegenheit schwarz und muss mich wohl damit abfinden, Abschied zu nehmen von 2 Traditionsvereinen und vor allem von dem Verein meines Heimatdorfes, in dem bereits so viele Mitglieder meiner Familie und heute noch ein paar meiner Freunde und Bekannten spielen. Es ist ein Kampf David gegen Goliath, doch dieses Mal, so scheint es, wird Goliath David zerschmettern.

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Verfasst von - 31. August 2014 in Gemischtes, Politik

 

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JIBO: Beginn eines neuen Zeitalters oder Beginn der Apokalypse?

Ich weiß dass ich in letzter Zeit nicht allzu aktiv war, ich will mich hier auch dafür entschuldigen und werde auch zugeben dass ich einfach nicht genug Zeit fand um alle 3 Tage einen neuen Artikel zu schreiben. Ab dieser Woche will ich deshalb ein neues System einführen, ab diesem Sonntag werde ich nämlich jede Woche einen neuen Artikel veröffentlichen. Dies gibt mir mehr Zeit um einen qualitativ besseren Artikel zu entwerfen. Ausnahmsweise will ich heute allerdings dennoch einen Artikel veröffentlichen und ich hoffe, dass er dir gefällt:

Hast du schon von JIBO gehört? Ich bis vor wenigen Tagen auch nicht. Auf YouTube bin ich auf dieses Video gestoßen, ein Einführungsvideo zu der neuesten Kreation im Bereich der sozialen Roboter. Unter diesem Begriff versteht man Roboter die mit Menschen auf menschliche oder zumindest menschenähnliche Art und Weise interagieren sollen. Bisher gab es dieses Konzept bloß in Filmen und Romanen doch nun will eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der sozialen Robotik, Cynthia Breazeal, diese Roboter Wirklichkeit werden lassen. JIBO wird vermarktet als „the world’s first family robot“ also „der erste Familienroboter der Welt“. Das Ziel von Professor Breazeal ist es also dass man JIBO nicht bloß als weiteres High Tech Accessoire à la iPad oder Roomba (ein automatischer Staubsaugroboter) betrachtet sondern als ein zusätzliches Familienmitglied. Trotz dieser Philosophie scheint man sich nicht einmal Mühe gegeben zu haben JIBO das Aussehen eines Menschen zu verpassen, der kleine Roboter erinnert eher an eine Tischlampe. Er kann sich auch nicht selbstständig bewegen, will man die Dienste von JIBO also im Wohnzimmer anstatt in der Küche verwenden, muss man ihn selbst dorthin tragen. Doch bei JIBO war das Ziel auch eindeutig nicht das Äußere, sondern das Innere. Der kleine Kerl scheint tatsächlich der erste Roboter zu sein der sich so etwas wie „Emotionen“ nähert. Keine blecherne Siri-Stimme sondern eine glaubhafte, gefühlvolle Stimme die einen tatsächlich zu verstehen scheint. Als Dichter vertrete ich ja die Meinung dass es Gefühle sind, die einen Menschen ausmachen. Ist es uns also endlich gelungen, ein menschenähnliches Wesen zu erschaffen? Abwarten.

Das Video zeigt JIBO in einigen Alltagssituationen in denen er seinen menschlichen Familienmitgliedern helfen soll. Er beobachtet sein Umfeld mithilfe von 2 Kameras und hört alles dank 360° Mikrofonen. Er nutzt diese Funktionen unter anderem um als Ersatzkameramann auf Geburtstagspartys, als Erinnerung an einen bevorstehenden Termin oder mithilfe einiger Apps auch als Geschichtenerzähler für Kinder zu fungieren. Einen Moment mal… wenn ich so darüber nachdenke kommen mir diese Eigenschaften doch sehr vertraut vor. Genau, alles was JIBO (im Moment) kann ist nicht mehr als das was Siri und Co. schon lange können. Hinsichtlich seiner Funktionen revolutioniert JIBO also die Welt nicht wirklich, hinsichtlich der Präsentation allerdings allemal. Wie bereits erwähnt geht JIBO anders mit seinen menschlichen Kollegen um und das muss man Professor Breazeal wirklich lassen, hat sie fantastisch hinbekommen. JIBO selbst mag die Welt vielleicht nicht revolutionieren doch er leitet ohne Zweifel die Ära der sozialen Roboter ein. Ein Segen für uns alle eigentlich… oder?

Denken wir einmal darüber nach: Im Video bekommen wir erklärt dass JIBO einem dank seiner Kameras, Mikrofone und Vernetzung mit unserem Internet Netzwerk alle möglichen lästigen Pflichten abnimmt. Der Moment im Video den ich persönlich etwas unheimlich fand, was der in dem JIBO selbstständig die Lichter im Haus anmachte. Durch weitere Recherche fand ich heraus, dass JIBO gar Kontrolle über fast alle Haushaltsgeräte haben soll, also auch die Waschmaschine oder den Herd anmachen kann. Praktisch auf den ersten Blick, doch wollen wir einer Maschine wirklich so viel Kontrolle über unser Haus, unser Leben überlassen? Bieten wir Hackern und Geheimdiensten damit nicht noch mehr potentielle Angriffsflächen? In einem Video des YouTube Kanals The Game Theorists erklärt Gastgeber MatPat uns dass Hacker heute bereits ohne Probleme Zugriff auf unser Auto (!) haben und es sogar, wenn sie es wollten, ohne nachweisbare Spuren eines Hackerangriffs verunglücken lassen könnten (!!). Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, die fortschreitende globale Vernetzung erleichtert uns zwar vielleicht um einige Aufgaben die wir Jahre lang ohne Probleme selbst erledigen konnten, doch sie macht uns gleichzeitig auch zu immer einfacheren Zielen für alle möglichen Tunichtgute.

Ob JIBO sich letztendlich nun letztendlich als Segen oder als Fluch herausstellt, wird uns lediglich die Zukunft sagen können, doch im Allgemeinen will ich bloß daran erinnern was der deutsche Wirtschaftsprofessor Professor Dr. Hermann Simon einst so passend ausdrückte: „In einem Netz zappelt man. Im Internet auch.“

 
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Verfasst von - 22. August 2014 in Gemischtes

 

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A new emperor is rising

It seems like the world is going through a pretty bad time at the moment. We have conflicts, diseases and other nasty things going on in all parts of the world. Putin rules in the style of an old soviet dictator and spreads the fear of a possible third World War. But like this isn’t enough there is a new dictator rising in the east. A man who could make a political career so dramatic it could be the plot of a future bestseller: I’m talking about Recep Tayyip Erdoğan current Prime Minister of Turkey and its future president. He who was once the hero of his homeland, mainly for all the good he brought to the country like the economic rise of Turkey or the development of its infrastructure could now become it’s future tyrant. But how exactly did this happen? Because not only did he a very good job as prime minister he also solved many of Istanbul’s big problems during his time as mayor between 1994-1998. So what led to the recent downfall of this once bright figure of Turkish politics?

For a more or less accurate analysis it is important to know something about the subject: Recep Tayyip Erdoğan was born on 26 February 1954 in Istanbul but spend his early childhood in Rize where his father was a member of the Turkish Coast Guard. He returned with his family to Istanbul when he was 13 years old. He received his high school diploma from the Eyüp High School and later studied Business Administration at the Aksaray School of Economics and Commercial Sciences, now known as the Marmara University’s Faculty of Economics and Administrative Sciences. It was during this time that he got engaged in politics by joining the the National Turkish Student Union, an anti-communist action group. It was also during this period more precisely in 1974 that he wrote, directed and played the lead role in the play Maskomya, which presented Freemasonry, Communism and Judaism as evil. He became the head of the Beyoglu youth branch of the Islamist National Salvation Party in 1976. In the same year he became chair of the Istanbul youth branch of the party. He joined the Islamist Welfare Party after the 1980 military coup. Again he became first the party’s Beyoglu district chair in 1984 and then chair of the Istanbul city branch in 1985. He was elected to parliament in 1991, but barred from taking his seat.

He achieved his first big success in politics in 1994 when he was elected mayor of Istanbul in the local elections on 27 March. It is interesting to note that many feared that he would impose Islamic law; however he showed to be very pragmatic in office by taking on such chronic problems in the city as water shortage, pollution and traffic chaos. He succeeded in solving all three of those problems by laying hundreds of kilometers of new pipelines, establishing state-of-the-art recycling facilities, switching to natural gas, introduction of environmentally friendly buses and construction of more than fifty bridges, viaducts, and highways. While doing all this Erdoğan also took precautions to prevent corruption and took measures to ensure that municipal funds were used prudently. He managed to pay back a major portion of Istanbul Metropolitan Municipality’s 2 billion dollar debt while he invested 4 billion in the city. He was also the first to initiate a roundtable of mayors during the Istanbul conference. This led to a global, organized movement of mayors. So far Erdoğan’s story is a story of success but all these major achievements should be followed by a first downfall in 1999.

His party was declared unconstitutional and was shut down by the Turkish constitutional court. Following this event Erdoğan became a constant speaker at the demonstrations held by his party colleagues. He was forced to give up his mayoral position after he was given a ten-month prison sentence for reciting a poem in Siirt in December 1997 which was regarded as an incitement to religious or racial hatred. He served four months of this sentence but the conviction also stipulated a political ban which prevented him from participating in parliamentary elections. In 2001 he established his Justice and Development Party which should quickly become the strongest party in Turkey. The party achieved a landslide victory in the 2002 election by taking nearly 2/3 of the seats. Because of his political ban Erdoğan could not become prime minister right away so a man named Gül became prime minister instead. But in December of the same year the Supreme Election Board canceled the general elections result from Siirt due to voting irregularities and scheduled a new election for 9 February 2003. By this time Erdoğan was able to run for parliament thanks to a legal change made possible by the opposition Republican People’s Party. Now the AK Party listed Erdoğan as a candidate for the rescheduled Siirt election which he won. He then finally became prime minister after Gül subsequently handed over the post.

As prime minister Erdoğan again solved many of Turkey’s problems. He announced for example a plan in 2009 to solve the quarter-century-long Turkey-Kurdistan Workers‘ Party conflict that has cost more than 40,000 lives. He made great efforts in resolving the conflict and even apologized on behalf of the state for the Dersim Massacre (which took place between 1937 and 1938) during a televised meeting of his party in Ankara.
While his handling of the Armenian genocide during the first World War varied from open acknowledgment to open denial it is to note that on 23 April 2014 Erdoğan’s office issued a statement in 9 languages including 2 dialects of Armenian offering condolences for mass killings of Armenians and stated that the events of 1915 had inhumane consequences. This statement was regarded as a brave move for being issued ahead of presidential and general elections which could have caused Erdoğan to lose votes from conservative Turkish voters.

There is much more to tell about Erdoğan’s achievements during his time as prime minister and I have to admit that I personally was very impressed about what I found out during my research. Erdoğan was a very impressive, pragmatic and brilliant politician who did a very good job both during his time as mayor of Istanbul and as prime minister of Turkey. But now I am also left wondering: How can his more recent actions be explained?

2013-2014 saw many protests against the perceived growing authoritarianism of Erdoğan. After the police’s intense reaction with tear gas the protests grew each day that came after. This large amount of mass protests led to Erdoğan making this controversial remark in a televised speech: „The police were there yesterday, they are there today and they will be there tomorrow.“

His more than brutal course of action against the protesters shocked the world and the ban on Twitter and YouTube in 2013 made him seem more and more like a dictator. During his campaign for presidency he announced that he will „change“ Turkey completely by transforming its parliamentary system into a presidential one with a strong president leading the country. Like we know now Erdoğan won in the first round with absolute majority. The future of Turkey is uncertain with Erdoğan possibly becoming a second Putin. But how did this happen? When we look at Erdoğan’s early political career he seemed to be a brilliant politician. He was pragmatic and not dictatorial. So how did he become the „bad guy“?

This is the point where I can only speculate but for me the crucial point is Erdoğan’s incredibly long time in power. He was mayor of Istanbul for 4 years and prime minister for 11,5 years and now he can be president for 10 more years (1 mandate = 5 years)! We learned from the past that power can corrupt a human being and for Erdoğan it seems to me that this is exactly the problem. All his recent actions like the use of police forces to silence critics or the bans of social media are signs that he is afraid. He is afraid of criticism (in fact Erdoğan could never really deal with criticism) and he is afraid that his power is in danger. All these plans of his to change the constitution to give him more power as president? It is all to ensure that his power stays in place! The problem in Turkey is that Erdoğan has so much support that he can do all this without any problem. For the majority of the Turks he is still the man who brought wealth to the country and solved age old conflicts. His support is so big that it wasn’t even a question if he would become president. The national media gave Erdoğan about 533 minutes of transmission time while the other two candidates together couldn’t even make it to 5 minutes! So in a way there is no government in Turkey anymore there is only Erdoğan.

I find it sad that he had to turn into this because like I said earlier I was very impressed about what he did but it seems like he should have remembered that you should know when to stop. I don’t know what he’s exactly going to do now that he is president but I hope for him and for Turkey that he doesn’t turn into a second Putin because we have already enough trouble dealing with the original one.

 
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Verfasst von - 11. August 2014 in Politik

 

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Der Gaza Konflikt: Sinnlos und unnötig

Heute möchte ich ein etwas heikles Thema ansprechen, denn ich bin der Meinung dass ein guter Schriftsteller genau das tut: Die Welt beobachten und den Finger in die Wunden legen. Um es kurz zu machen, ich will über den Gaza Konflikt sprechen. Nun will ich von vornherein eines klar stellen: Ich bin kein Experte dieses Konfliktes, habe weder das Land geschweige denn den Gaza Streifen je besucht und beziehe meine Informationen hauptsächlich aus den Medien und dem wenigen Wissen dass ich im Religionsunterricht in der Schule mitbekam. Es liegt mir fern irgendeine der beiden Parteien zu beleidigen, ich respektiere beide Völker doch glaube ich auch dass ich mir die schriftstellerische Freiheit nehmen kann mich zu diesem Konflikt, der so viele Menschenleben kostet, zu äußern. Etwas anderes, dass ich klarstellen will und dies ist der große Punkt den ich in diesem Artikel versuche darzustellen ist dass ich den ganzen Konflikt als sinnlos beachte. Ich bevorzuge wie bereits erwähnt keine der beiden Parteien da keine der beiden behaupten kann das Opfer zu sein. Der ganze Konflikt beruht darauf, dass die beiden Konfliktparteien sich über Generationen hinweg die Köpfe einschlagen ohne dass irgendjemand bereit wäre nachzugeben. Und worüber? Nun grundsätzlich über wer den nun das Recht besitzt dort wohnen zu dürfen.

Um dies besser zu verstehen werfen wir einen Blick zurück: Nach dem 2. Weltkrieg bekamen die Juden ihren alten Staat Israel wieder „zurück”; um dies zu bewerkstelligen mussten verschiedene Länder Teile ihres Gebietes abtreten. Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Doch da viele Juden in den alliierten Armeen während des 2. Weltkrieges gekämpft hatten, waren sie weit besser ausgebildet als die Soldaten der anderen Armeen und so wurden sie von der verteidigenden Armee ganz schnell zu der angreifenden und sogar zur erobernden. Israel war nun größer als zuvor und schloss mit all seinen Angreifern Waffenstillstandsabkommen ab, außer mit dem Irak welcher sich ohne ein solches Abkommen aus dem Westjordanland zurückzog. Dass Israel bis heute weiter sein Gebiet ausweitet durch ihre äußerst umstrittene Baupolitik hilft der Sache nicht besonders.

Doch etwas das mir wirklich gehörig auf den Geist geht, und nun kommt der Teil in dem ich möglicherweise einigen Leuten auf die Füße trete, ist dass so viele Leute allein Israel die Schuld zu geben scheinen. Israel greift nicht nur an, sie werden auch angegriffen! Wenn ich dann morgens in der Zeitung lesen muss das in Europa der Antisemitismus wieder aufkommt und dass es für Juden in Deutschland „die schlimmste Zeit seit der Nazi-Ära” ist dann bin ich nur noch enttäuscht. Bisher verteidigte ich immer meine Position dass ich in die Menschheit vertraue, doch momentan glaube ich eher an das alte Sprichwort „vox populi vox bovi!”. Haben wir es wirklich nötig uns auf dieses Niveau herunterzulassen? Sind unsere Geister wirklich so primitiv und abgestumpft? Sind wir es würdig uns als fortgeschrittene Menschen des 21. Jahrhunderts zu bezeichnen? Haben wir gar nichts gelernt aus dem letzten Jahrhundert? O tempora o mores! Bei solchen Zuständen packt mich der wertherische Fluchtgedanke.

In diesem Konflikt gibt es keine „gute” und keine „böse” Seite, die beiden sind falsch und vor allem stur. Und mit den Beiden meine ich vor allem die jeweiligen politischen Führungen. Wie ich bereits am Anfang sagte, ich kenne die Bevölkerung und Kultur nicht besonders gut, aber ich kann mir nicht vorstellen dass diese die andere Seite dermaßen hasst dass sie dieses Blutvergießen weiter duldet. Besonders diejenigen die im Gazastreifen leben würden meiner Meinung nach diesen Konflikt lieber heute als morgen beendet sehen. Doch kann dieser Konflikt überhaupt beendet werden? Ja, er kann. Relativ einfach sogar, doch es erfordert dass wenigstens eine der beiden Seiten nachgibt. Dieser Konflikt ist kein unlösbarer Streit, würden die politischen Führer endlich zur Vernunft kommen und sich an einen Tisch setzen wären alle Probleme ganz schnell gelöst. Doch ich bin mir sehr bewusst, dass hier der künstlerische Idealist aus mir spricht. Aber wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt und zum Wohle all der unschuldigen Menschen die ihr Leben für diesen sinnlosen Streit geben müssen, hoffe ich dass beide Seiten wahre Größe beweisen und ihr unreifes Verhalten auf sofortige Art und Weise beenden um vernünftige Verhandlungen zu beginnen. Sie können damit unserer Welt der Neandertaler eine Botschaft der Vernunft und der Reife zukommen lassen. 

 
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Verfasst von - 8. August 2014 in Politik

 

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My favorite YouTube channels

Today I want to talk about something a little bit more casual namely YouTube Channels. I love YouTube as a platform and as a community. I think there are a lot of great channels out there some more known as others and today I want to present you some of my favorite channels! Click on any of the names to get to the respective channel. I personally watch practically only English YouTube channels but I also got 2 french ones in there, if you know other good channels no matter in which language they are feel free to leave them here in the comments! But first here are some of my absolute favorite YouTube channels:

The Game Theorists
I watch more than one gaming channel but this one really stands out for me. The channel is hosted by a certain Matthew Patrick or as he likes to call himself „MatPat”. He takes a different look at some of the most famous games and proposes different theories about them which he tries to prove during an episode. I will give you the example of my favorite episode in which he suggests that Mario (yes the Mario of the Super Mario series) is actually a communist! What sounds absurde at the beginning becomes shockingly very plausible during the episode thanks to the amazing research and presentation by MatPat. This guy really has some brains but also a big heart and you can hear in every word that he is very passionate about what he does. If you are interested in videogames I highly recommend you this channel. You are going to love it there.

CrashCourse
CrashCourse is one of the channels that I am very glad I found because it actually was of advantage for me. CrashCourse offers just what the name suggests a variety of different crash courses on different subjects like literature, world history or psychology. The courses are presented by the Green brothers John and Hank. Yes THE John Green author of amazing books such as Looking for Alaska or The fault in our stars. If you don’t know him yet I tell you here you are missing out on gold. He is an awesome guy and a brilliant author and for me the perfect teacher for literature. The best part is that his brother Hank is just as awesome and so the different courses are not only educational but also highly emtertaining. CrashCourse offers all this for free thanks to a service called Subbable. Subbable is a voluntary subscription service which means if you want you can support CrashCourse with a monthly amount of money of your choosing but you’re not forced to. The great thing is as a paid subscriber your monthly donations are stored in a sort of „banc account“ and you can trade them in at any point for a variety of awesome perks. They solely live on these voluntary donations and I highly encourage you to 1. check out there YouTube channel and 2. consider supporting them because if one thing is important it is education and they are doing it the right way!

Cyprien
This French guy is just hilarious. He is for me and I am not kidding here one of the funniest if not THE funniest YouTuber. The majority of his videos simply consist of him recording himself in his room talking about a subject. Between his lines he acts out some of the things he says. To understand you really have to watch him yourself but I will just say that he is the most subscribed French YouTube Channel which has it’s reasons.

NORMAN
Let’s keep it French. Norman is a lot like Cyprien (or is Cyprien like Norman?) but still he has his own style. He also does one man shows so he’s already kind of professional. What I said about Cyprien also applies to him if you can speak French you should definetly check him out!

PGN Piano
If you ever wanted to learn how to play certain songs on the piano but never learned how to even read a music sheet this is the right channel for you. I can tell you out of experience that it works since I too never went to music school but it took me only 5 days to learn how to play the song „Mad World“ by Gary Jules. Try it!

Vadim Kiselev
This piano playing russian is practically unknown (currently he has about 10.000 subscribers) but he is soooo good. His songs are very beautiful and full of emotions. They inspired me more than once to write some of my poems. He deserves a lot more attention so if you want you should definetly check him out!

This sums it up for today’s post I could name a lot more channels but for now I’m running out of time. Maybe I’ll do a part 2 of this post in the future…

 
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Verfasst von - 5. August 2014 in Gemischtes

 

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„Das ist doch keine Kunst!“

Falls jemand meinen letzten Artikel nicht gelesen hat, dort habe ich am Anfang erläutert dass ich meine Artikel abwechselnd auf Deutsch und auf Englisch schreiben werde. Ich schreibe in beiden Sprachen und mag sie beide und falls jemand von euch nur eine der beiden Sprachen beherrscht so ermutige ich ihn aufs Kräftigste die andere zu lernen. Eine neue Sprache lernen macht Spaß und hält den Geist fit, ich spreche aus Erfahrung da ich selbst 5 Sprachen beherrsche! Doch fangen wir mit meinem heutigen Thema an:

Im vergangen Schuljahr habe ich im Englischunterricht das Theaterstück „Art“ von Yasmina Reza gelesen (welches im Original auf Französisch geschrieben wurde und es deswegen eigentlich eine Schande ist dass wir die übersetzte Version gelesen haben, da ich der Meinung bin dass wenn man eine Sprache beherrscht man Bücher, Theaterstücke und Filme die im Original in dieser Sprache geschrieben wurden auch in dieser Sprache lesen bzw. sich anschauen sollte). In diesem relativ kurzen aber genialen Stück gibt es 2 Hauptthemen: Die Frage was den nun eigentlich Kunst ist und was nicht sowie die Frage was Freundschaft auszeichnet. In meinem heutigen Artikel will ich mich auf ersteres konzentrieren. Falls jemand das Stück noch nicht gelesen hat, empfehle ich es ihm aufs Wärmste und rate daher auch das Stück zu lesen oder es sich im Internet anzusehen (hier ist ein gutes Video auf YouTube), im französischen Original natürlich, bevor ihr weiterlest. Wer es bereits gelesen hat, seine Erinnerung aber gerne ein wenig auffrischen würde, hier ist eine Zusammenfassung des Inhalts (auf Französisch).

Was ist denn nun eigentlich Kunst? Wo beginnt sie und wo hört sie auf? Eine heikle Frage, deren Beantwortung sich nicht bewerkstelligen lässt ohne jemandem auf die Füße zu treten. In „Art“ wird diese Frage hauptsächlich von Marc und Serge debattiert, wobei Marc die traditionelle und Serge eher die moderne Kunst vertritt. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht dass die meisten in meiner Klasse (mich eingeschlossen) die Meinung vertraten dass Serges Gemälde keine Kunst sei. Doch warum? Ich glaube dass es daran liegt dass ein Gemälde wie das von Serge für die meisten keine Kunst ist, weil es keinerlei Arbeit beansprucht hat. Es ist ein Gemälde das jeder hätte erschaffen können. Mir ist aufgefallen dass wir eher etwas als Kunst bezeichnen, bei dem wir wissen dass wir es selbst nicht so hätten malen/schreiben/komponieren können. Die Gemälde von Caspar David Friedrich? Eindeutig Kunst. „Das Göttliche“ von Goethe? Kunst. Brahms „Ungarischer Tanz Nr. 5“? Yep, eindeutig Kunst. Wenn wir dagegen manche Werke des Minimalismus heute sehen, schütteln wir nur den Kopf und wundern uns: „Das hätte ich auch gekonnt!“

Doch ist das wirklich die Definition von Kunst? Ich habe in meinem ersten Artikel „Der Poet, der Außenseiter“ bereits erläutert dass Poesie (eine Form der Kunst) auch „eine Art „Therapie““ sein kann „die ihm [dem Dichter] hilft mit persönlichen Problemen umzugehen“. Kunst ist, für mich, vor allem erst ein Mal etwas Persönliches. Kunst, egal ob sie engagiert ist oder „lediglich“ „art pour art“, hat in erster Linie mit dem Künstler zu tun. Sie wird aus einem Gefühl heraus erschaffen und dieses Gefühl kann der Künstler auf sehr unterschiedliche Weise zum Ausdruck bringen. So ist es zu erklären dass wir, die Außenstehenden nicht immer erkennen können was der Künstler in seinem Werk erkennt. Doch hier ist die Stelle an der wieder die Schönheit der Kunst ins Spiel kommt: Nun ist es an uns, als Beobachter, dem Werk das wir vor uns haben einen Sinn zu geben. Wir interpretieren. Hier entstehen, wie mein Englischlehrer es uns dieses Jahr erklärte, 2 komplett unterschiedliche Welten: Die Welt des Künstlers und die desjenigen der sich mit dem Werk auseinandersetzt. Das heißt jedoch nicht das wir alles nun gut finden sollen, nur weil es jemand aus einer Laune heraus geschaffen hat. Kunst ist subjektiv und wir haben ein Recht etwas zu mögen und etwas nicht zu mögen. Doch etwas als „keine Kunst“ abzuwinken ist keine Option.

Kunst war auch das Thema des Wettbewerbs „Jeune Printemps 2014“ bei dem ich teilgenommen habe. Eines meiner drei eingereichten Gedichte trug selbst den Titel „Was ist Kunst?“ und wer will kann es sich in meinem Buch „Dichterische Freiheit“ ansehen, doch den letzten Gedanken den ich in diesem Gedicht formuliere, kann man sich zum Abschluss vielleicht merken: „Kunst (…) kann uns alle einen“.

Danke dass du dir Zeit genommen hast den heutigen Artikel zu lesen! Ich versuche alle drei Tage einen neuen Artikel zu posten. Hast du irgendetwas zu diesem oder zu einem meiner anderen Artikel zu sagen? Dann schreib einen Kommentar unter diesen Artikel oder kontaktiere mich persönlich via das Kontaktformular im „Who is Vito Volpe?” Teil dieses Blogs.

 
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Verfasst von - 2. August 2014 in Gemischtes

 

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Kunst trifft Poesie

Malerei ist Sprache für die Augen, Sprache ist Malerei für das Ohr.

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